Schweizer Wohnbustreffen in Büsingen/Deutschland – Tag 5 – 22.08.2016 – Wir bleiben noch einen Tag in Murg

Meine Nacht war etwas durchwachsen und ich bin ganz froh, als der Tag beginnt. Strahlender Sonnenschein begrüßt uns heute und die Aussicht darauf, dass es beim nahen Freibad eine funktionstüchtige Toilette gibt, schenkt mir bereits einen schönen Morgen. Mit einem Seitenblick auf den Zerhacker verlasse ich den Bus  und … Mist! Das Klo ist noch geschlossen und ich habe keine Ahnung, wann die diese Sanitäranlage öffnen. Zähneknirschend beschließe ich, unseren Zerhacker bei nächster Gelegenheit zu zerhacken! Mann, es gibt nichts Schlimmeres, wenn magen-/darmgeschädigte Frau keine Möglichkeit des „Entsorgens“ hat! Grrrrrrr …

Die Männer, sprich Christian und Chris, wälzen erst mal das Problem des Weiterfahrens und diskutieren aus, wo es als nächstes hingeht. Letztendlich beschließen sie/wir, dass wir heute noch hier am schönen Rhein bleiben und dass wir erst morgen weiterfahren. Mein Herzblatt und ich werden heute, sobald sich mein Magen etwas beruhigt hat, die Räder besteigen und den Murgtalpfad beradeln, zumindest mal, soweit es unsere Kondition zulässt.

Jetzt jedoch bringe ich erst mal den Block auf Vordermann und Christian holt Frühstück. Ich radle etwas später in die Apotheke und hoffe auf eine baldige Wirkung von Buscopan.

Gegen 12.00 Uhr hat sich mein Bauch ein wenig beruhigt. Wir satteln die Räder und fahren nach Bad Säckingen, wo wir kurze Zeit später den Busfahrer, der uns an unseren Ausgangspunkt (Nähe Murgquellen) bringen soll. Zuerst einmal verladen wir die Räder auf den geilsten Radständer aller Zeiten, der am Heck des Busses angebracht ist. Einfach genial das Teil. Sowas hätten wir auch gerne. Danach fragt Christian den Busfahrer nach den Murgquellen, doch der versteht nur Murg und scheucht uns wieder aus dem Bus. „Murg fahren Bus hinter mir!“ … Hhmm, aber der hat doch 1. gar keinen Fahrradständer drauf, 2. wollen wir nicht nach Murg, denn da kommen wir ja gerade her und 3. kann der Mann einfach nicht zuhören – ist total gestresst, der Arme. Doch noch ehe er das erste Rad wieder runternehmen kann, kapiert er dann doch endlich, anhand unserer Karte, wo wir hinwollen. „Ja, ja, fahr ich hin! Oh Mann!“ spricht’s und bugsiert uns wieder Richtung Buseingang. Danach versucht er, für uns ein Ticket rauszulassen und kriegt hierbei total die Krise, weil das Gerät unsere Haltestelle nicht nimmt. Letztendlich erlässt er uns die letzten drei Haltestationen und ist froh, als er endlich Ruhe vor uns hat.

 

Wir lassen uns dann durch unendliche Serpentinen und Hinterlandsdörfer vorbeikutschen, bis wir etwa eine Stunde später endlich dort sind, wo wir unsere heutige Radtour starten wollen.

Fast fühlen wir uns in unsere Pilgerzeit versetzt, denn gelbe Pfeile, wie auch gelbe Rauten zeigen uns den Weg.

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Vorbei an  hölzernen Eulen, wundervoll blühenden Moorwiesen, einem Kraftwerk mit eigenem Museum (welches geschlossen hat), sowie an einer Glasbläserei (die ebenfalls zu ist) und einem Freilichtmuseum (welches ebenfalls – na, wer errät es? Ja genau … aber das hatten wir bereits mehrfach), über traumhafte Feld-/Wald- und Wiesenpfade, diversen steilen und weniger steilen Trails, fahren wir an der Murg entlang und genießen diese herrliche Strecke ausgiebig.

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Wunderbare Felsentunnels, kleine Wasserfälle, z. T. wildes Urwaldgebiet öffnen ihre Schönheit für unsere Augen.

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Wir sind total begeistert, zumal die letzten 10 km immer ganz leicht bergab verlaufen, sodass wir nun doch noch rechtzeitig zurück auf den Platz kommen, um noch im Naturbad eine Runde schwimmen zu gehen. So hüpfen wir gegen 18.15 Uhr ins eiskalte Nass … Also gut … Dieses Mal hüpft und springt Christian wirklich einmal zuerst ins Wasser (Leute, macht ein Kreuz an den Kalender und ruft einen neuen Jahres-Feiertag aus!!!), derweil ich tatsächlich einen Moment länger brauche, bis ich mich dazu überwinden kann, in das eisige Wasser zu gehen. Aber kaum bin ich drin, finde ich es auch schon superschön und angenehm. Klasse! Genau der richtige Abschluss nach einer langen Radtour.

Eine gute Stunde später gibt es Abendessen im Kreise der noch verbliebenen Wohnbusfahrer. Frank und Bärbel haben uns heute bereits verlassen und morgen wird die Daffy-Crew mit uns weiterreisen. Helmar bleibt mit seiner Familie noch einen Tag hier am schönen Rhein, was Harry vorhat, davon weiß ich noch nichts.

Jetzt jedenfalls ist es 22.00 Uhr und ich werde mich noch ein wenig zu den anderen gesellen, ehe das Busbett ruft.

So long, Welt, ich hoffe, dein Tag war genauso toll wie der unsrige.

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