Die Vespa-Schlurche immer noch in Prag – Urlaub Tag 4 – Prag

Prager Nächte sind lang … zumindest mal für Christian, der gestern Abend tatsächlich noch um 21.30 Uhr losgezogen ist, um die Goldene Stadt bei Nacht zu fotografieren. Da sich Gabi irgendwie und irgendwo etwas eingefangen hat und von Übelkeit und Schwindel geplagt war, hat sie es vorgezogen, lieber gleich ins Bett zu gehen, um sich für die nächsten Urlaubstage wieder zu erholen, anstatt ihren Magen auf der Vespa und über das Kopfsteinpflaster von Prag noch mehr durchzuschütteln.

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Christian („Ich bin in 1-2 Stunden wieder hier.“) hat sich – zum Glück – dennoch auf die Socken gemacht und so können wir heute die wunderschönen nächtlichen Fotos der tschechischen Hauptstadt bewundern.

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Er war jedoch nicht der Einzige, der Nächtens unterwegs war. Vor allem die Karlsbrücke war auch zu später, bzw. früher Stunde noch gut besucht. Auf den Bildern sieht das zwar nicht so aus, was jedoch daran liegt, dass der Fotograf mittels Langzeitbelichtung die vielen Besucher einfach weggezaubert hat.

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Aus den 1-2 Stunden wurden dann 4 Stündchen, aber da Gabi ja die Rückkehr ihres Herzblatts nur am Rande in Auberginen-Schwindel-Trance miterlebt hat, konnte sie sich somit auch keine Sorgen darüber machen, dass Christian erst später nach Hause zurückkehrte.

Am nächsten Morgen – sprich heute – ist Frau wieder gut erholt. Gemütlich bearbeitet Christian seine Foto-Ausbeute der Nacht, dann frühstücken wir gemütlich und stellen uns seelisch und moralisch auf einen sehr heißen Sonnentag ein, ehe wir mit Vespi wieder losdüsen, um heute die Prager Burg unsicher zu machen.

Kaum angekommen, wollen wir uns natürlich einen klitzekleinen Parkplatz am Eingang zur Burg verschaffen, werden jedoch gleich von zwei Security-Männern verscheucht. „Mit Motorrad nix parken! Dort gehen auf Parkplatz!“

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„Dort“ ist jedoch relativ, denn wir sehen in nächster Nähe nichts Derartiges. So fahren wir einfach ein paar Meter zurück und klemmen die Vespi in ein begrüntes Eck der hohen Mauer, die den „Royal-Garden“ blickdicht umschließt. Prima Parkplatz! Nur für uns! Wie freundlich!

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Nun kann’s losgehen und wir stürzen uns ins Burggetümmel aus Amerikanern, unendlich vielen Japanern, Deutschen, Tschechen und weiß der Geier noch für Nationalitäten. Und wir stellen fest, eigentlich sind doch alle Menschen gleich! Alle sind fasziniert von dem, was sie sehen, alle schwitzen, alle haben Durst und alle fotografieren, was das Zeug hält. Beeindruckend, was uns so alles vor die Linse(n) kommt.

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Nichts desto trotz sind wir schon recht bald von der Hitze geplagt und beschließen, uns für eine Weile auf das an dem Fuße der Burg stattfindende Ritterturnier zu begeben, erstens, weil Gabi das schon lange mal sehen wollte und zweitens, weil es dort sicherlich etwas Kühles zu Trinken gibt.

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Es ist toll, was für eine Show die Rittersleut samt Knappen und mittelalterlichen Tänzerinnen zeigen.

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Wir sind begeistert und Gabi verliebt sich augenblicklich (nein, nicht in den jugendlich anmutenden Ritter) in einen traumhaften Schimmel.

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Was für ein wundervolles Pferd und für einige Zeit kommen bei Frau Erinnerungen an die eigenen Pferde auf, die sie eine lange Zeit ihres Lebens begleitet hatten. Leider sind unglaublich viele Menschen, die die Ritterspiele aus nächster Nähe anschauen und somit hat Frau, die anscheinend etwas zu klein geraten ist, größte Schwierigkeiten, auch nur ein anständiges Foto hinzukriegen …

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Wo is’n der Hals von Ritter Christian, dem Großen, geblieben???

Aber wofür gibt es Ritter Christian, den Großen, seines Zeichens Fotograf für Überkopfaufnahmen und somit entsteht sogar ein kleines Filmchen von dem Spektakel, zumindest einmal so lange die Akkus durchgehalten haben. Geil! War wirklich klasse! Super Show und ein fettes Daumen-hoch für die Akteure … Ah ja … und was Kaltes zu trinken gab es selbstverständlich auch, was die Sternchenzahl von 10 gerne auf Unendlich hochtreibt.

Nach etwa zwei Stunden tigern wir weiter und schauen uns den Veitsdom an.

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Ein sehr schönes Bauwerk, welches uns z.T. aber absolut an das Ulmer Münster erinnert. Hat da ein Architekt wohl abgekupfert??? Egal. Es ist immer noch heiß und so langsam werden wir immer langsamer und lechzen erneut nach einem kalten Getränk.

 

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Oh Mann, warum immer ICH ???

Allzu lange halten wir uns nach unserem gestillten Durst nicht mehr auf. Völlig groggy latschen wir zurück zu Vespi und genießen anschließend den kühlen Fahrtwind zurück zum Campingplatz, wo wir uns nach einem kurzen Durchhänger sofort wieder an die Fotos und das Bloggeschreibsel machen.

Augenblicklich fährt ein schwarzes Wohnmobil hier ein. Totenkopf und Grablaternle anstatt einer Buströte auf dem Dach, Leichenwagenornamente wo andere ansonsten ihre Markise angebracht haben, Fenster halb verhängt mit schwarzen Vorhängen, Skelett im Fenster, Skelett auf dem Beifahrersitz, überhaupt … Skelette ohne Ende, soweit das Auge blickt, Fledermäuse am Spiegel, Vampire hinten und vorne und innen und außen, umgedrehte Kreuze … ein fahrbares Gruselkabinett, das direkt neben uns parkt.

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Okay, die Bilder sind jetzt nicht gerade der Brüller, aber wir wollen ja nicht aufdringlich sein und das Fahrzeug gleich nochmal ablichten. Aber wer das Heck des Wohnmobils anschaut, kann sich den Rest dazu wirklich denken.

Ich möchte fast wetten, dass der Typ in einem Sarg schläft … Uff – will Frau diese Energie? Nee, nicht wirklich, obgleich sie Skelette eigentlich klasse findet. Aber dann kreuzt der Fahrer ganz freundlich bei uns auf, um uns zu sagen, dass wir die Fahrzeuge tauschen sollten, am besten gleich mit den Papieren, denn sowas, wie unser Auberginchen sucht er schon länger und ist total begeistert davon … Na toll! Aber will ich ein umgebautes Leichenwagensargmobil??? Never!!!!! Okay, aber neugierig sind wir schon und gehen nun doch einfach mal rüber, damit wir wenigstens noch das ein oder andere Bild von diesem mobilen Tatoo-Studio haben. Sowas muss man einfach gesehen haben! Aber drin wohnen – nein danke! Echt nicht. Die Leut allerdings sind nett und aufgeschlossen, dennoch … irgendwie … nee, nä? Weiß gar nicht so recht, was ich sagen soll. Und das soll viel heißen, wenn der Autorin plötzlich die Worte fehlen. Jedenfalls hatte er wohl schon einmal so ein fahrbares Teil, bei welchem er oben auf dem Dach einen Sarg installiert hatte, der vom Pseudo-TÜV wohl auch als Transportkiste eingetragen wurde … Na Mensch und bei normalen Fahrzeugen schei…en sie wegen jedem kleinen Mist rum. Versteh einer die Welt.

So, aber jetzt werden erst mal Spaghettis gekocht, da es im Campingplatzrestaurant eh auch nur Tortellini gibt. Und dann beschließen wir den Abend und relaxen draußen einfach noch ein wenig vor uns hin und genießen den leicht aufkommenden Wind und den bedeckten Himmel, der nach der heutigen Hitze richtig gut tut, aber leider nicht gerade dafür spricht, dass das Wetter morgen auch wieder so schön wie heute wird, aber man wird sehen. Ist ja schließlich noch nicht morgen und bis dahin kann sich ja schon wieder alles ändern.

Adios Welt – bis morgen in alter Frische, wenn es heißt: Lipno – wir kommen! Und damit es euch bis dahin nicht langweilig wird, gibt’s hier noch ein kleines Filmchen zum Angucken.

 

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