Wir fahren den Dicken abholen…

So, nachdem wir uns relativ kurz entschlossen für einen (unbesichtigten) Setra als neues Familienmitglied entschieden haben, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, das gute Stück auch schnell in Köln abzuholen.

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Auf die Schnelle können wir Freitagmittag noch einen Zug von Kellmünz nach Köln buchen, sodass wir kurz vor Fünf am Nachmittag in Köln sein werden.

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Je mehr wir uns dem Rheinland nähern, umso ungewöhnlicher werden die Reisenden. Der Zug füllt sich mehr und mehr. Auf dem Weg zum Restaurant geht’s durch Party-Waggons. Ghetto-Blaster und eine Menge Bierdosen stehen überall rum. Die meisten der Reisenden so um die 40!

Und, wem dämmert´s? Na ja, wir Landeier waren natürlich wieder mal völlig uninformiert 🙁

OK, ein Blick auf die Kleidung reicht aus, um letztendlich zu sehen, was der Grund dafür ist 🙂

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AC/DC in Köln!!

Auf dem Domplatz ist schon richtig Partystimmung!

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Nachdem wir noch eine dreiviertel Stunde Zeit haben, bis wir uns mit Andi, dem Verkäufer, treffen, gibt es im Bäcker-Café noch einen Latte Macchiato mit was Süßem. In der Bäckerei dann eine richtig nette Begebenheit 🙂

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Zwei Herren, so Mitte dreißig, ebenfalls im AC/DC-T-Shirt betreten die Bäckerei. Sie schauen sich die Auslage mit den Süßstücken an. Die Verkäuferin wartet auf die Entscheidung. Sagt einer der beiden zu ihr: „Einmal Rock´n Roll Train, bitte“.  Die Verkäuferin ist sichtlich verdutzt und beginnt, ihre Auslage zu überprüfen, ob sie da irgendwas im Angebot übersehen hat. Anschließend meinte sie zu dem Kunden: „Hamm wa nich.“
Daraufhin der Kunde: „OK, dann nehme ich einen Quarkstollen“.
Sauwitzig in dieser Situation 🙂 Die Verkäuferin weiß wahrscheinlich bis heute nicht, was das war. Dafür ist  sie aber eh viel zu jung

Nun wird es auch schon Zeit, zur Bus-Haltestelle rüberzugehen. Andi (der Verkäufer – immer noch) hat Feierabend und nimmt uns gleich mit zum Betriebshof, auf dem auch der Setra steht.

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Er erkennt uns auch gleich von weitem, an was auch immer, hier laufen hunderte Leute rum. Eine kurze private Sightseeing-Tour lehnen wir ab, weil wir eh schon saumäßig spät dran sind. Aber wir kommen bei nächster Gelegenheit ganz sicher drauf zurück. Steht doch Köln schon länger auf der To-Do-Liste. Irgendwie klappt es aber nie, wenn wir auf der Durchreise sind.

Also, rein ins Großstadt-Gewusel mit dem Neo-Doppeldecker! Die Landeier sind erstaunt, mit welcher Leichtigkeit der Profi dieses „Riesengefährt“ durch die Kölner Innenstadt dirigiert, ohne ständig auf die Straße zu schauen.

So, nun kommt auch schon der große Augenblick! Busse kaufen, ohne sie vorher anzusehen, ist ja nicht jedermanns Sache. Aber: Erstens war er in der Anzeige super genau beschrieben, zweites hat der Verkäufer im Telefonat einen super-ehrlichen Eindruck gemacht, und drittens, das Leben ist ohne Risiko eh fad.

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OK, was soll ich sagen. Der Bus ist genau wie beschrieben. Ein ziemlich guter Zustand, mit einer Handvoll Macken, denen man einfach auf den Grund gehen muss.

Nach Besichtigung, Einweisung in die Technik und Besonderheiten, Scheibenwischertausch und Bezahlung, machen wir uns auf den Weg nach Hause. Der Bus ist übrigens noch angemeldet, und wir dürfen ihn mit diesen Kennzeichen auch überführen. Super! Danke nochmal, Andi. Das spart Rennerei.

Ausparken darf der Vorbesitzer noch. Ich kann es nachfühlen, wie es ist, wenn der Bus, den man jahrelang gehegt und gepflegt hat, vom Hof rollt.

Prompt verfahren wir uns natürlich erstmal, nachdem ich der Meinung bin, dass Lisa wieder mal Quatsch erzählt. Den Umweg schätze ich mal auf 40 km. Zumindest haben wir dadurch noch einen Pizza-Service und eine Tankstelle gefunden.

Apropos tanken! Muss man eigentlich beide Tanks einzeln befüllen oder haben die eine Verbindung, was ich eigentlich annehme, ohne in die Bedienungsanleitung zu schauen? Wir bekommen jedenfalls nur 400 Euro rein, was mir ein bisschen wenig vorkommt.

So, nun aber auf die Autobahn in Richtung Süden.

Wir fahren noch zweieinhalb Stunden und dann geht bei mir nichts mehr. Völlig übermüdet!

Auf den dritten Anlauf finden wir auch einen Parkplatz, auf dem wir wenigstens in zweiter Reihe parken können. Jetzt erstmal drei Stunden schlafen, so gut das im Schlafsitz, bzw. auf der hinteren Sitzbank funktioniert. Mehr Schlaf geht leider nicht, weil ich morgens um halb Acht Zuhause sein muss.

 

… und der Endspurt …

Unser Wecker läutet um halb vier. Für uns heißt das aufstehen, Luft aufpumpen und weiter auf der Autobahn.

Zeit für einen kurzen Vergleich mit unserer Aubergine:

Leistung hat er natürlich deutlich mehr mit dem V8, wobei das vielleicht auch ein bisschen überbewertet wird. Mit unserer Aubergine überholen uns am Berg schlicht alle. Mit dem Setra aber immer noch ein paar. Na ja, 450 PS mit leerem Sattel sind dann doch noch mal eine ganz andere Liga. Für uns reicht es vollkommen.

Auch die Luftfederung wird, zumindest auf der Autobahn, überbewertet. Sie bügelt ziemlich alles glatt, was da so an Unebenheiten kommt. Das macht unsere Aubergine aber auch nicht viel schlechter.

Über den Motorklang brauchen wir nicht reden. V8 eben! Echt geil.

Bei den Nebengeräuschen punktet der Setra auf ganzer Linie. Er ist absolut leise im Cockpit. Es knarrzt,  knackt, scharrt und jault nichts während der Fahrt. Super.

Den Verbrauch konnten wir noch nicht selbst messen. Beim Vorbesitzer waren es 26 Liter vor der Motorüberholung und 29 Liter danach. Mal sehen was bei unseren Reisegewohnheiten rauskommt.

So, dreieinhalb Stunden und zwei Kaffee später sind wir auch schon Zuhause, um festzustellen, … wir kommen die Zufahrt nicht rein!

Also, Bus auf der Straße parken und erstmal die Sträucher zurückschneiden, sowie die Flaggenhalterungen entfernen. Danach geht’s. Zwei Meter länger ergeben doch einen gewaltigen Unterschied.

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Gabi parkt den Bus noch ein. Schade, dass Sie sich so gegen den Führerschein-Upgrade wehrt. Sie macht das echt gut.

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Bevor Sie aber einparkt, hält Sie noch eine kleine Rede über die Lautsprecheranlage des Setra.

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Besten Dank noch einmal an den ehrlichen und supernetten Verkäufer für die völlig stressfreie Übergabe des „Herkules“. Schön, dass es solche Menschen noch gibt, und wir haben jetzt schon drei dieser raren Art kennenlernen dürfen. 🙂

Morgen sind dann erstmal Bestandsaufnahme, ein bisschen messen und vielleicht schon mal erste Ausbauskizzen angedacht.

Karte Köln Dettingen

 

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8 Kommentare zu Wir fahren den Dicken abholen…

  1. bronath sagt:

    Sauber!
    Bin gespannt, das Ding mal in Echt anzuschauen…
    Achja, am Donnerstag bin ich auch mal wieder auf den Spuren des Starkstroms unterwegs, AC/DC in Berlin!

    Bis bald und Gruß

  2. Gabi sagt:

    oder so 😀

  3. Der Lowrider sagt:

    Glückwunsch zu den 12 Metern,…..
    habe nie was anderes gefahren und geht doch…oder 🙂

    Wir wünschen euch viel Spass mit dem „Neuen“

    • Christian sagt:

      Geht, ganz klar. Hätte aber trotzdem nicht gedacht, dass ich bei 2 Metern mehr erstmal zum roden anfangen muß um bei uns in den Hof zu kommen 🙂

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