Vom Rhein an die Spree

Heute starte ich bereits morgens um 08:00 Uhr, um noch eine größere Wegstrecke hinter mich zu bringen.

Aber zuerst kommt das übliche Ritual, nämlich Wecken der Weißware durch Anwerfen meines Diesels und anschließendes Einnebeln, um meine Abfahrt zu verschleiern. Das Ausparken zwischen den Joghurtbechern ist Zentimeterarbeit. In Viersen gehe ich erstmal was frühstücken.

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Anschließend die letzten paar hundert Meter zu Wyngen-Gas. Der Laden ist echt zu empfehlen.
Total nett und total kompetent und 100% Propan im Tank. Ich bekomme 90 Liter in den 130 Liter-Tank, was mich darin bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, das Dingens am Anfang der Tour wieder zu füllen. Bei entsprechend kaltem Wetter läuft die Heizung die nächsten Wochen mehr oder weniger durch.

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Gegen 10:30 Uhr bin ich dann wieder auf der Piste und nehme mir vor, heute bis nach Hannover zu fahren, um dort zu duschen, essen und zu übernachten. Das Wetter ist bescheiden: Nieselregen den ganzen Tag! Irgendwann am Spätnachmittag komme ich in Hannover an. Ich übernachte wild an so einem kleinen See kurz hinter Hannover.

Morgens dann ins Bäcker-Cafe zum frühstücken und wieder auf die Autobahn in Richtung Berlin. In Magdeburg fahre ich dann raus, um Pause zu machen, zu tanken und bei Media-Markt einen Akku-Staubsauger und ein Head-Set fürs Notebook zu erwerben. Tolles Teil der Sauger. 18 Volt. Der saugt richtig was weg. Das Head-Set brauche ich, um an Hotspots (Mc Donalds etc.) mit Gabi skypen zu können. Mit Lautsprecher kann man das im Fast-Food-Restaurant nicht bringen. Der erste Test verläuft auch gleich sehr zufriedenstellend.

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Überquerung der Elbe bei Magdeburg

 

Anschließend fahre ich noch die letzten 170 km nach Berlin, wo ich gegen 17 Uhr ankomme. Ich habe zwar keinerlei Hoffnung, am Messestandort einen Parkplatz zu finden, möchte mir aber trotzdem erstmal ein Bild machen. Meine Vorträge halte ich in der Station Berlin in der Luckenwalder Straße, das ist direkt neben dem U-Bahnhof Gleisdreieck. Dort angekommen ist natürlich alles zugeparkt, und ich halte erstmal mit Warnblinker in zweiter Reihe, um zu Fuß zu erkunden, ob es evtl. eine Möglichkeit gibt, den Bus für einige Tage hier zu parken. Nach einer Viertelstunde, als ich zum Bus zurückkomme, sind, ich kann es kaum glauben, drei hintereinander liegende Parkplätze frei geworden. Ich zirkle die Fuhre sofort da rein und habe meine Basis für die nächsten Tage.

 

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Besser konnte ich es nicht treffen: Jeweils eine Gehminute in die Messehalle, zur U-Bahn am Gleisdreieck und zum Park am Gleisdreieck. 5 Minuten zu Fuß zum Potsdamer Platz. 5 Gehminuten durch den Park zu den Läden, u.a. zum Bioladen und den Restaurants an der Potsdamer Straße. Direkt neben meinem Bus ist ein Postverteilzentrum, was es mir ermöglicht, morgens hier, mitten in Berlin, meinen Generator anzuwerfen, ohne dass sich jemand dran stört. Bingo! Es passt einfach alles.

Station Berlin

Station Berlin

 

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Station Berlin – Halle 7

 

Die nächsten zwei Tage verbringe ich damit, seit langem wieder mal etwas Berlin zu konsumieren. Mauerpark, den Gefängnispark in Moabit, Kurfürstenstraße, Kurfürstendamm, Potsdamerplatz … Der Freitag bis Sonntag sind dann mit der Messe und abends ein bisschen „um die Ecken ziehen“ ausgefüllt.

Eigentlich war geplant, noch bis einschließlich Mittwoch in Berlin zu bleiben, um am Donnerstag dann direkt zur Messe Magdeburg zu fahren. Ich entscheide mich allerdings um und werde morgen früh, also Montag, direkt nach Magdeburg aufbrechen.

Entweder hat sich Berlin so stark verändert oder ich, oder wir beide? In früheren Jahren hatte ich hier so viel geile Subkultur erlebt, Punk-Kneipen bis in die Morgenstunden, besetzte Häuser, Alternativprojekte und Berliner Lebensart, bei der man sofort mit jedem ins Gespräch kam. Selbstverständlich kann nicht alles so bleiben, wie es „früher“ mal war. Was ich dieses Mal erlebt habe, ist jedoch mit jeder x-beliebigen deutschen Großstadt austauschbar. Protzbauten statt alternativer Wohnprojekte, Nobel-Galerien statt Subkultur, verschlossene Nichtberliner statt Berliner Lebensart und Menschenhandel in Form von Armutsprostitution mit teils blutjungen Süd-Osteuropäerinnen.

Gefahren: 655 Kilometer
Tankung:   136,38 Liter in Magdeburg
Verbrauch: 20,20 Liter / 100 km

 

Karte 3

 

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Ein Kommentar zu Vom Rhein an die Spree

  1. Chris sagt:

    Der Platz in Berlin ist in der Tat genial!

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