Spaziergang durch Magdeburg

Das Kaiserwetter in Magdeburg verleitet zu einem Stadtspaziergang. Neben dem Dom interessiert mich vor allem auch das hiesige Hundertwasserhaus. Das Letzte, das der Feder des „Meisters“ (1928-2000) entsprungen ist.

Vom Wohnmobilstellplatz aus sind es gerade einmal ein paar Minuten in die Magdeburger Altstadt, wobei ich als Ziel das Domviertel auserkoren habe. Nach ausgiebiger Nutzung des W-Lan in einem Fastfood-Restaurant gegenüber des Allee-Shoppingcenters geht es auf Tour.

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Nur ein paar weitere Minuten Fußmarsch entfernt liegt auch schon die „Grüne Zitadelle von Magdeburg“, wie das Gebäude genannt wird. Das Gebäude entstand von 2003 bis 2005, also bereits nach Hundertwassers Tod. Die Initiative zu diesem Gebäude ging jedoch auf 1998 zurück, als die Stadt Magdeburg einen Plattenbau von Hundertwasser umgestalten lassen wollte. Heraus kam keine Umgestaltung, sondern ein Neubau, dessen Entwurf Hundertwasser „Oase für Menschlichkeit und für die Natur in einem Meer von rationellen Häusern“ nannte. Friedensreich Hundertwasser war eigentlich Maler, widmete sich aber ausgiebig mit unkonventionellen Bauten der Architektur. Für ihn war jedes Gebäude die dritte Haut des Menschen. Grundsatz seines Schaffens war, dass sich der Mensch in all seinen Häuten wohlfühlen müsse. Ebenso wichtig für den Menschen sei hierbei seine erste Haut (die natürliche) und seine zweite Haut (die Kleidung) wie eben auch die Dritte (das Gebäude in dem man wohnt oder arbeitet).

Bereits von Weitem sind in der Nachmittagssonne die leuchtenden Kugeln auf den Türmchen zu sehen.

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Beim Näherkommen sieht man die „Baumieter“ aus den tanzenden Fenstern schauen. Wellenförmig angelegte Rampen und Außenpflasterungen tragen als „Melodien für die Füße die Menschen beschwingt durch die Innenhöfe“ (O-Ton Hundertwasser).

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Das Magdeburger Hundertwasserhaus ist mit 5500 m2 Grundfläche eines der großen Projekte des Künstlers. Hier sind 55 Wohnungen untergebracht, wobei jede einzelne individuell gestaltet wurde. Eine enorme Leistung, wie ich finde, nachdem der Wohnraum nicht mit Copy und Paste jeweils in das nächste Stockwerk verschoben werden konnte. Darüber hinaus gibt es hier 23 Geschäfte, Büros und Arztpraxen, ein Hotel und eine Kindertagesstätte.

Anschließend ging es von der Rückseite dieses beeindruckenden Gebäudes in Richtung Domplatz. Hier dominieren 2 Gebäude. Zum einen das „Kloster unserer lieben Frauen“ in welchem der Landtag des Landes Sachsen-Anhalt untergebracht ist.

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Zum anderen natürlich der Magdeburger Dom, den ich ebenfalls ausgiebig besichtigt habe. Der Bau des Doms hatte von 1209 – 1520, also mehr als 300 Jahre, deutlich länger gedauert, als der Bau des Hundertwasserhauses. Allerdings hatten sie auch einmal eine 100-jährige Bauunterbrechung!! Warum regen wir uns da  eigentlich über BER und Elbphilharmonie auf? Die Baukosten konnten die Magdeburger in diesen 300 Jahren sicher auch nicht stabil halten 🙂

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Im hohen Chor befindet sich das Kaisergrab von Otto des Großen.

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Im hinteren Teil die Gräber verschiedener Heiliger sowie die Krypta. Vom Hochaltar kann man seitlich eine Türe direkt zum Kreuzgang mit dem innerhalb liegenden Domgarten benutzen.

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Auf dem Rückweg stoße ich doch tatsächlich nochmal auf ein paar „Pimp my Plattenbau“-Motive. Sorry, ich kann es nicht lassen 🙂

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Eigentlich hätte Magdeburg noch eine Unmenge an Sehenswürdigkeiten zu bieten, die ich leider aus zeitlichen Gründen nicht alle besuchen kann. Morgen im Laufe des Tages werde ich mein rollendes Hotel in den Elbauenpark zur Messe umsetzen.

Ich für meinen Teil habe diese schöne Stadt echt unterschätzt. Welche Erinnerungen hast du an Magdeburg?

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