Öfter mal was Neues – Start in die Saison 2014

Es war schon länger geplant, dass Christian sich mit alten Freunden in Schwabsoien treffen wollte, und zwar am 18.01.2014, einem Samstag, um mit ca. 80 Leuten (oder waren es 81?) ein feucht-fröhliches Wiedersehen, bzw. – Kennenlernen zu begehen. Was für eine herrliche Möglichkeit, hiermit auch die Bussaison 2014 einzuläuten, sofern die Straßen einigermaßen schnee- und salzfrei sein würden und der Winter möglichst ebenfalls in weiter Ferne liegen würde …

Einzigstes Handicap war um diese Jahreszeit natürlich wieder einmal eine fehlende Heizung, doch da wir schon durch das Andechser KAT-Treffen im letzten Jahr mehr als genügend kälteerprobt sind, machte uns der Gedanke an eine etwas frischere Nacht nicht wirklich Angst.

„Aber schee wär’s scho, wenn’s bisserl wärmer wär,“ meinte mein Herzblatt dennoch irgendwann, so ca. 14 Tage vor besagtem Männerabend und beschloss, mit der bordeauxvioletten Aubergine kurzerhand zu unserem Campingspezialisten zwecks kurzfristigem Einbau einer Heizung zu fahren. Ist ja nicht so, dass wir zu Hause keine rumliegen hätten 😉 Dieser gab ihm den Tip, eine spezielle Heizung (natürlich ganz was anderes, als wir vorrätig hatten), günstig über z. B. 1-2-3-etc. zu erwerben. Fragte mich jetzt nicht, wie das Teil heißt, war für mich auch nicht weiter wichtig … Hauptsache warm, wenn’s drauf ankommt 😉 Hätte den Vorteil, dass es da noch Ersatzteile gäbe, wenn ich dies richtig verstanden habe.

Christian hat’s dann in 4-5-6 etc. auch aufgetan, und jetzt stellte sich nur noch die Frage, ob das Teil auch rechtzeitig geliefert werden würde, damit man es noch zeitnah einbauen könnte, um der nächtlichen Kälte Mitte Januar zu trotzen.

Um nicht ganz tatenlos auf die Heizung zu warten, beschloss der beste Mann von allen, damit zu beginnen, die Elektrik zu erneuern. Also erst mal das Busle wieder nach Hause holen 🙂

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Das hieß also: Diverse Leerrohre und Kabel frisch verlegen, hierzu ein paar neue Löcher bohren, Sitzbänke und Schränke, wie auch Buskeller komplett ausräumen, … oh ja, und wenn möglich auch gleich noch Wasser-, Schwarzwasser- und Grauwassertank zu versetzen, um Platz zu schaffen für was auch immer … Also am Besten gleich mal mehrere Baustellen auf einmal zu beginnen:

Chaos im Bus: Erst alles aus den Schränken mal eben auf Spüle und Bett verteilen

Chaos um den Bus: Campingstühle, Tische, Grill und was man sonst noch so alles an Kleinkram im Keller mit sich herumschleppt, bzw. herumfährt, mal schnell im Vorbau des Hauses deponieren und somit für liebsame und unliebsame Besucher die Haustür blockieren

Chaos in unserem Besprechungszimmer: Kabel, Leerrohre, Dieselheizungen, Wasserpumpen, Werkzeug, etc., quer über Tisch und Boden verteilt, hinzu noch die Billard-Tischblockade durch weitere Kabel und Leerrohre, die in sich verschlungen auf Entwirrung warteten. Kurzum: Kabelsalat ohne Ende.

… Tja, und das blieb dann auch erst mal ein paar Tage so mit mehr oder weniger arbeitsreichen Bus-Bastelstunden, da zwischendrin der Betrieb ja ebenfalls weiterlaufen musste. Arg hilfreich war ich in dieser Zeit ebenfalls nicht, da mir ein übler Magen-Darm-Virus zu schaffen machte, der mich ziemlich nieder raffte und ich somit mehr Zeit im Bett, als im Bus verbracht habe.

Aber kommen wir zum Wesentlichen:

Mit der Elektrik hat sich dann doch nicht all zuviel getan – war einfach keine Zeit dazu, aber – ein Lichtblick – die Heizung wurde am Mittwoch, den 15.01.2014 tatsächlich geliefert, und so fuhren wir 17., dem Freitag vor dem Männerabend, wieder zu unserem Heizungsspezialisten, um das Teil einbauen zu lassen.

Er machte sich auch sofort ans Werk, und guter Dinge bereitete er in akribischer Kleinarbeit alles vor. Oh … einen Kamin müssen wir wieder in die Buswand schneiden, dort, wo bereits früher der Auslass bestand … Aber leider wurde DER damals zugeschweisst mit einer mindestens 3 mm dicken Metallplatte. Okay, macht ja nix, wozu gibts eine Rundfräse (?), Dosenfräse für Metall (?) Ach, was weiß ich, wie dieses Teil heißt, Hauptsache, das Ding ist existent und wir haben nachher ein Loch in der Buswand 🙂 … Hhmm, okay, Voraussetzung natürlich, dass der Durchmesser passt …, und der passte natürlich nicht! Fräse zu klein. Was hieß: „Ich hätte da noch eine ganz blöde Arbeit – hi hi – wenn du gerade nix zu tun hast, dann könntest du mal Loch an Loch bohren, bis der Kreis sozusagen fast ausgestanzt ist – hi hi – macht auch nix, wenn die Bohrer abbrechen, ist mir vorhin auch schon passiert, ich hab genug, und deswegen kostet es auch nicht mehr – hi hi“ 😉 Okayyyy … dann mal los … und mit dieser dicken Mistplatte brechen tatsächlich ein paar Bohrer ab.

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Dann Akku von Akkuschrauber alle – nächster Akku – zwei Löcher weiter: Akku leer – nächster Akku: „Keine Ahnung, wie lange der hält – hi hi – hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel!“ Hhmm – Versuch gestartet, nix geht mehr – „Magst einen Kaffee? Kostet auch nich mehr, hi hi.“ Also jetzt erst mal warten, bis Akku 1 wieder einsatzbereit. Derweil basteln wir uns in der Nacht eine Bus-Sonnenuhr 🙂

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Währenddessen werkelt unser Freund noch innerhalb der vorderen Sitzbank, wo die Heizung eingebaut werden soll.

Irgendwann kommt er dann raus und holt seine Flex. „Wir machen den Kamin jetzt etwas radikaler raus!“, sagt er und legt los. Die Funken sprühen und ich schwitze Blut und Wasser, dass bei dieser Aktion nicht womöglich unsere Isolierung abgefackelt wird, die im Ansatz so manches Mal verdächtig glüht.

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Mein Herzblatt beobachtet das sicherheitshalber mal von innen, aber – Glück gehabt – nix verkohlt und irgendwann, nach brachialer Gewalt, kann der Kaminkreis aus dem Blech gehebelt werden.

Freude! Jetzt steht dem Heizungseinbau nichts mehr im Weg, und vor unserem Geistigen Auge sehen wir uns schon am nächsten Tag schwitzenderweise nach Schwabsoien fahren, ich dann am Abend und die halbe Nacht durch im T-Shirt im heizungswarmen Bus mein Manuskript bearbeiten, derweil Christian sich mit seinen Freunden amüsiert … Haachhh, das wird superrrrrrrrrrrr …

Pfeifendeckel ………. träum weiter von Wärme und flieg in den Süden ………..

Unser Freund packt die Heizung aus, schließt sie an, für den Bruchteil einer Sekunde springt sie an, dann Aus die Maus, … und das war’s. Keine Chance darauf, das Teil wiederzubeleben.

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„Das ist ein Murcksteil! Defekt! Schick’s zurück!“, meint Spezialiste, und wir tun ihm unendlich Leid, in Anbetracht dessen, dass wir nun doch wieder in einem Gefrierschrank auf Reisen gehen müssen.

Letztendlich lassen wir ihn die gleiche Heizung, allerdings neu, bestellen und bekommen sie zu seinem Einkaufspreis … wir müssen ihm schon richtig Leid getan haben …, und so sollte, ca. 1 Woche später, das Neuteil im Bus verbaut werden, was uns allerdings in akuter Kälte jetzt nicht viel weiter brachte.

Wie auch immer … Wir fuhren wieder nach Hause, bestückten die Aubergine mit nur den allernötigsten Dinge, die wir am nächsten Tag benötigen würden und freuten uns dennoch auf unsere erste Ausfahrt … so schlimm würde das mit der Kälte sicherlich nicht werden …

Am Abend lästerten wir noch fröhlich ab: „Wir nehmen uns jetzt einfach vor, gegen 12.00 Uhr mittags zu fahren, dann werden wir schon um 14.00 Uhr loskommen, um rechtzeitig vorort zu sein und vorher noch Schwiegermama einen Besuch abzustatten.

Dann, am 18. morgens überprüft Christian noch einmal die Elektrik und siehe da … 12 Volt-Anlage funktioniert mal wieder nicht … Hatten wir das nicht schon mal? … Okay, ein paar Mal hin- und herwackeln an den Kabeln am Panel, und – ach, wie schön – Elektrik wieder einsatzfähig 🙂 Keine halbe Stunde später stellt Christian fest: „Elektrik lässt sich nicht mehr abschalten!“ Keine Ahnung, warum, aber besser, sie geht, als dass sie nicht geht, oder? Jedenfalls baut mein Herzblatt die Wasserpumpen wieder ein – braucht man ja schließlich, und wenn’s nur für die Toilette ist … und … Test … Test …………. Te-est ……………………… Zerhacker geht nicht ……… Kommt irgendwie kein Strom durch – steht irgendwer auf der Leitung? Knoten im Kabel? Einerseits lachen wir uns kringelig, denn irgendwie streikt unsere Toilette fast jedes Mal, wenn wir auf Tour gehen wollen. Wie auch immer – Christian klemmt die Toilettenelektrik um, koppelt sie irgendwie mit den Lampen, und wenigstens funktioniert jetzt der Zerhacker… Nochmal Test … Klappe am WC öffnet sich nicht, und mit unseren vielen Tests gibt’s jetzt fast ’ne Überschwemmung, weil nix mehr abfließt. Christian weiß jedoch schnell Rat. Hatte er doch den Schlauch zum Tank gewechselt, der jetzt etwas länger ist, als der alte und an der Buskellerklappe ansteht. Somit geht nix mit Abfließen. Busklappe auf, und alles ist gut … Okay … provisorisch auf die Schnelle tut’s uns das so … Müssen wir halt vor der nächsten Fahrt so richten, dass es passt. Jetzt ist dafür keine Zeit mehr. Sind mittlerweile eh schon spät dran.

Es ist knapp nach 15.00 Uhr, als wir starten. Wie immer passt unser Zeitplan hinten und vorne nicht.

Da es schon auf den ersten Metern recht fröstelig ist, kommen wir auf den Gedanken, unseren 700 Watt Heizkörper vorne einzustecken, damit uns wenigstens bei der Fahrt ein bisserl warm wird, aber das geben wir ganz schnell wieder auf, denn erstens gibt der Heizer so gut wie keine Wärme ab, und zweitens sind wir mit unserer Ampere-Leistung ganz schnell horrend im Minusbereich, was uns – auch während der Fahrt – die Batterien völlig leer saugen würde. Ergo: Die gute alte Steppjacke rausziehen und einen auf voll cool machen! Wir sind ja schließlich nicht aus Marzipan und ein bisserl Fresh hat noch niemandem geschadet … erspart das Lifting …

Als wir gegen 17.00 Uhr – ohne Schwiegermama-Besuch – am Ziel ankommen, sind wir bereits völlig durchgefroren und hoffen jetzt nur noch darauf, dass wir die Möglichkeit haben, aus irgendeiner Steckdose Strom zu ziehen, um den Heizkörper dann wenigstens – und mit höherer Wattzahl – benützen zu können. Uns zur Freude ist dies für den Vermieter des Festsaales überhaupt kein Thema, und so können wir schon bald die heimelige Wärme … ach, vergesst es! … Es war schon dunkel, und Christian musste den Bus nochmal an eine andere Stelle umsetzen, damit die Steckdose erreichbar sein würde. Hierbei hat er das Fahrerfenster runtergekurbelt und vergessen, es wieder zu schließen … Also, wie gesagt, es war Nacht, ich war sowieso durchgefroren, hatte im hinteren Busbereich die Heizung laufen, die Steppjacke an und wunderte mich, warum es erst nach etwa 4 Stunden etwas überschlagen im Bus wurde. Habe nicht geschnallt, dass vorne das Fenster offen war, na ja, und was soll ich sagen … Irgendwann dann gegen morgens – kurz vor 4.00 Uhr, als Christian müde des Feierns war, kam er in den Bus und meinte nur: „Ich hab dann vorne mal das Fenster zu gemacht, wenn’s recht ist …“ AAAAAAAAAAArrrrrrrrrrggggggghhhhhhhhhhhh … Zu spät, aber immerhin haben wir des Nachts nicht mehr gefroren.

Am nächsten Tag wurde dann gegen 8.00 Uhr der Stecker gezogen (das hatten wir so vereinbart), und gegen 10.15 Uhr sind wir dann zur Schwiegermama aufgebrochen. Inzwischen war es im Bus wieder kalt und wir waren froh, uns aufwärmen zu können, ehe wir die knapp 2-stündige Bibber-Fahrt wieder nach Hause antraten.

Total durchgefroren, aber happy ob unserer ersten Busfahrt im neuen Jahr, kamen wir an, und nun ist schon wieder eine Woche vergangen. Morgen wird die neue Heizung eingebaut, und so Gott will, funktioniert diese dann auch, und wenn Gott immer noch will und unsere Zeit es zulässt, werden wir vielleicht am Wochenende unsere 1. Heizungs-Test-Fahrt unternehmen. Wohin? Wissen wir noch nicht. Ist ja auch egal … Hauptsache, es ist warm 🙂

So, und vielleicht schreibt Christian hier auch noch was hinzu, so ein paar technische Einzelheiten bzgl. Heizung, Elektrik oder was auch immer, also sprich von all dem, von dem ICH keine Ahnung habe, und was ich nur laienhaft erwähnt habe 😉

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8 Kommentare zu Öfter mal was Neues – Start in die Saison 2014

  1. Stuebi sagt:

    Hut ab… meine bessere hälfte hätte mir was gehustet, so ohne Heizung.

    Es gibt eben so ein paar Dinge, die müssen funktionieren! Da gehört das Klo und die Heizung dazu!

    • Gabi sagt:

      Hach ja, mit warmen Gedanken geht’s schon auch mal ohne Heizung, aber warme Gedanken helfen nicht so sehr, wenn der Zerhacker nicht funktioniert 😉 Aber was soll’s … Mit dem Bus unterwegs zu sein, macht immer Spaß, auch wenn wenn immer mal wieder irgendetwas anderes streikt. Es ist und bleibt halt ein Abenteuer, und wenn immer und alles funktionieren würde, wär’s ja langweilig 😉 😉 😉

      • Stuebi sagt:

        Kaputte Heizung hatten wir auch schon im Urlaub (mehrfach)
        Und im letzten Urlaub hat das nagelneue Klo nicht abgepumpt….
        Und der neu Kühlschrank hatte auch mucken.
        Aber es reicht ja, wenns einmal passiert (jeweils)

  2. Gabi sagt:

    😀 Ein Mal würde wahrlich reichen, aber vermutlich wird uns das immer wieder mal passieren. Also wozu aufregen 😉

  3. Spiegelzerstörer sagt:

    Also ihr zwei seid ja echt die Härtersten 😉
    Macht ihr nun auch noch Überlebenstrainig im Bus grins

    Klasse Bericht, erinnert mich an meine Zeit wo ich 3 Jahre im Bus lebte ohne Heizung.

    Toi toi ihr seid Spitze

    • Gabi sagt:

      Hihi … Überlebenstraining hatten wir mittlerweile schon öfter 😉 Das passt schon 🙂 Vermutlich werden wir uns wie im subtropischen Urwald fühlen, wenn die Heizung das erste Mal wirklich angeschaltet wird 😀

  4. Hofmann Tirdad sagt:

    Hallo erstmal , sehr angenehme Truppe:)
    wir haben uns einen Nostalgischen 302 Bus aus dem Jahre 1972 zugelegt und würde gerne es umbauen für ca 10-12 Personen und Küchen , Betten ,Düsche und ect.. allerdings möchte wir als aller erstens die gesamte Technik erneuern und würde gerne auch versuchen etwas neuer Model von Motor Bremsanlage und Lenksysteme einbauen wenn es möglich sei??
    Da unsre truppe im Iran sitzt und dort Vorort diese umgebaute Bus als eine Türe Bus für Nostalgischen und
    Sehens wetten Reisen Kommerziell benützt werden soll möchten wir es Technisch so weit wie es geht auf der Neuesten stand der techn ik setzen.desweitern möchte ich dazu fügen das dürch meinen Bruf als solar Ingenieur werden wir ebenfalls sehr vieles wir Kälte und wärme so weit es die Last und Zulassungen uns erlauben auf solar gehen.für uns ist wichtig von Leute wie Sie tipps und Erfahrungen zu profitieren.
    Ich werde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Mit freundlichen grüss
    Tirdad Hofmann Maleki

    • Gabi sagt:

      Hallo,
      herzlichen Dank für Ihren Kommentar zu unserem Beitrag. Wenn Sie Tipps und Erfahrungen zum Busausbau suchen, verweisen wir hier auf nachfolgende Seite: http://www.wohnbusse.eu Dort können Sie Ihre Fragen stellen und sicherlich auch diverse Antworten bekommen, die Ihnen beim Ausbau weiterhelfen.
      Schöne Grüße
      Gabi

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