Prag, wir kommen – Urlaub Tag 3 – Karlsbad – Prag

Nach einer wundervoll erholsamen Tiefschlafphase, die doch tatsächlich nahezu die ganze Nacht überdauerte, begrüßen wir ausgeschlafen gegen 7.30 Uhr den neuen Tag mit zwei leckeren Kaffees aus unserer neu integrierten Kaffeemasc… – aber das hatten wir ja bereits. Dann lesen wir die Fotos der vergangenen Tage ein und versuchen nach einem kleinen Frühstück, unsere Blogartikel ins Internet zu stellen, aber leider, leider will der HotSpot nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Mit Ach und Krach schaffen wir es, die Blogartikel bis vorgestern online zu stellen, doch noch ehe wir den gestrigen Tag posten können, stürzt wieder mal der Internetzugang ab. So beschließen wir, die Zeit besser zu nutzen, um uns auf den Weg nach Prag zu machen. (Korrektur: Die Redaktion erfährt gerade, dass wir doch up to date sind. Somit widerrufen wir den vorletzten Satz und streichen ihn aus unserer Geschichte).

Wir starten um 11.00 Uhr. Ca. 121 km liegen vor uns auf einer schnurgeraden Strecke, die durch die schöne unverritzte Landschaft Tschechiens führt. Bei etwas bedecktem Himmel, der uns dennoch ein paar Sonnenstrahlen gewährt, sind wir recht flott unterwegs. Gerade sind wir unter einer Mautbrücke durchgefahren und lautstark meldet uns die Premid-Box den finanziellen Angriff auf unser Guthaben. Piep – piep – piep, das Premid, das hat uns lieb … … Zwischendurch ertönt immer wieder bei diversen Unebenheiten der Straße unsere buseigene Glocke, die unsere Tochter einstmals gefunden und neben der WC-Tür aufgehängt hat. Wir sind somit mit Gebimmel, Gebpiepe und sonstigem Gedöns gut unterhalten, weswegen das ansonsten so obligatorische Radio entfällt. Tja, dieser gleichmäßige Geräuschpegel, vermischt mit dem einlullenden Schnurren des Motors lässt mich zeitweise in eine ominöse (nicht omnianöse!) Auberginentrance fallen, aus der mich in naher Zukunft nur ein schneller Kaffee erretten kann. Augenblicklich haben wir noch 67 km bis Prag … Mal schauen, ob ich die noch ohne Schnarchgeräusche hinter mich bringen kann. Ich werde berichten …

Und mal zwischendurch noch was Wissenswertes rund um die Berkthold’sche Trägheitstheorien in Abhängigkeit mit der Drehzahl: Hach ja … es geht mal wieder bergauf und Christian hat keine Lust darauf, Gas zu geben. Wir sind ja schließlich im Uuuurlauuub, aber mal eben so mit 19 km/h bergauf zu fahren macht mich/uns nicht gerade wacher. Da hilft auch ein Kaffee nix mehr. Erst gestern sind wir mit gigantischen 5-6 km/h eine bergige Straße förmlich hinaufgeflogen, als uns ein Traktor, der auf 50 km/h zugelassen war, in Höchstgeschwindigkeit überholte. Hallo-ooo? Geht’s noch! Nee, geht gar nicht! Und so warten wir auf unseren großen Moment, an dem die Straße wieder bergab führt und wir den frechen Treckerfahrer mit Links rechts stehen lassen! Na also – geht doch! Christian muss ja nur wollen … na okay … das Auberginchen auch! Merke: Die Berkthold’sche Trägheitstheorie lässt sich nur Kraft einer abwärts führenden Straße sowie durch Gutwill unseres Auberginchens aushebeln. Ach so … und was die Trägheitstheorie besagt: Steigung in Prozent x Drehzahl = Trägheitsüberwindungskoeffizient und  wenn Christian zu träge dazu ist, effizient Gas zu geben, geht auch nix. Also: Am besten die theoretischen Theorien Theorien sein lassen, alles so hinnehmen, wie es ist und lieber eine Pause mehr machen, nur nicht gerade bergauf … Und noch 49 km bis Buffalo/Prag. (Anm. d. Red.: Kaffee-Input war erfolgreich, Schnarchen is out).

Kaum ein Stündchen später: Landeanflug auf Prag. „Oh guck mal, die Moldau … ach nee, war bloß ‘n Fischweiher!“ …

Und dann gerade mal eben noch ein Stündchen später, nach zahlreichen Irrfahrten, weil Lisa aus unserem Navi uns immer erst zu spät angezeigt hat, wie wir zu fahren haben, dann endlich auf dem ausgesuchten Campingplatz (Císařská louka 162, 150 00 Praha), auf dem es anscheinend Platz für große Camper gibt. Die Leute schlucken zwar beim Anblick der Aubergine, aber dann findet sich doch ein Plätzchen, nachdem wir den Anhänger abgehängt haben. Wir stehen zwar immer noch 1-2 Meter auf den Zufahrtsweg raus, aber damit können die Platzbetreiber leben.

Wir sind ziemlich fertig, bis Auberginchen geparkt ist. Es ist schwülheiß, unsere Kreisläufe ticken gerade ein wenig aus und wir können gar nicht so viele Fenster öffnen, wie wir schwitzen.

Nun denn … jetzt erst mal bisserl relaxen und dann sehen, was vielleicht noch geht oder nicht geht.

… Einige Zeit später …

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Okay, es geht noch was! Etwa gegen 16.00 Uhr satteln wir die Vespa und düsen (extra für Frau langsam) ca. 3.5 km an der Moldau entlang nach Prag, wo wir uns für den Restnachmittag und frühen Abend ins Wahnsinns-Menschen-Getümmel stürzen.

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Auf der Karlsbrücke ist die Hölle los.

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Die Menschenmassen schieben sich förmlich darüber, dazwischen alle paar Meter Portrait-Maler, die dich entweder schön oder als Karrikatur darstellen. Gleichermaßen viele Schmuckstände, aber auch Bettler, die in skurrilen Haltungen, auf dem Boden gekrümmt, um ein paar Kronen betteln.

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Wir kämpfen uns bis zur Altstadt durch. Dort ist zwar immer noch viel los, aber dennoch kein Vergleich mehr zu dem, was auf der Brücke geboten war. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und ziehen uns erst mal eine eiskalte Cola rein, damit wir wieder zu Kräften kommen.

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Gabi mit Vespa-Frisur

Während wir hier in einer kleinen Straßenkneipe sitzen, beobachten wir viele Oldtimer, vorzugsweise FORDS, in denen die Touris durch die Gegend gekarrt werden. Hhmm … ob das wirklich Oldtimer sind oder Replikate … Ich vermute irgendwie eher Letzteres.

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Autos und Menschen zu beobachten macht Hunger, und so beschließen wir, ein paar Meter weiter zu gehen, um unser Abendessen in einem veganen Restaurant einzunehmen.

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Unser Hunger muss schon immens groß gewesen sein, dass wir uns die 59 Stufen hohe, sausteile Treppe zu dem Restaurant antun, aber … es hat sich gelohnt. Wir bekommen eine wunderbare Brokkolisuppe, einen grünen Burger und eine Zucchini-Lasagne.

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Alles schmeckt „prima“, wie Christian dem tschechischen Kellner bestätigt, wobei ich bezweifle, dass der dieses PRIMA wirklich verstanden hat, aber unser zufriedenes Lächeln wird ihm schon gezeigt haben, was wir von seinem Essen halten.

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Danach geht’s wieder durch das Gedränge zurück zur Vespa und wir sind um 19.30 Uhr wieder zu Hause beim Auberginle.

Die tschechische Straßenführung ist hier in und um Prag schon mit Lisa absoluter Mist, aber ohne Lisa noch bescheuerter, da man absolut nicht dorthin abbiegen kann, wohin man sollte und somit erst mal wieder ein paar Kilometer Umleitung auf der 4-Spurigen fahren  muss … Frau kriegt echt die Krise!

Nichts desto trotz haben wir vor, heute Abend, wenn es dunkel wird, noch einmal nach Prag zu fahren, um ein paar Nachtbilder zu schießen.

Die Vespa wird sicherheitshalber noch einmal batterietechnisch aufgeladen, da sie immer wieder zu zockeln beginnt und gegen später werden wir die Schraubenmutter am linken, wackeligen Spiegel wieder befestigen, nachdem sie Christian beim Parken entgegen gekullert ist.

Wie das dann heute Nacht mit dem Fotografieren gelaufen ist, verraten wir euch aber erst morgen, da wir, wenn wir dann letztendlich zurückkommen, mit Sicherheit absolut bettreif sind.

Bis dann, Welt … Wir lesen uns.

 

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