Juli 2012 – Wir haben unser Herz in Opfenbach verloren …

… oder viel mehr nicht in Opfenbach, sondern eher an den dort stehenden blauen O302, den wir im Juli 2012 ganz kurzfristig anschauten – ich noch eher mit dem Hintergrund „Na ja, anschauen kostet ja nix,“ und Christian mit dem Gedanken „Wo fahren wir denn als Erstes hin, wenn wir ihn haben?“

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So wurden wir von zwei netten jungen Männern, Chris und Georg, aufs Herzlichste Willkommen geheißen, dann zeigten uns die beiden ‚Noch‘-Besitzer das Prachtstück, erst im Unterstand, dann auch draußen, wo sich der wunderbare zweifarbig blaue Lack dem warmen Sonnenlicht entgegenwölbte … Okay, macht nix! War uns ja klar, dass wir keinen neuen Bus kaufen wollen, und das THW-Blau machte sich eigentlich wirklich gut und passte zu Christians T-Shirt 🙂 Ich war entsetzt! Aber nicht wegen der Lackschäden, sowas lässt sich ja richten, sondern eher wegen der Größe! Himmel, war das Ding riesig! Kommt man mit sowas eigentlich um eine Kurve herum? Kreisverkehr? War ich froh, als ich hörte, dass dieses Teil über 7,5 to wiegt und ich es somit nicht fahren durfte! Christian freute sich dafür umso mehr. „Klasse Teil! Genau die richtige Größe für zwei Leute!“ Dann schauten wir uns alles von innen an. Erster Gedanke:‘ Boah … alle Schränke aus dunklen Spanplatten gefertigt, diverse Aufkleber und alles Mögliche mit Doppelklebeband befestigt, grellgelbes Armaturenbrett … Horror!‘ … Und in Gedanken überlegte ich mir schon tausend Möglichkeiten, allerhand so zu verändern, dass es einigermaßen gut aussehen würde. Dann wieder raus aus dem Bus, denn Chris wollte uns noch allerhand erklären. Angefangen von den Batterien, über Motor, über Gasanlage, Frischwassertank, Grauwasser, Funktionsweise der unzähligen Schalter am Armaturenbrett, etc … dann wieder rein in den Bus, und ich denke ‚Eigentlich sieht er ja gar nicht so schlecht aus!‘ 🙂

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Ich weiß nicht, wie oft wir noch aus- und eingestiegen sind, jedoch muss ich sagen, dass ich jedem neuerlichen Betreten des Busses mich immer mehr in ihn verliebte. Ein Blick in Christians Augen genügte, um zu sehen, dass er ihm bereits völlig verfallen war.

Da uns diese beiden Verkäufer so vertrauenswürdig vorkamen, haben wir sogar darauf verzichtet, den Bus von unten anzuschauen … Ein letztes Mal reinschauen, und endlich erkenne ich das wahre Flair des Blauen … Man würde tatsächlich nicht allzu viel verändern müssen, um sich in ihm wohl zu fühlen, aber … noch gehörte er uns ja nicht, und Chris deutete an, dass noch eine andere Kaufinteressentin gleich erscheinen würde. Wir sollten doch solange in den Ort fahren, und dort einen Kaffee trinken gehen. Sie würden dann zu uns stoßen, sodass wir die Sache mit dem Bus gegebenenfalls besprechen könnten.

Also gut. Ab in das Café, Frühstück und Latte Macchiato bestellt, getrunken und mitten auf der Terrasse wieder ausgehustet – peinlich – … Die Frau am Nachbartisch fand es gar nicht witzig …

… und warten … und warten … Christian fuhr im Geist mit diesem Bus schon nach Hause, da bin ich mir völlig sicher … und warten …

Tja, und dann waren die Beiden wieder da. „Also, wenn ihr ihn wollt, dann gehört er euch,“ sagte Chris gleich darauf, und die Augen meines Herzblattes wandelten sich zu strahlenden Sternen 🙂 Das Glück sprang ihm aus dem Gesicht … Sein Kindheitstraum gewann nun unweigerlich an Form.

Ende des Monats holten wir unser neues Familienmitglied dann ab.

„Einen Oldie muss man mit einem Oldie abholen!“, meinte Christian, setzte unseren Mechaniker noch einmal auf die Benzinrücklaufleitung an – sie sollte dann funktionieren, und setzten uns frohen Mutes in unseren alten Fiat Spider, der genauso quietschgelb ist, wie das Bus-Armaturenbrett damals war, und … fuhren los … … … allerdings nicht sonderlich weit, denn schon im nächsten größeren Ort gab er seinen Geist auf, und wir schoben ihn auf einen Supermarktparkplatz. Zu dieser Zeit klingelte es das erste Mal bei Chris: „Wir kommen später – Autopanne!“ Dann Anruf bei unserem Mechaniker: „Hey Dani, wir stehen da und da, könntest du vielleicht …“ Und Dani kam. Reparierte mit Hilfe diverser Ersatzteile, die er einem Kugelschreiber entnahm, erneut die Leitung – vielen Dank! – Weiter ging es. Kaum aus dem Ort draußen, ein paar Meter auf der Autobahn … das gleiche Spiel wieder, und … wir kennen das ja schon mittlerweile: „Hey Chris … Autopanne, die Zweite …“ und „Hey Dani, wir stehen da und da, könntest du vielleicht …“ Es folgte die nächste Reparatur an Spidy, und nun hofften wir wirklich, dass wir unseren Weg zum Blauen heute noch finden würden.

Haben wir letztendlich dann auch, sogar noch bei Tageslicht 🙂

Nach kurzem Tausch Money gegen Bus und noch lecker kühler Limo machen wir uns wieder auf dem Heimweg … Christian, der Busfahrer aus Kindheitstagen, und Gabi, die Spider-Woman mit offenem Verdeck … … … Es wurde dunkel … es wurde kalt (wir kannten das ja schon aus der Setra-Zeit), doch das neue Busle schnurrte zuverlässig wie ein Kätzchen, derweil der Spyder ab und an ein wenig muckte, sodass ich fürchten musste, dass sich Christian in die unendlichen Weiten der Autobahn absetzt, während ich womöglich mit dem ADAC-Gelben auf dem Seitenstreifen meine Nacht verbringen muss.

Letztendlich haben wir dann aber doch beide unser Ziel erreicht … Christian glücklich und ich ziemlich durchgefroren.

Welcome Blauer auf unserem Hof! Wir freuen uns unbändig auf die gemeinsamen Ausflüge

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3 Kommentare zu Juli 2012 – Wir haben unser Herz in Opfenbach verloren …

  1. Chris sagt:

    Hey,
    Willkommen in der Welt der Tagebuchschreiber.
    Ihr werdet sehen, da macht extrem Spaß, vor allem, wenn man im Winter die erlebten Stunden und Tage nochmal Revue passieren lassen kann!

    Ich freu mich drauf, mehr zu lesen 🙂

    Gruß,

    Chris

    • Gabi sagt:

      Huhu Chris,
      ja, das macht dem Schreiberling eh Spaß 🙂 Muss jetzt nur erst rückwirkend das (B-)LOG Buch auf den laufenden Stand bringen, dann passt’s.
      Gibt bald wieder was zu lesen 😉

      So long

      Gabi

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