Der Blaue – Urlaub in Tschechien 15.08. – 20.08.2013

The days before …

Hatten wir doch beschlossen, zum Bustreffen in die Schweiz zu starten, und so hatte ich mir für den letzten Tag vor unserer Abreise einen schönen Plan zurecht gelegt, nach dem jeglicher Stress völlig ausgeschlossen war. … Morgens früh gleich mal zum Einkaufen, für den Bus, für Mama und für unsere Tochter, die zu Besuch kommen würde, dann mittags in aller Ruhe die Taschen packen, alles Überflüssige aus dem Buskeller entsorgen und letztendlich noch das letzte Bisschen an Büroarbeit erledigen, ehe wir gegen Abend starten würden … Ja, genauso dachte ich es mir, aber wie immer, wenn ich zu denken beginne und einen Tag durchplane, kann ich sicher sein, dass alles ganz anders kommt, als gedacht.

Aber zuerst nun noch einmal ein kurzer Rückblick auf die vergangenen Tage.

Vorletzte Woche:

Neuen Kühlschrank bestellt, in der Hoffnung, dass er noch rechtzeitig geliefert wird, ehe wir zum Schweizer Bustreffen nach Lenk fahren würden – ja, genau DAS hatten wir ja eigentlich vor, aber dazu später.

Letzte Woche:

Kühlschrank immer noch nicht da! Das wird eng! Schweiz ohne Kühlschrank wär blöde! Warum musste der Alte auch einfach, ohne uns vorher zu informieren, den Geist aufgeben.

Stromwandler hat ebenfalls das Zeitliche gesegnet.

Elektroblock schließt sich an und streikt ebenfalls.

Prima! Kein Strom, kein Kühlschrank, ach, und habe ich schon erwähnt, dass sich unser Gastank nicht mehr abstellen lässt …

Also … am Donnerstag letzter Woche schnell den Elektroblock zur Reparatur an den Bodensee gebracht, Stromwandler schießen wir in den Wind, Kühlschrank soll Dienstag geliefert werden – so Gott und der ebay-Verkäufer wollen …

Diese Woche:

Montag, 12.0.82013:

Wir sind noch guter Dinge … Druckminderer für Gasanschluss Kühlschrank wurde geliefert, fehlt nur noch der Kühlschrank, aber ist ja schließlich erst Montag.

Zu viel Arbeit im Betrieb – Christian kommt nicht dazu, den Elektroblock einzubauen.

Im Übrigen befindet sich der Fahrersitz noch immer im Schaukelstuhlmodus, da zwei Schweißnähte gekracht sind … Wann wollten wir doch gleich in die Schweiz? Donnerstag Abend? Na ja, ist noch viel Zeit bis dahin … immerhin noch zwei Tage!

Dienstag, 13.08.2013:

Juhu – Kühlschrank ist da … und steht jetzt in der Maschinenhalle, weil wir immer noch keine Zeit haben, das Ding anzuschließen … und überhaupt … wer macht eigentlich den Gasanschluss?

Elektroblock muss wieder eingebaut werden, also mache ich das mal eben, weil Christian auf Baustellen und im Büro festhängt, und ich schaffe es tatsächlich, die durchnummerierten Kabel auch wieder richtig anzustecken – lesen kann ich ja gerade noch … aber … Es funktioniert trotzdem nichts. „Ähem Schätzelein … da tut sich nix!“ „Dann ruf in Marktdorf an, woran es liegen könnte!“ Na toll! Was soll ich mich jetzt mit dem Techniker, der das Teil erst letzte Woche repariert hat, unterhalten, wenn ich von Tuten und Blasen keine Ahnung habe. Welche Leitung wohin, Masse, Volt, Watt … bin isch Elektri-troniker oder was?! Aber ich habe eine Idee … Mal schnell anrufen und dann gleich an Christian weitergeben, dann bin ich aus dem Schneider 🙂

Okay … Palaver hin oder her … „Wie, da läuft ein Kabel? Und was für eine Sicherung ist da drin? Eine Zwanziger? Die gehört da doch gar nicht rein! Und Sie sind sicher, dass alle Sicherungen in Ordnung sind?“ Ja sicher, sind wir sicher, aber dann stellen wir fest, dass die Funktionalität zweier Sicherungen doch eher unsicher ist! Also, schnell wechseln – geht aber immer noch nix. Wieder anrufen! Anderer Mitarbeiter, gleiche Geschichte wieder erzählen … so langsam kann Christian sie auswendig und ebenso langsam ist er ziemlich angenervt, weil laufend etwas anderes dazwischen kommt, das Telefon ununterbrochen klingelt und er im Büro nicht weiter kommt. Also lange Rede, kurzer Sinn, irgendwann läuft der Elektroblock doch wieder und somit auch unsere Pumpen, Licht, etc.

Was macht eigentlich der Kühlschrank?

Stellen wir das Teil im Zuge dessen, dass heute sowieso alles länger dauert als geplant, dann doch mal wenigstens in den Bus, wo Christian das Gerät einige Zeit später doch noch stromatisch anschließt … Funzt auch prima, nur dass wir auf den Nullleitern Strom drauf haben – keine Ahnung warum …

Jetzt fehlt nur noch der Gasanschluss … Mal eben eine Stunde lang 1000 Caravan-Werkstätten anrufen, ob jemand Zeit hat, heute noch das Ding anzuschließen – augenblicklich ist es 12.00 Uhr Mittags, und Christian fühlt sich wie Gary Cooper im Western Gegen 16.00 Uhr die erlösende Nachricht „Bringensesherichmachsgegenhalbsieben.“

Super, also im geschäftlichen Stresstag noch 1 Stunde Hinfahrt zur Werkstätte, 1 Stunde zurück und ca. 1 Stunde für Anschluss und diversen Smalltalk mit dem leicht betütelten Werkstattmonteur über Oldtimer. Aber … Kühlschrank funktioniert dann auch auf Gas, fehlen nur noch die Abluftschläuche, aber die kriegen wir selbst noch hin, allerdings erst später oder morgen oder weiß der Geier wann …

Mittwoch, 14.08.2012

So, und wie war das jetzt? Da wollte ich alles ruhig und geplant angehen, damit einem abendlichen Start nix im Wege stehen würde, aber …

Einkaufen in der Früh fällt schon mal flach … Muss mal eben noch schnell nach Memmingen auf die Baustelle, einen Schlagbohrer holen und den dann auf eine Baustelle im entgegengesetzten Ulm bringen. Danach die Post zur Post bringen und dann: Oh ja … natürlich … der Fahrersitz sollte ja noch geschweißt werden, also erneute Fahrt über Memmingen hinaus zu unserem Mechaniker, der ab 14.00 in seiner Werkstadt sein würde – sein sollte – aber leider leider nicht da war! Ich warte eine halbe Stunde, dann rufe ich ihn an … Oh, er kommt erst um 16.30 Uhr – Prima! Wie? Nein, Christian hat mir nicht gesagt, dass ich vorher anrufen soll! … Da freu ich mich aber. Eine Stunde in den Wind geschossen, und bis ich zu Hause bin, sind nochmal 30 Min. vorüber. Aber, was hilft’s … Fahr ich halt auf 17.00 Uhr nochmal hin … Jetzt schnell zurück, zwischendrin noch in Memmingen kurz halten, um im MediaMarkt eine Speicherkarte zu kaufen … Raus komme ich aus dem Laden dann allerdings mit einem neuen Fotoapparat – auch recht, aber jetzt rasch nach Hause. Inzwischen ist es kurz nach 16.00 Uhr, also reicht die Zeit vielleicht gerade noch, um den Einkauf zu erledigen, ehe ich wieder starten muss. Himmel, irgendwie habe ich den ganzen wertvollen Tag verplempert.

So, das Auto ist, neben dem Schaukelsitz und dem Stromwandler, voll mit lauter schönen Sachen, die dem Magen Freude machen, aber leider leider ist keine Zeit mehr zum Ausladen, sondern gleich weiter in brütender Hitze zum Mechaniker, der den Fahrersitz schweißt und bei dieser Gelegenheit den Stromwandler begutachtet – Schalter kaputt, na, wenigstens besteht dann noch Hoffnung für das Teil. Anschließend im Eiltempo zurück, sodass ich gegen 18.00 Uhr wieder zu Hause bin.

Christian ist noch immer, wenn nicht sogar noch mehr, als vorher im Stress. Mit der Arbeit ist kein Ende in Sicht, und so beschließen wir, das Schweizer Bustreffen kurzfristig abzusagen – die Busler mögen uns verzeihen, aber wir schaffen’s einfach nicht, zumal wir heute Abend keinesfalls mehr loskommen und zum anderen morgen noch einen Termin haben.

Wie auch immer, Schweiz hin oder her … vielleicht können wir in unserem Urlaub trotzdem noch ein paar Tage irgendwohin fahren. Mehr denn je sind wir sowas von urlaubsreif …

Abends schnell noch den Stormwandler reparieren – ob er funktioniert, werden wir spätestens dann sehen, wenn er wieder angeschlossen ist … das haben wir nämlich noch nicht geschafft. Danach die Abluftschläuche am Kühlschrank einsetzen und Lüftungsklappen am Bus wieder verschrauben, sodass man den Rost drunter nicht mehr sieht … Wird Zeit, dass wir an dem Busle außen mal was machen!

Freude, Kühlschrank geht noch immer, stinkt aber gottsjämmerlich! Gas?!? … Nee, zum Glück nicht. Alsdann, Besteckschublade wieder oberhalb des Gerätes einschieben – Mist – streift jetzt an der Kühlschrankblende, also wieder rausziehen, abschrauben und erst mal liegen lassen – müssen wir absägen oder abhobeln, je nachdem, welche Maschine wir gerade greifbar haben, die nicht auf irgendeiner Baustellen liegt.

Es ist schon dunkel – Christian rödelt noch immer im Büro … Vielleicht trotzdem noch den Fahrersitz montieren? Selbst wenn wir den Blauen nur auf dem Hof rangieren, wäre es vielleicht von Vorteil, wenn man ihn nicht im Stehen fahren müsste.

Okay, zwischendurch mache ich auch noch ein wenig Büroarbeit, gegen 22.30 Uhr kommen unsere Arbeiter rein, die heute ebenfalls eine Nachtschicht eingelegt haben, um die Baustellen urlaubssicher zu hinterlassen.

Um 23.00 Uhr erreicht uns eine email: Termin morgen gecancelt! Uff – und jetzt?

Wir überlegen eine Weile … Schweiz haben wir ja nun schon mal abgesagt, dann machen wir halt ein paar Tage Urlaub zu Zweit – haben wir uns ja auch irgendwie redlich verdient, und so beschließen wir, morgen in Richtung Tschechien aufzubrechen, was aber heißt: Jetzt noch Werkzeug im Bus aufräumen, Wasser auffüllen, allen möglichen Kruscht aus dem Buskeller entsorgen, Fressalien im vorgekühlten Kühlschrank verstauen und die Büroarbeit zum guten Schluss nur noch auf das Wesentlichste beschränken, den Rest via mobiles Büro in den Bus packen.

Es ist kurz vor 1.00 Uhr, als wir letztendlich ziemlich groggy ins Bett fallen und gleich schlafen … gut so, denn wir wollen Freitag morgen ja möglichst früh starten, wenn wir schon keinen betrieblichen Termin mehr haben.

Donnerstag, 15.08.2012

So, es ist 5.30 Uhr – Wir sind beide auf und relativ ausgeschlafen. Nach einem Kaffee und einer Morgencigarette, oder waren es zwei (?) packe ich unsere Taschen, derweil Christian seinen Laptop sucht … „Wo hat der sich nun wieder versteckt?“ … Er findet sich nach diversem Suchen wieder im T5 … „Und wo ist der Datenstick?“ … Na wo wohl … auch im T5 … Dann zieht sich Christian ein paar geschäftliche Dinge auf den Laptop, zumindest versucht er es, aber die Replikation schlägt fehl … Alles dauert … und dauert … und dauert …. aber da haben wir ja wenigstens noch Zeit dazu, um die Besteckschublade abzuhobeln und wieder einzusetzen.

Wie war das mit früh starten?

Es ist kurz vor 9.00 Uhr, als es endlich losgeht.

Wir befinden uns auf dem Weg zur Tankstelle, um den Bus für die Reise zu tränken, da fällt uns auf, dass wir die Busschlüssel zu Hause vergessen haben… oh … und den Ramazotti für gemütliche Tschechien-Abende … Also nach dem Tanken noch einmal zurück, letzter Check, ob auch wirklich alles dabei ist, dann geht’s tatsächlich los … Ich fasse es nicht … Wir sind unterwegs! Und was noch schöner ist … Wir sind kaum eingestiegen und gehen augenblicklich von 180 runter auf fast Null ! Vielen Dank, lieber Blauer, dass du uns immer schon in den ersten Kilometern entschleunigst und uns bereits auf der Fahrt ein Gefühl des Urlaubs schenkst.

LKWs, Joghurtbecher und PKWs rasen an uns vorüber, derweil wir mit schnittigen 75 km/h über die Autobahn fliegen.

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Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, eine funktionierende Elektrik, ein funktionstüchtiger Kühlschrank und ein geschweißter Fahrersitz, der nicht mehr bei jeder Gullyüberfahrt hin-und herschaukelt, dazu gute Laune, gute Musik – Herz, was willst du mehr …

Kurzer Zwischenrapport augenblicklich:

Es ist 12.00 Mittags – High Noon scho widda – wir befinden uns im Anflug auf Neuburg an der Donau … und noch ca. 330 km bis zum Tschechischen Buffalo.

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Nach diversen Cigarettenpausen und kaum zwei Butterbrezeln später sind wir gegen 17.30 Uhr in Plzen, wo wir uns unbedingt das Städtchen noch anschauen möchten, und so es tatsächlich zutrifft, wie es im Internet steht, dass an jeder Ecke ein Bankautomat steht, wollen wir zwingend noch Geld wechseln, damit wir uns wenigstens einen Eiskaffee genehmigen können … Oh ja, Eiskaffee … wir träumen schon den ganzen Tag davon 🙂

Das Busle stellen wir auf dem Hornbach-Baumarkt-Parkplatz ab, da stört es nicht und fällt kaum auf zwischen den Heimwerker-PKWs.

So, haben wir abgeschlossen? Alles verstaut? Dann können wir los.

Wie gut es tut, nach der langen Autofahrt endlich mal ein paar Meter zu laufen. Im ‚Großstadtdschungel‘ kämpfe ich mit der Überquerung der sechsspurigen Straße, derweil Christian ganz locker als Straßen-Dundee schon fast auf der anderen Seite ist. Aber warum die Fußgängerbrücke benutzen, wenn’s spannender geht.

Nach zwei Ecken sind wir tatsächlich schon fast auf dem Marktplatz, und bis jetzt haben wir noch keinen einzigen Geldautomaten, geschweige denn eine Bank gesehen. Kaum betreten wir jedoch den Platz, da fallen uns sogleich die Bankomaten direkt ins Auge, da sie doch tatsächlich an jedem dritten Haus zu finden sind. Also mal schnell Geld wechseln und im Eifer des Gefechtes und der Freude darüber, dass der Automat tatsächlich etwas ausspuckt, vergesse ich natürlich, dass ich die Größe der Scheine bestimmen könnte und lasse nur großes Geld raus … egal … müssen die Czech-Leuts halt schauen, wie sie wechseln können.

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Wir suchen uns ein nettes kleines Café, von dem aus wir die herrlich bunten Fassaden der alten, umliegenden Häuser bewundern können. Traumhaft sind sie und erinnern mich an ein richtiges Spielzeugdorf. Schade, dass es schon sehr dämmrig ist, denn von daher werden die Fotos nicht ganz so toll, wie ich es gerne hätte, zumal ich mich auch noch nicht so richtig mit der manuellen Belichtungsanzeige der neuen Cam auseinandergesetzt habe.

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Wie auch immer – wir sitzen hier und freuen uns auf einen schönen, großen, eiskalten Eiskaffee, doch was wir serviert bekommen, ist eine Kinderportion lauwarmen Kaffees, indem irgendwie das Eis zu fehlen scheint, bzw. ist es wahrscheinlich so, dass die Winzkugel Vanilleeis bereits auf dem Weg von der Küche zu unserem Tisch geschmolzen ist … na ja, besser als gar nix, aber der Renner war das nun wirklich nicht. Über den Preis können wir allerdings nicht meckern, das passt.

Irgendwann laufen wir in großem Bogen um den Marktplatz, nehmen hierbei ein paar Seitenstraßen mit, sehen einen herrlichen steinalten Autokran und nehmen diverse Speisekarten in Augenschein, da wir vor unserer Weiterfahrt wenigstens noch ein bisserl was essen möchten.

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Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für eine kleine Pizzeria (hatten wir nicht gestern erst eine Mitternachtspizza?!?) und lassen uns häuslich an einem hervorragenden Wackeltisch am Straßenrand nieder, was ein abenteuerliches Pizzaschneiden versprechen sollte, doch nach etwa einer Viertelstunde geben wir das Warten auf und betreten doch die urige Italo-Kneipe, da die offenbar etwas überlastete Bedienung sich keine Mühe macht, auch mal nach Außengästen zu schauen.

Nach weiterem Warten bringt uns die etwas abenteuerlich gekleidete junge Dame dann letztendlich dennoch zwei leckere Pizzen, und nachdem diese uns dann in einen bleiernen „Ich hab einen Stein im Magen“-Zustand versetzt haben, beschließen wir, den Rückweg zum Bus anzutreten.

Inzwischen ist es schon 23.00 Uhr, und wir wollen nur noch rasch einen Stell-Schlafplatz finden. Christian schlägt einen Supermarktparkplatz vor, aber schließlich weiß man ja nicht, wie die Tschechen das so akzeptieren. Beim Einsteigen stellen wir fest, dass unser Keller unter Wasser steht und unser kostbares Nass durch die Seitenklappe auf den Parkplatz rinnt. Augenblicklich sind wir jedoch nicht in der Stimmung, bei Nacht und Nebel noch nach dem undichten Wassertank zu schauen, also fahren wir aus der Plzener City raus und finden tatsächlich schon nach ein paar Kilometern eine Raststätte, auf deren Parkplatz wir Ruhe finden sollten.

Ich bin unglaublich müde – Christian angeblich noch nicht, und so ziehen wir uns noch einen alten Schimanski-Tatort rein, dessen Ende ich dann gegen später, bei unserer letzten Cigarette für diesen Abend, meinem – so wachen – Herzblatt erzählen darf, da dieses die letzte Viertelstunde verschnarcht hat … Den rinnenden Wassertank haben wir um diese Uhrzeit schon längst vergessen.

Freitag, 16.08.2012

Wir haben herrlich geschlafen. Gegen 7.30 Uhr fahren wir dann auch sofort wieder los. Frühstück gibt’s später, wenn wir irgendwo auf der Fahrt einen Bäcker finden, um frische Brötchen oder was auch immer zu kaufen.

In Prestice werden wir dann auch fündig, danach fahren wir noch wenige Kilometer, um letztendlich bei Svihov auf dem Zufahrtsweg eines abgemähten Getreidefeldes unsere Frühstückspause einzulegen. Bei der Einfahrt in diesen Weg rauscht ein Tscheche knapp und mit überhöhter Geschwindigkeit im Überholmanover an uns vorbei … haarscharf … aber unsere Schutzengel haben gut aufgepasst.

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Kaum steht der Bus, lässt Christian unser schönes Rest-Brauchwasser ab, gezwungenermaßen, da die neu angebrachten Flansche nicht dicht sind. Mist … und damit haben wir wieder eine Toilette ohne Wasser und das Duschen fällt auch flach. Allerdings ist dies alles nicht so tragisch, da wir ja eh auf einen Campingplatz fahren möchten.

Mit Kaffee und laschen Semmeln gestärkt, düsen wir dann weiter.

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Mit einigen wenigen Cigarettenpausen fahren wir über Klatovy und Hartmanice am Rande des Nationalparks entlang, Abenteuer pur, da schmale Straßen, hohe Geschwindigkeit (60 km/h) und Begegnungen mit Riesen-LKWs und Mähdreschern nicht zu vermeiden waren. In Volary halten wir erneut an, da wir auf die geniale Idee gekommen sind, unseren Eiskaffee selbst herzustellen. Also schnell Eis in Übermenge und nochmal Kaffee gekauft, dann geht’s weiter. Über Borova Lada fahren wir nach Horni Plana, wo wir noch einmal einen kurzen Halt machen, um große Gläser zu kaufen, da ich die Eiskaffeebecher zu Hause schlichtweg vergessen habe.

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Okay, Gläser gibt’s keine, aber dafür stabile Bierbecher, die tun’s auch.

Nach dieser letzten Unterbrechung sind wir nach weiteren 5 Minuten am Ziel angekommen.

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Auto-Camping-Platz Jenisov, direkt am Lipno-Stausee, 15.45 Uhr – Hurra – jetzt wird die Super-Entschleunigungsphase eingeleitet! Allerdings erst, nachdem das Busle steht (wir haben uns rotzfrech direkt vor den Sandstrand an’s Wasser gestellt, was ein Joghurtbecherfahrer absolut nicht fassen kann. Er steht mindestens eine halbe Stunde einfach nur mit offenem Mund da und hat schwer damit zu kämpfen, dass jetzt unser wunderschönes, lackabgeblättertes Schmuckstück ihm die Sicht auf das Wasser nimmt. Stört uns allerdings überhaupt nicht, und die meisten Leute finden den Blauen Klasse. Haben schon gleich einen Fanclub um uns herum. Auch ein Munderkinger findet den Weg zu uns, ja ja, die Welt ist klein.

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So, und da wir ja nun mal hier sind und uns die Klänge des campingplatzeigenen Restaurants anlocken, versuchen wir unser Glück mit einem weiteren Eiskaffee, doch auch hier leider nur eine lauwarme Brühe. Nächster Versuch ein Frappé, aber der ist auch nur genießbar, nachdem man ihn 5 Minuten mit dem Eiswürfel stehen lässt. Gut, wir sind kuriert … Eiskaffee in Tschechien ist gecancelt – wir machen ihn jetzt wirklich definitiv selbst.

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Nachdem wir eine Stunde auf der Restaurantterrasse relaxt haben, gehen wir wieder runter zu unserem Busle, stellen Tisch und Stühle auf, und derweil ich die traditionelle Spaghetti zubereite, räumt Christian den hinteren Teil des Busses aus und auf „Wozu gibt’s hier so schöne große Müllcontainer?“

Etwa eine halbe Stunde später geben wir uns dem kulinarischen Genuss der Nudels hin, derweil wir den herrlichen Blick auf den See und die ‚ungeritzte Landschaft‘ (worüber uns der Internettranslator bereits zu Hause schon informiert hat) genießen. Es ist wunderschön hier, traumhaft ruhig, und wir freuen uns unglaublich darüber, wenigstens ein paar Tage hier auszuspannen. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann einmal, für eine etwas längere Zeit hierher zu kommen.

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Gegen später, nach einem Pilsener Bier und einer Flasche rotem Alkohol-Frucht-Etwas beschließe ich zu duschen, doch wie es der Teufel will, die Duschen gehen nicht. Blöd, wenn man das erst bemerkt, wenn man drunter steht. Erst später sehe ich, dass es da einen Automat gibt, der 20 Kronen schluckt, damit die Rohre Wasser ausspucken. Okay, also wieder zurück – Geld mitnehmen – wieder hin, Münze reinstecken – geht immer noch nicht … vielleicht doch mal die Gebrauchsanweisung lesen … Aahhhhh … weiße Taste drücken! Jetzt funzt’s … Irgendwie hat mir das rote Gesöff nicht gut getan.

Einen Ramazotti später, hocken wir uns noch auf ein Filmchen vor die Glotze und fallen wieder gegen Mitternacht ins Bett.

Samstag, 17.08.2012

Boah wie??? Schon Samstag??? Na okay, wir sind ja gestern Abend erst angekommen, also haben wir zumindest mal noch 2-3 Tage, ehe wir uns wieder auf die Socken machen müssen. Und da ja noch sooo viel Zeit ist, denke ich da jetzt noch gar nicht drüber nach.

Wir stehen gegen 7.30 Uhr auf und genießen die unglaubliche Ruhe, die um diese Zeit noch auf dem Campingplatz herrscht. Die Leute aus dem umliegenden Wohnmobilen und Zelten, die ihren Abend an wunderschönen Lagerfeuern verbracht haben, liegen alle noch auf ihren Luftmatratzen und schlafen vermutlich ihren Rausch aus.

Ganz wenige Mutige gehen am frühen Morgen schon ins Wasser, und ich beschließe, ebenfalls baldmöglichst ein Bad zu nehmen. Schließlich kann ich ja nicht nur darüber lästern, wie lange jemand dazu braucht, bis er untertaucht … Bin gespannt, ob das Wasser tatsächlich kalt so kalt ist, wie es den Anschein hat, wenn man den Leuten zuschaut.

Doch jetzt erst mal draußen frühstücken!

Die Sonne hat augenblicklich schon eine immense Kraft, und es verspricht ein heißer Tag zu werden.

Christian holt Brötchen, ich mache Kaffee und koche Eier – mal schauen, ob sie dieses Mal die richtige Konsistenz bekommen 😉

Nach ausgiebigem Sonnengenuss machen wir nun doch den Schirm auf und freuen uns über ein wenig Schatten.

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Christian widmet sich bei eisgekühlter Cola (aus unserem NEUEN KÜHLSCHRANK) seinem Stern, und ich gehe zum Schwimmen … Es ist herrlich … wenn man drin ist, und ich muss ziemlich schnell drin sein, ansonsten darf ich nicht mehr lästern.

Also, Augen zu und rein ins kühle Nass! Aber so kühl ist es dann letztendlich doch nicht, und ich genieße diese Abkühlung total.

Inzwischen ist es 13.00 Uhr … Wir haben das erste Eis (aus unserem NEUEN KÜHLSCHRANK) hinter uns, das Tagebuch hier ist ebenfalls auf dem Laufenden, und somit kann der Tag weitergehen. Mal sehen, was er uns noch bringt. Was er bringt?!? … Endlich einen RICHTIGEN Eiskaffee ala Mich 🙂 , wobei die Bierbecher und die fehlenden langen Eiskaffeelöffel der Freude keinen Abbruch tun.

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Die umliegenden Campinggäste sind richtig neidisch und gucken nur noch … Vielleicht sollte ich Eiskaffeeverkäuferin auf den tschechischen Campingplätzen werden. Mal sehen … vielleicht wird der Saviem ja doch noch zum Eismobil 🙂

Bis 15.00 Uhr relaxen wir pur, lassen uns in der Sonne grillen und gehen schwimmen, also Christian grillt und ich schwimme … Er ist leider nicht dazu zu bewegen, in das doch ein wenig kühle Wasser zu gehen – ich würde jedoch niemals zugeben, dass es auch mich immer ein wenig Überwindung kostet, unterzutauchen … NIEMALS 😉

Eine halbe Stunde später machen wir uns auf, ins nahe gelegene Horni Plana zu marschieren. Okay … sooo nahe, wie vermutet, liegt das Städtchen nun auch wieder nicht, und schon nach der Hälfte der Strecke, einem wunderbarer Radweg an dem Bahngleis entlang, sind wir ziemlich groggy. Der Weg ist dreiviertels sonnendurchflutet – und es ist gnadenlos heiß an diesem Tag. Ab und an führt er auch bergauf, was uns unglaublich keuchen lässt, und die richtigen Schuhe haben wir beide auch nicht an. Schon nach der Halbzeit auf dem Hinweg habe ich mir drei wunderbare Blasen gelaufen, und auch Christians Fussohle macht sich bemerkbar.

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So humpeln wir, vorbei an der ‚Fröhlichen Kneipe‘ auf der Zielgeraden sozusagen direkt in ein kleines Restaurant, um unsere Blessuren wenigstens von innen mit einer – dieses Mal wirklich – kalten Cola und einem Radler zu kühlen. Danach schauen wir an einer verschlossenen Kirche vorbei, drehen eine Minirunde von maximal 10 Minuten, besorgen dann die für den Eiskaffee fehlenden Strohhalme, wobei wir die langen Löffel vergessen, sowie eine Fliegenklatsche, ehe wir mit unseren gigantischen Schätzen ins nächste Restaurant watscheln, um dort unser leckeres Abendessen einzunehmen.

Schweren Herzens und lädierten Fußes machen wir uns etwa eine Stunde später wieder auf den Heimweg und sind froh, dass sich unsere geschundenen Füße gegen 20.00 Uhr schuhlos vor dem Bus erholen dürfen.

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Dennoch war es ein klasse Spaziergang, auf dem wir unter anderem auch ganz besondere, neue, landschaftsgärtnermäßig interessante Gewächse kennenlernen durften, u.A. die äußerst seltene Betula pendula zebrae Berktoldii, kurz die gestreifte Zebresse, sprich Birken, an denen die Rinde streifenförmig abgeschält wurde, vermutlich durch die Abnahme diverser Schilder, die an ihr längere Zeit befestigt waren.

Und während wir den Abend bei einem Bier vor dem Busle ausklingen lassen, beobachten wir unsere Campingnachbarn, die verzweifelt ihre zweite Gabel suchen, damit sie sich die Spaghetti nicht um die Finger wickeln müssen. Na ja … haben wohl ihren ‚(K)Gabel-Plan‘ verlegt. Spartenpläne für Campingzubehör sollte man vielleicht so aufbewahren, damit man sie im Bedarfsfall auch findet, aber vermutlich liegt der Plan mit der zweiten Gabel zu Hause auf dem Billardtisch oder weiß der Geier wo …

Nach einer herrlichen Dusche beschließen wir, heute einmal früher ins Bett zu gehen, und schon wenige Minuten später falle ich in einen tiefen Schlummer, derweil Christian noch ein wenig liest.

Sonntag, 18.08.2012

Traumhafter Sonnenschein und ein etwas lädierter Rücken wecken uns um 7.00 Uhr. Einerseits bin ich noch müde, aber andererseits ist es herrlich, so früh am Morgen auf dem noch total stillen Campingplatz zu sitzen und auf den wundervollen See zu blicken.

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Ein, zwei Enten und ein großer, undefinierbarer Fisch ziehen hier leise ihre ersten Runden, die Sonne spiegelt sich glitzernd auf der nahezu ruhigen Wasseroberfläche, und in diesem Augenblick tut es mir richtig leid, dass wir morgen schon wieder abreisen müssen, aber hilft ja nix. Genießen wir also die herrliche Zeit, die uns hier noch bleibt.

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Christian holt Frühstück, danach bringe ich unser Tagebuch auf den neuesten Stand, während er sich mit der Reparatur des Scheibenwischers und dem Anschluss des Stromwandlers widmet.

Immer wieder fällt mein Blick auf den kleinen Sandstrand, der direkt vor uns liegt. So langsam trudeln ein paar Leute ein, auch die ersten Schwimmer waren schon im Wasser. Ich schätze, ich werde nicht allzu lange warten und mich dann auch, mal sehen, ob mit oder ohne mein Herzblatt, in die Fluten stürzen.

Christians Bus-Basteleien dauern doch etwas länger, als ich dachte, und so mache ich mich in front oft the blue bus an mein Manuskript, dessen Fertigstellung schon längst überfällig ist. Vielleicht schaffe ich es ja hier, in dieser wunderbaren sonnigen und relaxten Atmosphäre.

Ich schreibe und schreibe und habe letztendlich mein Seitenziel von 200 erreicht, bin aber dennoch noch nicht ganz fertig. Viel fehlt nicht mehr, aber jetzt … jetzt ist erst einmal Schwimmen angesagt.

Christian weigert sich vehemment dagegen, in die Fluten einzutauchen, geschweige denn, einen kleinen Zeh ins Wasser zu strecken. „Viel zu kalt,“ meint er, nachdem er dutzende Leute beobachtet hat, die genau bis zum Hinterteil – maximal – in den See laufen und dann in Gefrierstarre verharren. Ich weiß gar nicht, was die alle haben. Das Wasser ist herrlich, zwar ein bisserl frisch, aber nicht sooo kalt, als dass man nicht in einem Zug rein laufen und schwimmen könnte. Wie gesagt, ich würde niemals zugeben, dass … aber das hatten wir ja bereits …

Nach ewiglangen Bequatschungsversuchen werfe ich das Handtuch und gehe halt allein ins Wasser. Christian weiß gar nicht, was er versäumt. Aber immerhin verspricht er mir, dass wir morgen bei der Heimfahrt an irgendeinem See halten werden, wo er dann auch rein geht. Na ja … wer’s glaubt! 🙂

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Wie immer empfinde ich es im Wasser herrlich, und erfrischt bin ich im Anschluss bereit, mit meinem Herzblatt in das Campingplatz-Restaurant zum Abendessen zu gehen. Nach einer Stunde kehren wir zum Busle zurück und beschließen den Abend wieder mit der Glotze. Nachdem wir nach einem der blödesten Filme, die ich je gesehen habe noch immer nicht müde sind, ziehen wir uns noch einen alten Tatort rein, den dieses Mal jedoch ich nur zu zwei Drittel mitbekomme, ehe ich auf dem Sofa die Schnarche mache, genau so lange, bis die Titelmelodie des Abspannes zu hören ist. Jetzt nur noch ein Umsiedeln ins Bett, und weg bin ich …

Montag, 19.08.2013

Wir haben relativ lange geschlafen und stehen gegen 9.00 Uhr auf. Mann, hab isch heute Rücken … Christian möchte seine Morgencigi rauchen, rutscht jedoch vorne im Bus aus und verstaucht sich den Knöchel … Hoffentlich schmerzt es nicht allzu sehr, da wir ja vorhaben, in Passau noch spazieren zu gehen.

Jetzt jedoch gibt’s erst einmal, wie an jedem Morgen, ein leckeres Frühstück, dann packen wir zusammen … Ist ja wirklich ein Vorteil mit dem Bus. Im Grunde genommen ist ja sowieso alles drin, und somit heißt es eigentlich nur rasch aufräumen, Campingmöbel in den Keller, nochmal Öl kontrollieren – unsere Stellgebühren hat Christian heute morgen schon berappt -, und so verabschieden wir uns mit der sonoren Bushupe von allen, die uns kennen und mögen oder nicht kennen und auch nicht mögen und machen uns auf die Socken. Nachdem wir uns an der Grenze noch mit billigen Cigaretten eingedeckt haben (man weiß ja nie, wann man Chris, der ja eigentlich nicht raucht, mal wieder begegnet) und unser neues Bustier (Betonung liegt auf TIER) – Schlangi 2 – erworben haben, düsen wir weiter in Richtung Passau, das wir stressfrei gegen 13.00 Uhr erreichen.

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Es regnet schon eine ganze Weile, als wir den Bus auf einem außerhalb gelegenen Womo-Stellplatz abstellen und uns auf die Socken machen, selbstverständlich ohne Schirm, denn erstens haben wir keinen dabei, zweitens muss das Wetter doch einfach besser werden, wenn wir beide unterwegs sind, und drittens ist es ja eh nicht weit in die Innenstadt J

Pustekuchen … wir laufen länger, als geplant bei immer stärker werdendem Regen, kommen an zwei Wohnmobilstellplätzen vorbei, die wesentlich näher an der Innenstadt liegen, als der unsrige, dann schlappen wir Richtung Altstadt, da ich mich dort bei unserem letzten Passaubesuch in einen mundgeblasenen Drachen verguckt habe, den ich heute unbedingt mitnehmen möchte. Beim letzten Mal war dies leider nicht möglich, weil da der Laden schon geschlossen hatte.

Solange Christian gerade läuft, hat er mit seinem Fußgelenk keine Probleme. Sobald er den Fuß jedoch ein wenig dreht, dann tut’s weh. Also, eher mal jetzt ein wenig langsamer durch die Gegend schlappen … ach ja, und der Magen meldet sich auch so langsam – Ist jetzt ja auch schon wieder fast 15.30 Uhr.

Somit schnell den Hunger mit einer Kleinigkeit bekämpfen, nachdem der Drache bruchsicher im Kästchen verstaut und gekauft ist, dann die Überlegung, wie wir am Schnellsten wieder zurück zum Bus kommen. In Passau regnet es sich komplett ein und gießt mittlerweile ganz schön. Also rasch zum Müller rein und einen bunten Busschirm gekauft. Eigentlich völlig sinnlos, da wir ja eh schon klatschnass sind, aber Schirm gibt einem zumindest mal ein gutes Gefühl, und wenigstens weicht dann die Schachtel mit dem Drachen nicht auf.

Christians Schritte werden immer länger und schneller – das Gelenk hat sich im Regen wohl wieder ganz gut erholt – , ich rutsche in meinen Trekkingsandalen schwimmenderweise ziemlich hin und her und kann leider nicht mehr so richtig Schritt halten … Also Tempo zurückfahren – wir haben heute eh keinen Termin mehr.

Nass und froh, dass wir es endlich geschafft haben, fahren wir gegen 17.00 Uhr weiter nach Marktl – nee, den Ex-Papst treffen wir nicht – und stellen uns dort auf den Parkplatz eines netten kleinen Erholungsgebietes, nahe eines Badesees.

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Christian läuft gleich mal los, um zu erkunden, wie warm/kalt das Wasser ist und meint dann: „Super warm! Na klar gehe ich da nachher rein!“

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Es ist kurz vor 21.00 Uhr, draußen ist es durch den Regen schon etwas kühl, da schnappt sich mein Herzblatt sein Handtuch und rauscht ab. WIE JETZT? Er geht tatsächlich zum Schwimmen? DAS muss ich sehen! Bis ich meinen Badeanzug angezogen, und den Bus abgesperrt habe, kommt er mir schon wieder entgegen. Ich glaube ihm kein Wort, dass er im Wasser war, also darf er mit mir nochmal mitgehen, und während ich mir den Allerwertesten abfriere, taucht er schon unter … Ich fasse es nicht … Da hätte er auch gestern in den Moldau-Stausee gehen können 😉

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Wie auch immer … Aus hygienischen Gründen füttern wir die Wasservögel nicht, um sie nicht zu verunreinigen, aber die scheinen eh schon das Weite gesucht haben, als sie uns kommen sahen. Wir können jedenfalls nichts Entenähnliches entdecken, lediglich zwei Kühe gibt es in nächster Nähe – Nein, keine Seekühe …

Wieder zurück schreibe ich noch ein wenig am Tagebuch, derweil Christian sich in Bezug auf das Busforum auf’s Laufende bringt.

Endlich hat es aufgehört zu regnen, und wir sind guter Dinge, dass wir morgen trocken unseren restlichen Weg nach Hause antreten können.

Dienstag, 20.08.2012

Haben lange geschlafen und ausgiebig gefrühstückt, danach sind wir noch einmal zum See rüber gelaufen und haben wenigstens ein paar Bilder gemacht, ehe wir uns aufmachen, um in’s Städtle Marktl zu fahren, sofern ich Christians Vampirismus überlebe. Es ist 11.00 Uhr … hhmm, schlagen die Graf Dracuquarks nicht erst gegen Mitternacht zu? Hat Chris Dracu wohl die Zeit verschnarcht und versucht sein Glück nun halt am späten Vormittag 😉

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Okay, Marktl hat ein prima Parkleitsystem, sodass wir problemlos zum Busterminal finden, um dort umzudrehen, denn wir haben festgestellt, dass die Marktfrauen von Markt Marktl heute wohl noch schlafen, und ‚Wir sind auch nicht Papst‘, somit Adieu Marktgemeinde, an eurem See war’s klasse, aber ansonsten machen wir jetzt die Fliege in die grobe Richtung München. Mal schauen, wohin wir eventuell noch einen Abstecher machen.

Nachdem das Wetter heute morgen noch etwas bedeckt war, wird es jetzt, interessanterweise, immer schöner und sonniger, je näher wir unserer Heimat kommen. München durchqueren wir schon bei strahlendem Sonnenschein, zwar noch ein paar Wolken dazwischen, aber nichts deutet auf baldigen Regen hin. Gut so, denn wenn wir wieder zu Hause sind, wollen wir unseren Resturlaub noch der Restauration unseres Busles widmen, und hierfür benötigen wir definitiv schönes Wetter.

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Sogar ein Wolkenherz wird uns noch geschenkt:

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Um 13.30 Uhr machen wir nach München eine kurze Pause, und Christian stellt fest, dass er nach der ‚vielen Rumhockerei‘ schon wieder voller Tatendrang ist. Am Liebsten würde er heute noch, nach unserer Rückkehr, den Bus auseinander nehmen. Na, wollen mal sehen – zuzutrauen wäre es ihm J Aber jetzt sind wir erst mal noch unterwegs.

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Auf den letzten Metern bringe ich noch dieses Tagebuch auf den neuesten Stand und kriege fast die Krise, als Christian während dem Fahren mein Schreiben fotografisch dokumentiert. Da hilft jedoch kein Schimpfen, kein Zurücklehnen, kein blöd Gucken … Er macht tatsächlich ein Bild …

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Sooo … Es ist 15.15 Uhr, und wir befinden uns im Landeanflug auf Dettingen, Welt, du hast uns wieder.

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Nach diesen wenigen, aber dennoch wunderschönen Tagen in trauter Zweisamkeit kehren wir wieder in die Zivilisation zurück, erholt im Ruckzuck-Verfahren, gestärkt durch diese kurze Auszeit in Tschechien, die ich nicht missen möchte.

Vielen Dank, lieber Christian, für diese herrlichen Tage mit dir, vielen Dank, liebes Busle, dass du uns treu und brav mit Christians Hilfe sicher durch die 1000 km wieder nach Hause gebracht hast, und herzlichen Dank auch an Petrus, der uns wettermäßig wohl gesonnen war.

Alles in allem hatten wir einen wunderbaren Kurzurlaub, der unbedingt nach Wiederholung schreit, doch dies wird vermutlich erst wieder im nächsten Jahr möglich sein.

So, und wir sind kaum 10 Minuten zu Hause, haben kaum einen Kaffee ausgetrunken, da läuft mein Herzblatt bereits mit der Werkzeugkiste nach draußen. Die Teil-Demontage des Blauen beginnt, noch ehe der Motor von der Urlaubsfahrt richtig abgekühlt ist … aber das ist wieder eine andere Geschichte 🙂

Vorschau:

SO sieht unser Busle bereits eine halbe Stunde nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub aus, und NEIN, die Tschechen haben ihn nicht auseinander genommen … 😉

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Gefahrene Kilometer: 1033

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2 Kommentare zu Der Blaue – Urlaub in Tschechien 15.08. – 20.08.2013

  1. Chris sagt:

    Oh mann, Eure Elektrik.
    Ich wollt ja auch noch mal nach Dauersicherungen für Euch schauen. Mea Culpa! Hol ich noch nach auf jeden Fall.
    Aber trotz aller Wirrungen ein toller Bericht von einer tollen Tour in eine tolle Gegend!!

    Wir sehen uns in 2 Wochen!

  2. Gabi sagt:

    Hat alles Zeit 🙂 Jetzt erst mal Urlaub genießen 🙂 Unserer ist leider vorüber – morgen geht der Arbeitsalltag wieder los …

    Bis bald

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