Deutschland-Tour – Von der Iller an die Ems – 28.1. bis 2.2.2015

Nach einer doch noch sehr hektischen Endphase bei der Fertigstellung und des Druckes meines Buches „Faszination Schwimmteich“ geht es ab heute auf Vortrags- und Buchvorstellungstour durch Deutschland.

Mein erstes Vortragswochenende wird in Lingen an der Ems sein. Für meinen ersten „Fahrtag“ habe ich mir stressfreie 420 km, also rund 7 bis 8 Stunden, inclusive Pausen, vorgenommen. Geplante Abfahrt um 11.00 Uhr, sodass ich spätestens um 19.00 Uhr in Kassel bin. Aber wie üblich, komme ich natürlich erst gegen 14.00 Uhr vom Hof.

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Bis kurz vor Kassel ist alles im „grünen Bereich“. Dann plötzlich starker Schneefall und eine spiegelglatte Autobahn. Wenn bei meiner Motorisierung die Hinterräder an den Autobahnsteigungen beim Gasgeben durchdrehen, ist tatsächlich Vorsicht angesagt.

Bei Kassel wechsle ich noch von der A7 auf die A44 und fahre den Wohnmobilstellplatz am Parkstadion in Baunatal (GPS: N 51°15’27“ E 09°23’55“) an. Leider hält der Stellplatz nicht, was er im Internet verspricht. Dass die Ver- und Entsorgung um diese Jahreszeit außer Betrieb ist, dafür habe ich Verständnis. Diese Notwendigkeit habe ich auch nicht. Auf den Wiesen-Stellplatz fahre ich nicht, weil er so durchnässt ist, dass ich diesen ohne fremder Hilfe niemals wieder verlassen könnte. Die einzige Stromsäule, die für mich durch eine Hecke hindurch erreichbar ist, frisst zwar meine „Fuffziger“, spuckt aber weder Strom, noch das Geld wieder aus. Na, dann eben nicht.

Standheizung an, und ab ins Bett!

Heute morgen mache ich mich bei -5 Grad auf den Weg, um die restlichen 270 km nach Lingen hinter mich zu bringen. Bis Mittag möchte ich gerne vor Ort sein.

Aber denkste! Es kommt ja meistens anders – vor allem als man denkt.

„Komplettsperrung der A33 kurz vor Paderborn wegen eines Unfalles“ vernehme ich aus dem Radio. Also bei Diemelstadt von der A44 runter, um irgendwo hinter Paderborn auf die A33 wieder drauf zufahren. So zumindest der Plan. Es ist eine ganz interessante Fahrt. Die Fahrbahn ist meist trocken und gut zu befahren. Auf Anhöhen und in beschatteten Bereichen ist es jedoch jeweils von einem Meter zum anderen spiegelglatt. Winterdienstfahrzeuge scheint es hier nicht zu geben, zumindest halten sie es nicht für notwendig, wegen dem „bisschen Glätte“ auszurücken.

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Das bringt offensichtlich auch mein Navi so aus dem Konzept, dass es die Notwendigkeit, mich auf die Autobahn zurückzuführen, nicht erkennt und mich im teilweise heftigen Schneesturm auf Landstraßen über Detmold, Bad Salzuflen, Melle und Osnabrück nach Lingen führt.

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An den Emslandhallen angekommen, verbringe ich die erste Nacht auf dem Aussteller-Parkplatz, noch nicht wissend, dass die Tore von der Security um 20.00 Uhr geschlossen werden. Hier kommt man nicht mal mehr zu Fuß, geschweige denn mit Fahrzeug raus. Ich muss den Platz zwar abends nicht verlassen, aber so ein Knast-WoMo-Stellplatz ist auch nicht das, was ich mir vorstelle. Auch elektrischer Strom scheint hier in Lingen etwas Besonderes zu sein, denn anders kann ich mir nicht erklären, warum die Messeleitung sich eine zu meinem Bus verlängerte Steckdose für 3 Nächte mit 150 Euro vergüten lassen möchte.  Am nächsten Abend verlege ich mein „Nachtlager“ deshalb auf den Wohnmobilstellplatz am Freizeitbad Linus (GPS: 52.516550, 7.306630)

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Sonntag Abend geht’s dann nach Düsseldorf. Ich starte frühzeitig, um nach der Tankpause schnell die 170 km hinter mich zu bringen, da ich um 22.30 Uhr den Nachtzug von Düsseldorf bzw. Köln nach Ulm gerne noch erreichen möchte. Außerdem weiß ich, dass mich „Düsseldorf“ zeitlich noch etwas aufhalten wird, da ich mit meinem Fahrzeug offiziell nicht vor Mittwoch aufs abgeschlossene Böhler-Areal darf. Den Bus aber unbeaufsichtigt auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen, scheidet für mich definitiv aus. Die Lösung zu diesem Problem suche ich dann besser vor Ort.

Die Strecke nach Düsseldorf bringe ich sehr schnell hinter mich. Es hat was, wenn alles „flach“ ist, zumindest mit dem „kleinen“ Motor und wenn man es eilig hat, das muss ich zugeben. Nichts desto trotz ist es bei meiner Ankunft in Düsseldorf bereits 21.30 Uhr. Den Bus zu platzieren und mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof, das Ganze innerhalb einer Stunde, ist also kaum mehr zu schaffen. Jedenfalls gelingt es mir innerhalb einer Viertelstunde die Dame an der Nachtwache davon zu überzeugen, dass unsere Aubergine auf keinen Fall außerhalb des Geländes geparkt werden sollte. Sie darf es zwar offiziell nicht genehmigen, aber wenn ich ungesehen aufs Gelände fahren würde, während sie gerade mal … ohne dass sie es deswegen mitbekommen konnte … 🙂 . Und was soll ich sagen, diese Situation tritt zufällig tatsächlich ein….. 🙂 .

Die Aubergine schnell geparkt und mit meiner Reisetasche zur U-Bahn-Haltestelle.

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Vor lauter „lass- mich-auch-mit“ steige ich natürlich erstmal in die falsche Richtung ein. An der nächsten Haltestelle wieder raus und auf die Bahn in Richtung Hauptbahnhof warten, welche um diese Uhrzeit natürlich nur noch jede halbe Stunde fährt. Jetzt ist eigentlich klar, dass ich meinen Nachtzug nicht mehr erreichen werde, aber in Düsseldorf im Bus übernachten möchte ich auch nicht, um nicht Gefahr zu laufen, am nächsten Morgen doch noch das Gelände verlassen zu müssen. Gabi schaut unter Bahn.de und stellt fest, dass der nächste Zug erst um halb drei fährt, wobei ich in Köln nochmals über eine Stunde auf den ICE warten müsste. Egal, das ziehe ich jetzt durch!

Der Düsseldorfer Hbf ist eigentlich ganz in Ordnung. Nicht zu kalt, und es gibt diverse beheizte Wartehallen, wie Backshop, McDonalds u.s.w. Kleiner Tip von mir: Sollte mal jemand in die Verlegenheit kommen, nachts am Düsseldorfer Hauptbahnhof zu stranden, dann nutzt diese Gelegenheit gut. Schrägere Leute, wie die Kunden des dortigen McDonalds nach Mitternacht, habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Und ich habe wirklich schon viele schräge Situationen erlebt. Das ist ganz großes Kino! So eine Art „Mitmach-Theater“! Geil!

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Köln dann das krasse Gegenteil. Kalt, zugig, nix offen und das Untergeschoss voller Obdachloser. Nachdem es im Untergeschoss ungefähr -5 Grad hatte und am Bahnsteig oben -8 Grad, ziehe ich es vor, dort oben auf der Bank am Bahnsteig festzufrieren. Irgendwann wird es sogar meinem Apfel-Telefon zu kalt, sodass es seinen Dienst quittiert.

Gegen 10.00 Uhr komme ich Zuhause an und bin erstmal reif fürs Bett.

Den ersten Teil meiner Deutschland-Tour habe ich damit also pannenfrei hinter mich gebracht und hoffe, unsere Augergine fühlt sich nicht zu alleine im fernen Düsseldorf.

Gefahren mit dem Bus: 890 pannenfreie Kilometer
Tankung: 119 Liter nach 690 km
Durchschnittsverbrauch: 17,25 Liter / 100 km 🙂

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