Mal wieder Zeit für eine Auszeit – Tag 3 Schleierfälle

Heute Morgen bin ich ausnahmsweise mal vor Christian auf den Beinen. Gegen 7.00 Uhr stehe ich auf, schleiche mich aus dem Bus und setze mich in die aufgehende Sonne.

Es ist herrlich!

Die Ammer rauscht, der stahlblaue Himmel ist wolkenfrei, die Sonne beleuchtet schon jetzt die Wipfel der unterschiedlichsten Bäume und taucht sie in ein traumhaftes Farbspiel. Die Natur erwacht, unglaublich viele verschiedene Vogelstimmen sind zu hören und ein aktives, süßes, schwarzes Eichhörnchen turnt durch das Geäst. Mit Leichtigkeit schwingt es sich von einem Baum zum anderen und stellt Tarzan mit seiner Akrobatik absolut in den Schatten.

Ich koste jeden Augenblick dieses herrlichen Morgens in all seinem Facettenreichtum aus.

Christian kommt gegen 8.00 Uhr dazu und gemeinsam genießen wir unseren Morgenkaffee und unser Frühstück in dieser mystischen Stimmung.

Ammer mit WZ-34

Etwa zwei Stunden später satteln wir bei schönstem Wetter wieder die Räder. Heute möchten wir zu den Schleierfällen fahren und dort eine Menge Fotos machen.

Relativ schnell haben wir unsere Radstrecke hinter uns gebracht und ketten irgendwo unsere Räder fest, denn jetzt müssen wir zu Fuß weiter.

Radtour Schleierfälle

Unser Weg führt uns steil bergab und steil bergauf über wurzelüberzogene Pfade, die von vergangenen Unwettern z.T. gnadenlos ausgewaschen und mit Fließwasser durchtränkt sind. Zum Glück haben wir unsere Dregging  Drecking  Treckingsandalen an, die sich schon kurze Zeit später im Ammerwasser wieder von selbst reinwaschen.

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Als wir an den Schleierfällen ankommen, ist dort noch nicht viel los, sodass wir freie Bahn haben, um den Wasserfall aus allen möglichen Perspektiven heraus und mit tausend verschiedenen Einstellungen filmen und fotografieren zu können. Herrlich! Genauso haben wir uns das vorgestellt.

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Wir sind ziemlich lange dort.

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Im Anschluss daran klettern wir noch in eine kleine Höhle und versuchen dort unser Fotoglück. Leider schaffen wir es nicht wirklich, diesen unterirdischen Raum mit unserer mitgebrachten Taschenlampe vollständig auszuleuchten, um wirklich schöne Bilder zu machen, aber man kann dennoch wenigstens ein bisschen was erkennen … Na ja … sooo schlecht sind die Fotos im Nachhinein betrachtet nun auch wieder nicht …

Höhle

 

Inzwischen ist es fast 15.00 Uhr, es ist superheiß und wir haben einen immensen Drang nach einem kühlen Getränk oder besser noch, nach zwei eiskalten Getränken. Also vertagen wir unseren eigentlich geplanten Fototermin an der Scheibum und nehmen das direkte Sträßchen zu einem netten Gasthaus, welches nur einen Katzensprung von unserem Bus entfernt auf der Strecke liegt. Boah, das ist jetzt wirklich Rettung in letzter Minute. Wir sind – trotz anfänglicher Durststillung durch Quellwasser – mittlerweile fast ausgetrocknet und ja, der kleine Hunger macht sich auch so langsam bemerkbar.

Bei eisgekühltem Apfelsaftschorle und ebenso kaltem Cola lassen wir uns eine kleine Vesperplatte mit Obatztem schmecken. Sehr lecker!

Neben uns haben sich Taufgäste eingefunden. Sie stoßen auf das Wohl des Täuflings an, lassen sich die rosafarbene Bären-Buttercreme-Torte schmecken und wir werden den Verdacht nicht los, dass der Papa drei Kreuze machen und froh sein wird, wenn der ganze Trubel wieder vorüber ist. Aber der geht jetzt eigentlich erst mal los, indem die Taufgeschenke überreicht werden, derweil der kleine Bruder das Tauf-Schwesterchen fast bis zum Erbrechen in einem Wiegestuhl mit Wucht vor- und zurückkippt. Mir wird schon vom Zuschauen schlecht. Schöne Geschenke, die es gibt … ein besticktes Kissen und – ich glaube – Bettwäsche, sowie alles Mögliche, aber das Schönste ist ein LEGO-Spielset für 4-6-Jährige … Toll! Bis das Kleinkind dieses Alter erreicht hat, wird dieses Spiel mit Sicherheit nicht mehr vollständig sein und jenes Geschenk war somit für die Katz bzw. aller Wahrscheinlichkeit nach eher für den älteren Bruder, der eh schon etwas grimmig schaut, weil sich alles um die Schwester dreht und sie tausend Geschenke bekommt, derweil er in die Röhre guckt … Wer weiß, vielleicht schaukelt er das Mädel so extrem, um seinen kindlichen Frust abzubauen.

Mir schräg gegenüber sitzt ein mittelalterlicher Herr, der spricht und lacht und lächelt und lacht und spricht … wirklich nett … ich frage mich nur mit wem, denn an seinem Tisch sitzt keine weitere Person und er hat auch keinen Knopf im Ohr, was auf ein Telefongespräch hindeuten würde … Na ja, aber eigentlich ist es ja klasse, wenn man sich mit sich selbst so freundlich und nett unterhalten kann.

Nachdem bei uns der erste Hunger und unser Wahnsinnsdurst gestillt ist, fühlen wir uns gestärkt genug, die zwei Minuten bis zu unserem Auberginchen zu fahren, um den Rest des Tages mit Blogschreiben, Film- und Fotosichten, Grillen und Relaxen zu verbringen.

Wir sitzen nicht lange an unserem Tischchen, da bekommen wir Besuch von einem sehr netten Münchner, der sich zu uns gesellt und uns mit vielen kurzweiligen Geschichten rund ums Leben unterhält. Es ist immer wieder schön, nette, freundliche und bodenständige Menschen kennenzulernen.

Derweil ist es schon 19.00 Uhr und Christian beginnt damit, den Grill einzuheizen … Zum Glück benötigt dieses Teil eine geraume Zeit, bis es wirklich heiß ist, denn eigentlich habe ich nach unserem Vesper in der Wirtschaft noch keinen richtigen Hunger.

Mit dem Münchner – da fällt mir ein, dass wir gar nicht wissen, wie er heißt – kommen wir in unseren Geschichten von A nach Z und wieder zurück, lauschen gebannt den Ausführungen über ausgenommene Thunfische mit glänzenden Körpern, Sardinische Traumlandschaften, chinesische Möchtegern-Ärzte, geheime Wohnmobilstellplätze, Kastenenten, Bierkutschern, Idiotentests, Käseverkaufsstellen, Weißwarefrauen, die erst mal den Haushalt in ihrem Gefährt erledigen müssen, ehe sie Besuch empfangen  und vieles mehr.

Der Abend und die halbe Nacht gehen somit ziemlich schnell vorüber. Wir grillen bei sternenklarer Dunkelheit, die uns jedoch nur erahnen lässt, wann die Steaks durch und die Kartoffelscheiben verbrannt sind. Egal … schmeckt trotzdem und tut unserem vergnüglichen Abend keinen Abbruch.

Es ist so gegen 23.30 Uhr, als wir uns dazu aufraffen, ins Bett zu gehen. Zum Glück bin ich keine Weißwarefrau, sonst hätte ich doch glatt noch den Abwasch erledigen müssen. So jedoch verschiebe ich dies einfach auf morgen … die Teller rennen mir schon nicht davon.

Alsdann – schlaf gut, Welt … ich bin hundemüde …

 

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