Erfahrungen mit unserem Stromaggregat…

… und in diesem Zusammenhang auch mit der Westech.

Heute berichte ich doch mal von meinen (Kurzzeit-) Erfahrungen mit dem FME SF 2000 er.

Ein 2 KW Aggregat also, mit Elektrostart, Funkstart und reinem Sinusstrom. Ich habe es mit digitalem Display bestellt, was ich Klasse finde, weil man so gut über die momentane Stromabgabe, Betriebsstunden, etc. informiert ist.

Den Stromer hatte ich nun zwei Monate im Bus dabei und gesamt etwa 26 Betriebsstunden im Einsatz.

Geliefert wurde das Aggregat von kipor.org innerhalb von drei Tagen, was ich wirklich erfreulich fand.

Es wurde gut gepolstert in einem massiven Karton ausgeliefert, der schon fast die Steifigkeit von Joghurtbecher-Möbeln hatte. Ein Pluspunkt also.

Ich hatte dann gleich Sprit und Öl aufgefüllt, sowie die Batterie angeklemmt und das Aggregat zur Probe laufen lassen. Nach etwa fünf Zügen am Zugseil ist es auch problemlos angesprungen.

Bei eingeschalteter ECO-Taste regelt es von der Drehzahl her runter und läuft meines Erachtens nicht lauter als ein Honda 20i. Wenn Leistung abgefordert wird, könnte es, subjektiv beurteilt, eventuell minimal lauter sein. Man müsste diese beiden Aggregate einfach mal nebeneinander stellen. Noch ein Pluspunkt also.

Die Batterie war bei Lieferung sehr schwach und hat sich auch durch Laufzeiten des Aggregates nicht erholt. 2-3 Umdrehungen und sie brach zusammen.

Das mit dem Funkstart ist eigentlich eine tolle Sache, relativiert sich aber dadurch, dass der Schalter lt. Bedienungsanleitung wieder ausgeschalten werden sollte, weil er innerhalb von zehn Stunden die Batterie leersaugt. Ich verstehe also den Sinn nicht ganz. Wenn ich am Aggregat vor dem Start den Fernbedienungsschalter auf On stellen muss, kann ich bei der Gelegenheit auch gleich den Schlüsselstart verwenden. Für meine Anwendung also nutzlos. Ein klarer Minuspunkt.

Je mehr Laufstunden das Aggregat hatte, desto schlechter ist es angesprungen. Nach ca. zwanzig Betriebsstunden musste ich gut und gerne 20-25 mal ziehen, bis das Teil ansprang. Es lief jeweils kurz, um dann zweimal wieder auszugehen, bis es durchläuft. Nochmal ein Minuspunkt.

Ich habe eine Mail an Kipor geschickt und mich für vorletzte Woche in deren Werkstatt zur Gerätedurchsicht und der Erneuerung der Batterie im Rahmen der Gewährleistung angekündigt. Das war von Kipors Seite her stressfrei. Mir wurde mitgeteilt, dass ich keinen Termin vereinbaren müsse, weil die Werkstatt immer besetzt ist. Pluspunkt!

Nachdem meine Aufbaubatterien während der Fahrt zickten, indem sie offensichtlich nicht genug Strom aufnahmen, war ich darauf angewiesen, das Aggregat hin und wieder laufen zu lassen.

In Bremen dann der völlige Exodus. Die Ladefunktion über die Westech funktionierte nicht mehr, was ich aber zu diesem Zeitpunkt mit dem FME noch nicht in Verbindung brachte. Auch die Fehlersuche mit Chris zusammen (Telefon) brachte keine Abhilfe. Nachdem ich den Ladestrom des Aggregats nachgemessen hatte, stellte ich fest, dass knapp 280 Volt anliegen. Zu dem Zeitpunkt war ich der Meinung, dadurch die Platine der Westech zerschossen zu haben. Der Servicemitarbeiter von Westech hat übrigens auf die Intervention von Chris hin, gleich angeboten eine Platine rauszuschicken um schnell Abhilfe zu schaffen. Ein super Service von denen. Ein ganz dicker Minuspunkt also für das Aggregat und ein nicht kleinerer Pluspunkt für Westech.

Wir haben das Stromaggregat daraufhin nicht mehr genutzt und täglich dafür einmal den Bus laufen lassen, um die Batterien über die Lichtmaschine nachzuladen.

In Versmold angekommen, war zwar die Werkstatt über unser Kommen nicht informiert, jedoch hat sich ein Mechaniker unverzüglich des Aggregates angenommen. Was er genau gemacht hat, kann ich nicht nachvollziehen, da Kunden die Werkstatt nicht betreten dürfen. Seiner Aussage nach war es ein Ölwechsel, das Gerät einstellen und die defekte Batterie tauschen. Er brachte das Aggregat nach draußen, und wir haben es zur Probe laufenlassen. Es funktionierte soweit gut, brachte aber immer noch die 279 Volt. Darauf angesprochen, hat er die Innereien getauscht. Danach waren es 228 Volt.

Was danach folgte, empfand ich doch als sehr befremdlich. Ich sprach den Mechaniker darauf an, dass eventuell ein nicht unerheblicher Folgeschaden an unserer Westech entstanden sei und bat ihn um einen Reparatur- Lieferschein, auf dem auch vermerkt ist, dass die Spannung zu hoch war. Nach telefonischer Rücksprache mit seinem Chef lehnte er dies ab. Für Folgeschäden würden sie eh keine Haftung übernehmen und ich könnte diesen nur über den Rechtsweg geltend machen. Das gibt einen ganz dicken Minuspunkt.

Wir blieben die Nacht in Versmold, nicht zuletzt deshalb, weil ich wissen wollte, ob das Aggregat nun auch im kalten Zustand gut anspringt.

Am nächsten Morgen also das Aggregat gestartet. Es ließ sich problemlos über den Elektrostart einschalten. Ging wie gewohnt zweimal wieder aus, um dann, nach dem dritten Startvorgang, problemlos zu laufen. Dabei blieb es auch bis heute. Gabi und ich entschlossen uns, dieses Startproblem zu ignorieren und nicht noch einmal die Werkstatt aufzusuchen.

Komischerweise arbeitete die Westech wieder ganz normal, nachdem ich das Aggregat noch einmal probeweise ans Netz angeschlossen hatte. Die Ladeleistung war völlig normal und auch der ausgefallene Victron-Batteriecomputer verrichtete wieder seinen Dienst. Also nochmal ein Pluspunkt für die Robustheit der Westech.

Fazit:

Der Neupreis des Aggregates beträgt etwa die Hälfte des 20i und ist dabei durch Elektrostart und Display noch deutlich besser ausgestattet. Ich schätze beide von der Lautstärke und Laufruhe ähnlich ein. Über die Qualität kann ich mir kein Urteil erlauben, da es mittlerweile ja ganz gut funktioniert. Defekte können bei einem Neugerät immer auftreten. Das kommt sicherlich auch mal bei Honda vor.
Der Reperaturservice von kipor.org war in Ordnung. Die Abwicklung in Bezug auf den eventuellen Schaden an der Westech fand ich überhaupt nicht akzeptabel.

Nach meiner momentanen Einschätzung ist das Aggregat für den gelegentlichen Wohnbuseisatz durchaus eine Alternative zum weit teureren Honda.

Im Mai bin ich nochmal zwei Wochen mit dem Bus unterwegs und werde dabei sicherlich Gelegenheit haben, das Aggregat weiter zu testen.

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2 Kommentare zu Erfahrungen mit unserem Stromaggregat…

  1. Jörg Schwarz sagt:

    Das ist eine klare Aussage und ermutigt mich, mir solch einen Generator zu besorgen.
    Danke

  2. Christian sagt:

    Hallo Jörg,
    schön, daß dir diese Einschätzung weitergeholfen hat.
    Herzliche Grüße
    Christian

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