06.03.2013 – Das erste Auswintern unseres Dicken

Die Retro-Classics in Stuttgart naht.

Normalerweise würden wir unseren Bus im Winter wegen des Salzes auf den Straßen nicht bewegen. Wir haben dieses Jahr einen sehr heftigen Winter. Aber nachdem es bereits seit fast 2 Wochen wie aus Kübeln regnet, haben wir uns entschlossen, doch standesgemäß mit Bus zur Retro-Classics zu reisen. Wir sind sicher, dass sich kein Gramm Salz mehr auf der Straße befindet. Unsere erste Ausfahrt 2013.

Unser Bus mußte diesen Winter mangels Halle auf unserem Parkplatz überwintern. Hin und wieder, wenn die Wintersonne schon kräftig scheint und die Schneeglöckchen und Krokusse aus dem restlichen Schnee hervorschauen, tut es richtig weh, den dicken Blauen unter einer dicken Naßschneehaube auf dem Parkplatz die Reifen plattstehen zu sehen. Aber kommendes Wochenende ist es so weit. Unsere erste Ausfahrt steht bevor.

Der Winter war dieses Jahr so hartnäckig, dass mir teilweise selbst mein wöchentlicher Kontollgang vergällt war.

Aber nun ist der März gekommen und nicht nur die Bäume schlagen aus…..auch der Busfahrer schlägt die luftlose Drucklufttür aus ääh…auf.

In nicht zu bremsender Arbeitswut erhebe ich mich wie Phoenix aus der Asche.

Ein Rundgang um und durch den Bus um die Schäden des Winters zu inspizieren. Was soll ich sagen…..ein besorgtes Kopfschütteln hier (der Lack wird immer weniger) und zufriedenes Nicken dort (beim Rest vom Bus) 🙂

Seelisch habe ich mich bereits drauf eingestellt, mich erstmal tagelang mit den niederen Arbeiten des Auswinterns zu beschäftigen. Aberwas soll ich sagen? Es gibt erstmal gar keine Überraschungen.

Die Batterien sind noch voll. Alle Wasserschläuche kontrollieren. Türen und Fenster aufgerissen und eine laue Brise vertreibt die Agonie des Winters und seinen Geruch.

Ich setze mich ans Lenkrad und merke, wie ich es hinauszögere, dieses sinnliche Gefühl von Freiheit, von unbeschreiblicher Genugtuung und auch ein bißchen Stolz und Herrlichkeit, als sich der Bus einen kurzen Moment schüttelt und der Motor hinten leise brummend seine Arbeit beginnt.

Auf diesen Moment wartet, glaube ich, jeder einzelne von uns Wohnbusfahrern den ganzen Winter lang.

Endlich, ….. endlich ist sie da, die Rußwolke aus dem Auspuff die den Winter vertreiben soll.

Noch während ich den Luftdruck, die Spannung der Batterie und die Flüssigkeitsstände kontrolliere erwische ich mich, wie ich im Vorbeigehen kurz innehalte und dem Dicken einmal übers Amaturenbrett streichle.

Es ist schön, wieder ein Dreivierteljahr Saison vor sich zu haben. Viele Stunden zum Abschalten, zum Ausspannen und vor allem weg vom Telefon. Kurzurlaube über kurze und lange Wochenenden und einen längeren im Sommer. Diese Saison besuchen wir sicherlich auch mehr Wohnbustreffen als im letzten Jahr. Und ein neues Kleid soll er bekommen! Die Lackierung haben wir uns fest vorgenommen für dieses Jahr.

Dann steht noch das Füllen des Frischwassertanks an und auch bei den Zapfstellen der Funktionstest.

Aufdrehen des Kaltwasserhahnes in der Küche…..nichts!!!!! Nix passiert 🙁 Während ich noch ungehalten an den restlichen Hähnen drehe, um festzustellen, dass auch hier kein Tropfen Wasser rauskommt, ruft es bestimmt irgendwo aus dem Heck des Busses: „Was issn, gehts nicht?“

„Nä, geht nix“

Während die zweite Hälfte der Besatzung kommentarlos und stillschweigend die Koje frisch bezieht und die Schränke wieder füllt, strecke ich meinen Kopf in den „Pumpenraum“ um nachzusehen was los ist. Ich klopfe mehr zornig als hoffnungsvoll auf den Pumpen rum, messe die Spannung und kontrolliere den Wasserzulauf. Was soll man an so blöden Pumpen auch schon groß dran machen. Also raus mit den Pumpen, um im Haus zu kontrollieren ob das Pumpenrad freigängig ist.

Ich stelle die auf einem Brett montierten Pumpen auf den Tisch. 12 V Batterie dran und 2 Schläuche samt Wassereimer, damit ich nach meinem Reparaturversuch prüfen kann ob sich was zum positiven verändert hat. Pumpen also angeschlossen und siehe da, sie funktionieren. Beide.

Also Pumpen wieder eingebaut und alles funktioniert tadellos. Vielleicht wollte mir der Dicke dadurch auch nur sagen, dass er den langen, kalten Winter draussen auf dem Parkplatz auch nicht lustig fand.

OK, OK, ich habs verstanden 🙂

Wenn dann irgendwann der ganze Bus wieder zum Leben erweckt ist, die Schränke wieder gefüllt sind, alles andere wieder wohnlich hergerichtet ist und die beste Frau der Welt den ersten Kaffee der Saison im Salon serviert, ….. dann ist Auswintern Vergangenheit und die Saison hat begonnen 🙂

 

Gesamt-Kilometer heute: 0 km
(Aber wir beide zu Fuß mindestens 5 km)

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