Messetour nach Überherrn 12.05.2015 bis 17.05.2015 und anschließende Mosel-/Rheintour bis 21.05.2015

Endlich ist es wieder soweit. Der Schnee ist weg, die Sonne scheint, die Temperaturen sind wieder auf über 20° geklettert, und somit freuen wir uns unglaublich, unser Auberginchen für die anstehende Messetour nach Überherrn vorzubereiten.

Eigentlich hatten wir geplant, dies bereits am Wochenende zu erledigen, aber wie es halt mal so ist, hatten wir vorher natürlich wieder – wie sollte es auch anders sein – tausend andere Dinge zu erledigen.Macht ja nichts, schließlich müssen wir beim Busle ja nur unsere im Winter ausgebauten Pumpen wieder einbauen und das Klo wieder – aufgrund Zerhackerverstopfung – gangbar machen (Warum trifft es eigentlich immer mich mit dem – im wörtlichen Sinne – Scheiß-Thema beim Blog-Schreiben?!?! Egal!). Dann noch einmal durchsaugen, Betten frisch beziehen, die Schränke mit allen nötigen und unnötigen Kleinigkeiten frisch auffüllen, und gut isses … Das schaffen wir locker am Montag und kommen dann am Dienstag, früher Nachmittag, völlig stressfrei los … dachten wir zumindest, aber meistens kommt es anders, als man denkt, zumindest ist das bei uns zu 99 % so.

 

Gut, dann fangen wir mal an.

Montag, 11.05.2015 beginnen wir damit, das Klo auseinanderzunehmen, nachdem ich vorher noch ein Nummernschild für unseren Fahrradträger besorgt habe. Wer ist im letzten Jahrhundert in Dreiteufelsnamen auf die hirnrissige Idee gekommen, dieses Teil (Klo, nicht Nummernschild) genau SO einzubauen, wie es jetzt drin ist, sprich: Viel zu nah an den Wänden, um problemlos alle Schrauben lösen zu können, damit die Schüssel stehen bleibt und man nur lediglich das Zerhackerteil entnehmen kann. Zuerst hat mein Herzblatt natürlich die Elektrik überprüft, aber an der lag es nicht. So nun also doch die Bewahrheitung der derbsten Vorstellungen, ausbauen und reinigen. Frau versucht es natürlich wider jeglicher Logik erst einmal mit allen möglichen Tricks, die Zerhackerschraube auf eine andere Art und Weise frei zu bekommen, was natürlich leider nicht funktioniert. Was soll’s – Augen zu und durch. Bis das Teil wieder funktionstüchtig zusammengeschraubt ist,  hat Christian die entsprechende Elektrik ein wenig umgebaut. Danach wird’s wieder – mit Hängen und Würgen (mehr mit Erwürgen) an Ort und Stelle verschraubt.

Jetzt nur noch schnell die Pumpen einbauen, dann Testlauf, und …

… Pustekuchen … Wir können hin- und herprobieren, wie wir wollen, eine der beiden Pumpen scheint defekt zu sein. Nach mehrfachen Anläufen bestellt unser netter Campingmensch direkt beim Großhändler in Waldsee eine neue Pumpe, die wir morgen ab 10.00 Uhr abholen können. Super! Das kriegen wir gerade noch hin.

Somit können wir uns jetzt noch dem Fahrradträger widmen, der schon vor mindestens einem Jahr mehr oder weniger maßgeschneidert wurde, damit er an den Bus passt. Nun wollen wir ihn endlich einmal ausprobieren und unsere neuen Räder mit auf die Messetour nehmen. Bisserl Bewegung nach den ödigen Beratungsgesprächen kann ja abends schließlich nicht schaden.

Okay – der Träger ist sauschwer, und da wir in der vergangenen Woche die meiste Zeit mit Materialaufräumung in unserer Maschinenhalle beschäftigt waren und damit unsere Muskulatur schon zur Genüge strapaziert haben, greift uns unser freundlicher Onkel Kramer hilfreich unter die Arme, bzw. unter den Träger, sodass das Einsetzen in die am Bus hierfür befestigten Schienen nur noch ein Klacks ist – sollte man meinen, allerdings kommt es meistens  anders, als … aber das hatten wir bereits … Jedenfalls hüpfen die Träger des Fahrradträgers (klingt das doof) nicht in die U-Schienen, und da hilft auch kein liebenswerter Radlader Kramer mehr, denn das Gewicht und die Verantwortung liegt mittlerweile in unseren Händen (Mensch, hab isch Rücken!).

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Sind doch tatsächlich die drei angebauten Stoßstangenteile am Bus im Weg. Also Fahrradträger wieder ein Stück zurück – hhmm – oder geht es vielleicht doch? Träger-Anbauversuch der Zweite … und der Dritte … nee, keine Chance, weg mit dem Teil und weg mit den Stoßstangenteilen. Dann nächster Versuch mit AHA-Effekt – jetzt geht’s! Müssen wir halt ohne Stoßstange fahren, sieht zwar nicht sonderlich schön aus, aber mit dem Träger sieht man sie ja eh kaum.

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Danach erstmal ein Mountainbike drauf, um zu sehen, wie Auberginchen mit Rad aussieht – Phantastisch 🙂 ! Inzwischen grummeln die Mägen, und wir sollten wenigstens jetzt – inzwischen so gegen 19.30 Uhr – unser Brunch einnehmen. Danach haben wir keinen Bock mehr, etwas zu tun, aber ist eh alles easy – schaffen wir morgen noch lässig, ehe wir am Nachmittag fahren werden. Dafür noch am Abend Büroarbeit, damit wenigstens der Schreibtisch frei ist, wenn wir nach Hause kommen.

 

Am nächsten Tag stehen wir früh auf. Ich räume noch ein wenig hin und her, dann ist unser Aquarium noch fällig, damit die Fischle wenigstens wieder aus der Scheibe blicken können. Anschließend fahre ich nach Bad Waldsee, um die bereitgelegte Pumpe (und noch eine Zweite für unseren Campingmenschen) abzuholen. Dann im Laden große Augen. „Pumpe? Gestern bestellt? Kann keinesfalls heute Morgen schon hier sein! Die Ware wird immer erst mittags angeliefert! Auf welchen Namen war bestellt? Bauer?“ – 10 Aktenordner werden mehrfach gewälzt – „Hamm wa nich! Moment, ich schau ins Lager.“ Nach einer gefühlten Ewigkeit: „Nee, da steht nix rum, aber wir haben noch ein zweites Lager, Moment! „Nee, sorry – wie war der Name?“ Die Ordner werden erneut gewälzt, dann zwei Kollegen gefragt, keiner weiß Bescheid. Bleibt nur noch eine Kollegin übrig, die jedoch hat Kundschaft. Inzwischen Anruf bei unserem Campingmenschen, und ich hab eine Lieferscheinnummer einschließlich dem Hinweis darauf, dass die Abholung heute Morgen schon per Fax bestätigt worden ist.

Endlich ist die letzte Kollegin frei.

„Wie war der Name? Bauer? Moment, ich frag mal nach! Sicherlich wurde das in der Verwaltung bestellt!“ Und tatsächlich, so ist es dann auch. „Also Verwaltung … da fahren sie hier aus dem Hof raus, dann rechts die Straße runter, dann wieder links und bis zum Haupttor von Hymer, dort dann in die Verwaltung. Die netten Herren dort wissen Bescheid!“

Vergelt’s Gott! Jetzt aber los. Inzwischen ist schon eine Stunde vergangen. So langsam werde ich nervös, aber es ist mir jetzt schon klar, dass wir es nie und nimmer schaffen, zu unserem eigentlich gedachten Zeitpunkt loszufahren. Aber ist das nicht immer so?

Jedenfalls fahre ich die besagte Strecke und stehe dann vor einem Firmentor, das allerdings keinen Zutritt für irgendeinen Kunden bietet. Dann fahre ich in die andere Richtung – wieder ein Firmentor, allerdings nur für Fahrzeugteilanlieferer. Letztendlich wechsle ich noch einmal die Straße und nach ewigen Zeiten stehe ich dann tatsächlich vor dem Verwaltungsgebäude. Von da an ist alles ganz easy, und keine fünf Minuten später fahre ich mit meinen beiden Pumpen aufatmend von dannen.

Weiter geht’s noch in den Baumarkt. Muss noch eine Lampe für die Nummernschildbeleuchtung besorgen. Anschließend gleich noch durch den Supermarkt und alles Notwendige einkaufen, dann endlich zurück. Mittlerweile ist es schon fast 13.00 Uhr. Wo ist nur die Zeit geblieben?

Ich brauch jetzt erst mal einen Latte Macchiatto und fünf Minuten Verschnaufpause. Christian macht mit, danach macht er sich daran, die Pumpe einzubauen, derweil unser Töchterle auftaucht. Sie wird in unserer Abwesenheit Haus und Oma bewachen.

So, Pumpe ist drin, alles angeschlossen – Traraaaaaaaaaaaa – shit – nix geht. Wir können hin- und herprobieren, die Mistdinger laufen nicht. Irgendwo in der Elektrik ist der Wurm drin. Christian erwägt schon, ein neues Kabel zu ziehen, will sich aber vorher noch einmal – zum X-ten Mal – den Elektroschrank zu Gemüte führen. Jenny geht mit. Sie freut sich immer, wenn sie in technischen Dingen was helfen kann, ganz gleich, ob sie davon eine Ahnung hat oder nicht.

Während die beiden nun fachsimpeln, quetsche ich mich an ihnen vorbei und beginne wenigstens mal damit, die Betten zu beziehen und gefühlte 20 Werkzeugkisten aus dem Weg zu räumen. Geht allerdings nicht, weil die beiden immer noch am Elektroschrank beschäftigt sind.

Immer wieder kommen heute ein paar nervige Menschen auf den Hof gefahren, sodass Christian laufend nach draußen springen muss, derweil Jenny den Durchgang der Stromkabel misst und tatsächlich fündig wird.

„Da geht nix durch, und da auch nicht. Da vorne ist ein Schalter, den muss man bestimmt drücken!“, meint sie.

„Nee, kannst vergessen“, sag ich noch und wiederhole Christians Worte. „Die haben keine Bedeutung mehr.“

„Egal, ich versuch’s trotzdem!“, sagt sie, drückt, misst den Durchgang und grinst … sprintet zum Wasserhahn und traraaaaaa – Wasser läuft – Tochter ist stolz, ich versteh die Welt nicht mehr und Christian grinst ebenfalls. „Hätt ich auch selbst draufkommen können“, meint er, danach im Ruckzuckverfahren Werkzeug aufräumen, damit ich endlich im Bus freie Bahn habe.

Dann mal eben noch durchsaugen und einräumen, anschließend in Windeseile unseren Technikkram und Klamotten zusammenpacken (Christian hat sein Geraffel schon) und DUSCHEN!!! Anschließend noch einen leckeren Latte –inzwischen ist es 18.45 Uhr – mein Herzblatt glaubt, dass er irgendwas vergessen hat, aber wir kommen nicht drauf, was es sein könnte, dann geht’s endlich los.

 

Huch – wir ziehen eine Wasserspur hinter uns her und halten noch vor unserem Autobahnzubringer an – zum Glück!!!

Das Wasser ist nicht das Problem – der Wassertank war einfach zu hoch gefüllt und spuckte den überzähligen Liter aus, aaabbbbeeerrr …

Wir scheinen das gleiche Problem wie Chris damals zu haben. Der Auspuff bläst superheiß direkt auf unsere neuen Räder, deren Felgen, Gummi und Speichen schon ziemlich heiß sind. Also: Räder schräg stellen und darauf hoffen, dass es so geht. Jetzt hängen sie etwas windschief auf dem tollen Träger, aber dank Zurrgurte sind sie dennoch fest. Müssen wir halt ab und an schauen, ob das so funktioniert. Wäre ja nicht auszudenken, wenn wir die Teile noch vor unserer Jakobsweg-Tour schrotten würden!

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Jetzt erst einmal zu unserem Campingmenschen, Pumpe abliefern, dann fahren wir nur noch weiter bis Hohenheim, wo wir auf unserem Standardparkplatz übernachten.

 

Am nächsten Morgen, 12.05.2015, geht’s weiter.

Nach ca. 150 km halten wir für eine Cigarettenpause an und schauen uns das Desaster genauer an. Den Rädern geht es gut, aber der Radträger ist im Auspuffbereich rabenschwarz, knalleheiß, die Radhalterung ist völlig geschmolzen, und was das Schönste noch dazu ist: Die Rückleuchte ist völlig abgeschmort. Toll! Schöne Sch…!

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Wir versuchen, in Saarbrücken einen Sanitärfuzzi zu finden, der uns vielleicht am Auspuff eine Ableitung nach unten hin basteln kann, aber leider stimmt die Adresse im Internet nicht und wir landen an einem Waldfriedhof. Da hilft nur eins: Immer mal wieder in die Rückfahrcam schauen, ob noch nix abgefackelt ist.

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Okay, dann halt nicht! Fahren wir jetzt erst einmal durch einen wunderschönen Sonnenuntergang zu unseren Messestandort nach Überherrn.

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Vorher noch ein bisschen in einem Sportgeschäft bummeln, dann erwartet uns an in Überherrn ein herrlich gelegener Gutshof mit einer super Ausstellerparkplatzwiese, nicht stark frequentiert, sodass wir, nachdem wir unseren Stand aufgebaut haben, den Grill anwerfen und den Tag in aller Ruhe ausklingen lassen.

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Jetzt noch schön duschen, dann ab in die Falle. Sind gespannt, was der morgige Tag so bringt.

Ach ja, … wir haben die Visitenkarten vergessen J

Anmerkung: Auf der Messe bin ich zur Falknerin mutiert …

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17.05.2015

So, die Messe ist überstanden, die Aubergine durfte sich die Tage auf einem herrlichen Stellplatz im Grünen ausruhen, und jetzt, da der Messestand abgebaut ist, machen wir uns startklar für die restlichen Tage an der schönen Mosel, bis wir dann irgendwann wieder nach Hause fahren.

Also mal eben schnell den Stand einladen, die Räder wieder schmorsicher auf dem Fahrradträger verzurren und innen ratzfatz aufräumen, dann können wir starten.

Wir machen uns auf nach Trier, das, laut Lisa, etwa 85 km von Überherrn entfernt liegt. Die Straßenschilder sagen zwar etwas anderes, nämlich 105 km, aber da beschließen wir, ausnahmsweise mal auf Lisa zu hören, wenn sie uns schon 30 km ersparen kann. Inzwischen haben wir ja auch schon 19.30 Uhr, und wir sollten dringendst noch im Hellen unser Ziel erreichen. Sollte es vorher dunkel werden, muss Christian erst noch das Kabel zu dem verschmorten Rücklicht kappen, ehe wir das Buslicht einschalten, nicht, dass es das wieder womöglich zu Problemen führt und wir letztendlich ganz ohne Licht dastehen. Das wär ja blöd.

Also fahren wir fröhlich los und machen noch zwei Zwischenstopps, um den Schmorpegel des Fahrradträgers zu überprüfen, aber so, wie es aussieht, hat Christian die Räder auspuffsicher verzurrt. Gegen 21.00 Uhr erreichen wir dann Trier und fahren ein paar Mal durch das Kaff, um einen Parkplatz – möglichst in der Nähe einer Pizzeria – zu finden. Der Magen schreit nach etwas Essbarem, zumal wir auf der Messe nicht sonderlich viel zu uns genommen haben und auch das Frühstück an diesem Tag ausgefallen ist. Parkplatz wäre also schön, aber irgendwie ist es schwierig, einen zu finden. Mittlerweile wird es tatsächlich dunkel und wir halten kurzfristig irgendwo an, damit Christian sich der Schmorleitung widmen kann. Kurz bevor er die Leitung kappt, stellt er jedoch fest, dass die Kabel absolut nicht von der Hitzeeinwirkung betroffen sind, und so probieren wir sicherheitshalber noch einmal das Licht aus und siehe da … traraaaa … es funktioniert alles, einschließlich des Schmorrücklichts auf der rechten Seite des Fahrradträgers. Das Teil ist auch nicht „abgefackelt“, wie wir die augenscheinliche Vermutung hatten, sondern ist lediglich rabenschwarz und verformt, aber durchaus noch einigermaßen brauchbar, da funktionstüchtig. Das hält noch durch, bis wir wieder zu Hause sind … hoffen wir zumindest.

Da das Lichtproblem nun geklärt ist, steht einer leuchtenden Weiterfahrt nun nichts mehr im Wege und wir gehen weiter auf Parkplatzsuche. Schließlich halten wir auf einem Touristenbusparkplatz direkt vor einer Pizzeria … der Hungergott hat unser Flehen wohl erhört. Also rasch dorthin – inzwischen ist es 22.00 Uhr. Dort werden wir freundlich empfangen und noch freundlicher weitergeschickt: „Küche zu, nix mehr essen, tut mir leid!“ Okay, gibt’s eine andere Pizzaalternative, die noch offen hat? Ungern schickt uns der nette Küche-Zu-Pizza-Angestellte zur Konkurrenz, die gleich um die Ecke stationiert ist. Pünktlich um 22.15 Uhr trudeln wir hier ein, und eine „nette“ ältere Dame begrüßt uns mit ernster Miene. „Gibt’s noch was zu essen?“, möchte mein Herzblatt freundlichst wissen. „Selbstverständlich.“, sagt sie, deutet mit einem Wisch irgendwo ins Nirgendwo und läuft davon. Wir nehmen die vage Andeutung als Hinweis auf einen bestimmten Tisch, an den wir uns setzen sollen, aber wahrscheinlich ist es ihr eh egal, wo wir uns platzieren. Gleich darauf liegen die Karten vor uns, die hübsche neue Kerze am Tisch wird nicht entzündet, und wir haben kaum Zeit, die Speisekarte zu studieren. Ist ja schließlich schon spät, denn um 23.00 Uhr schließt auch diese Lokalität. Also schnell eine Tomatensuppe, eine Pizza und ein Mal Canelloni bestellt, dazu ein Hefeweizen und eine Cola. Die Dame ist schneller wieder weg, als wir aussprechen können, und schneller wieder mit dem Essen da, als wir denken können. Zwischendurch streitet sie sich mit ihren (?) Angestellten über die Arbeitszeiten und ist stinksauer, sodass sie auch ihren Gästen kein Lächeln schenkt. Wie freundlich! Wir sind entzückt, lassen uns unsere Laune jedoch nicht verderben. Wir sind gut drauf, und das ist die Hauptsache.

Kaum ist ein Teller leer, sprintet gleich jemand auf uns zu, nimmt ihn weg und verschwindet rasch wieder, nicht dass wir auf die Idee kommen, womöglich noch etwas zu trinken zu bestellen. Das geht ja um diese Zeit wirklich gar nicht. Wir haben noch etwas in unseren Gläsern, aber MyLady kommt und kassiert vorsichtshalber schon gleich mal ab, obwohl noch zwanzig Minuten bis Ultimo sind. Okay, kein Problem, zumal sie uns versichert, dass wir gerne noch sitzenbleiben können, sie jetzt jedoch ihre Tageskasse abrechnen möchte. Na, das ist doch schon mal was. Wäre ja noch schöner gewesen, wenn sie uns mit den halbvollen Gläsern vor die Tür gestellt hätte …

Nun gut, Essen war prima, und nun begeben wir uns wieder zurück zum Auberginchen. Wir wollen versuchen, noch auf einen Campingplatz zu kommen und fahren los. Leider finden wir doch nicht dorthin, wohin wir hin wollten und stellen uns nun kurzerhand in der Ortschaft „Igel“ auf einen Busparkplatz, oder ist es doch nur eine Buswendeplatte mit Halteverbot? Wir sind uns nicht ganz sicher ob der Beschilderung, jedenfalls beschließen wir, dort unsere Nacht zu verbringen. Wird nachts schon kein Bus dort wenden wollen. Noch schnell duschen, dann geht’s ab ins Bett. Gute Nacht – wir sind hundemüde.

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18.05.2015

Heute Morgen lacht uns ein superschöner, sonniger Tag entgegen. Erst mal einen Kaffee, dann hole ich schnell Frühstück. Es gibt lecker Semmeln, Verzeihung: Brötchen, rachitische, hefegeschmackbetonte Brezeln (die wir erstmal liegenlassen. Vielleicht sind sie essbarer, wenn sie hart sind) und Zimtschneckchen, die wir uns für den Nachmittagskaffee aufbewahren. Dann macht Christian noch ein wenig Büroarbeit, während ich abwasche und den Blog schreibe. Im Anschluss daran machen wir uns auf die Socken, bzw. auf die Räder. Wir wollen wieder nach Trier fahren und von dort aus eine Radtour machen. Mal sehen, wo wir einen Stellplatz finden, von dem aus wir starten können. Bis dann …

Okay, einen besseren Stellplatz konnten wir gar nicht finden. Gleich hinter dem McDonalds-Parkplatz in Trier finden wir einen Wohnmobilstellplatz, der 1. nix kostet und 2. sogar eine Grauwasserentsorgung für Busse hat. Einfach nur genial! Direkt daneben ist ein Wasserschlauch angebracht, mit dem man die Restbestände in den Gully spülen kann, allerdings reicht das Schlauchteil auch bis zu unserem Frischwassertank, sodass wir den im Zuge dessen auch gleich wieder auffüllen können. Suuuper! Der Form halber erwähne ich dennoch, dass ein paar Meter weiter die Entsorgung und Frischwasser für Wohnmobile ein paar Klunker kostet, jedoch unwesentlich!

So, prima! Entsorgt und aufgefüllt stellen wir das Auberginchen auf die Seite, dann nix wie rein in die Radklamotten, Räder abladen, aufsitzen, und los geht’s auf eine 40 km Radtour entlang der Mosel. Eigentlich wollten wir den Höhenweg fahren, haben ihn aber nicht gefunden, trotz der gefühlten 1000 Treppenstufen, die wir die Bikes hochgetragen haben, um letztendlich genau dort wieder rauszukommen, wo wir gestartet sind. Naja, macht ja nichts, so tigern wir auf wunderschönen Radwegen die Mosel entlang und stellen fest, dass uns dieser Fluss viel besser gefällt, als der Rhein.

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Wieder zurück kehren wir noch bei McDonalds auf einen leckeren Frappé ein und sind Nutznießer des Hotspots, ehe wir uns dann weiter in Richtung Köln aufmachen.

Wir erinnern uns an den Stellplatzhinweis eines unserer Busforumskollegen in der Nähe von Köln und beschließen, uns doch diesen Platz einmal anzuschauen.

Locker flockig finden wir auch nach G.‘s Beschreibung den richtigen Ort, sind jedoch irgendwie von einer anderen Seite her reingekommen, sodass wir den restlichen Weg bis zum Stellplatz nicht finden. Also halten wir an der Hauptstraße. Erst mal überlegen und vielleicht nochmal im Internet schauen, ob wir die Route vielleicht doch noch finden, dann fragt uns ein netter Radler, ob wir Hilfe brauchen, und selbstverständlich weiß er nach kurzer Beschreibung sofort, wo wie hin möchten. „Kein Problem, ich fahr voraus!“, sagt er und düst bereits mit einer atemberaubenden Mountainbikegeschwindigkeit von dauerhaften 30 km/h ab. Auberginchen hinterher! Und keine zehn Minuten später sind wir vorort und der Biker außer Puste! An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an den Held der Nacht (schließlich war es bei unserer Ankunft schon dunkel), der uns selbstlos seine Energie und Hilfe geschenkt hat. Das war wirklich toll!

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Jetzt stehen wir also am Rheinufer, mal schnell noch eine oder zwei rauchen, dann kochen, essen, duschen und Feierabend.

 

19.05.2015

Nach einem stressfreien Frühstück geht’s um 9.15 Uhr in Richtung Köln. Wir überlegen, dort vielleicht noch kurz eine Stadtbesichtigung mittels Velo zu machen, aber da wir absolut keinen Parkplatz in der Nähe des Zentrums finden und Christians geschäftlicher Termin in Uedem ruft, beschließen wir somit, weiterzufahren. Der Verkehr läuft super, bis 47 km vor Uedem – da stehen wir plötzlich im Stau. Zum Glück nicht allzulange. Am Stauende steht ein gewisses Polizeiaufgebot, und einer der Herren macht doch tatsächlich ein Fanfoto von uns – hoffen wir zumindest, dass er ein Fan war 😀

Eine Stunde vor Termin sind wir dann am Zielort angekommen. Das Wetter mutiert inzwischen zum Aprilwetter und es tropft zwischenzeitlich mal wieder irgendwo hinter dem Armaturenbrett rein. Irgendwann müssen wir doch mal gezielt gucken, wo das Wasser reindrückt.

Christian geht dann zur Beratung und ich schlafe eine Runde am helllichten (ja ja, das ist ein Wort mit 3 L) Tag.

Anschließend fahren wir weiter nach Koblenz.  Auf dem Weg dorthin begegnen uns viele Auberginen-Fans, die uns zuwinken, Daumen hoch, Hupkonzerte schenken, aber am Schönsten waren die sechs Jungs, die auf einer Autobahnbrücke standen (ich hab schon die Luft angehalten wegen Steinewerfer und so) und uns Beifall klatschten und bejubelten. Klasse 😀 In Koblenz schickt uns Lisa wieder einmal dreimal mit der Kirche ums Dorf, aber dann finden wir  wiederum einen genialen Stellplatz, zwar ohne Entsorgungsstation, aber dafür kostenfrei:) Super, so gefällt uns das. Da kommt doch tatsächlich ein Mobilist zu uns rübergelaufen und meint: „Ihr habt den tollsten Bus hier auf dem Platz! Echt geil!“ Na ja – war ja auch der Einzige unter der Weißware 😉

Mir ist heute nicht ganz so gut, und von daher holt sich Christian eine Pizza von nahezu gegenüber, damit ich mir das Kochen sparen kann, danach schauen wir noch einen Film und – gähn – gute Nacht!

 

20.05.2015

 Herrlich geschlafen! Der Platz ist total ruhig. Christian holt Frühstück beim Bäcker und wir rüsten uns für die nächste Mosel-Radtour. 50,5 km fahren wir durch Weinberge und am Flüsschen entlang, stärken uns zwischendurch mit einem leckeren Eiskaffee und sind dann gegen 16.00 Uhr wieder zurück am Bus.

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Unser nächstes Ziel ist Landau, wo wir in diesem verschlafenen Nest die Landesgartenschau besuchen wollen. Allerdings sind wir beide vom Radeln und überhaupt und sowieso etwas groggy, sodass wir es heute nur noch, entlang des Rheins, bis Worms schaffen, wo wir auf einem verlassenen Lidl-Parkplatz unser Lager aufschlagen.

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Wie üblich nun noch ein wenig kochen, essen, einen Film gucken – nee, nur einen halben, denn zu mehr sind wir nicht mehr fähig, dann fallen wir ins Bett und sind ruckzuck im Land der Träume. Gute Nacht auf ein Neues!

 

21.05.2015

 Von wegen „gute Nacht“ … mir war es schubweise total übel und ich habe die halbe Nacht auf dem stillen Örtchen verbracht. Still ist auch relativ, da bei dem Parkplatznachbar McDonalds rund um die Uhr der Punk abgeht.

Heute Morgen ist mir immer noch flau. Christian übernimmt den Küchen-Aufräumdienst, damit ich noch ein wenig liegenbleiben kann, dann, um 8.45 Uhr geht’s weiter nach Landau. Ich hoffe, ich habe mich bis zur Ankunft dort wieder regeneriert.

Gegen 10.00 Uhr erreichen wir das Ziel und stellen Auberginchen auf einen P+R Parkplatz ab und düsen dann in lahmen Schritt (zu mehr bin ich noch nicht fähig) zur LGS. Bei jedem Halt, an dem Christian irgendetwas fotografiert hat, fallen mir fast die Augen zu.

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So schlapp habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Keine Ahnung, was ich mir da unterwegs irgendwo eingefangen hab. Nichtsdestotrotz gehen wir noch in den pulsierenden Stadtkern von Landau, dorthin, wo der Bär steppt … wo auch immer das sein war – wir sind ihm nicht begegnet … und trinken in irgendeiner Seitenstraße noch etwas, ehe wir zurück zum Bus schlurchen und uns dann auf den Heimweg begeben.

Kurz vor unserem Heimatort halten wir noch einmal bei unserem netten Campingmensch und besorgen uns dort neue Dichtungen für den Gasherd (Brenneraufsätze, oder wie die Dinger heißen), damit das Teil nicht irgendwann noch zum Flammenwerfer mutiert. Aber schon zwanzig Minuten später sind wir zu Hause.

Wieder einmal haben wir mit unserem Busle eine schöne Reise unternommen, die letzte erst einmal für die nächsten drei Monate, denn im Juni kommen wir nicht dazu und für Juli und August ist ja unsere Jakobsweg-Tour mit den Rädern geplant. Aber vielleicht wird der Herbst noch schön genug, dass wir da vielleicht noch einmal mit dem Auberginchen für ein Wochenende wegfahren können.

Wir werden sehen 🙂

Tour Überherrn

 

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