Start in die Saison 2017

Wir starten mit unserer Aubergine in die Saison 2017.

03.03.2017

Zumindest haben wir sie aus dem Winterschlaf erweckt. Ein richtiger Winterschlaf war es eigentlich gar nicht, da diverse Arbeiten anstanden um wieder den physischen Gleichklang mit unserer HU Prüfstelle zu erlangen. Mit anderen Worten, uns wurde im November die Plakette verweigert, weil sich an Boden und Hilfsrahmen die ein oder andere durchgerostete Stelle zeigte.

Nachdem uns die Arbeiten am Saviem wohl doch mehr geprägt hatten als wir dachten, sahen wir es kaum als sinnvolle Option an, an den betreffenden Stellen nur Bleche „drüber zu braten“, also haben wir den Winter (oder zumindest die wärmeren Tage davon) genutzt, um alten Unterbodenschutz abzukratzen und noch viel mehr schadhafte Stellen freizulegen als die Prüfstelle uns jemals hätte zeigen können. Diese haben wir dann großzügig ausgetauscht, grundiert, abgedichtet und mit transparentem Wachs versiegelt. Auf die Art und Weise kamen einige Meter Rahmenrohre neu rein und auch der Kofferboden wurde zur Hälfte gegen neue Bleche getauscht. Der Rest des Kofferbodens wurde entsprechend aufgearbeitet.

Dementsprechend schnell und einfach, vor allem aber „Mängelfrei“ ging dann auch die Hauptuntersuchung über die Bühne, und endlich war unser Auberginchen auch wieder einsatzbereit.

Für uns geht die erste Fahrt wie meist in den Jahren zuvor auch, zur „Retro Classics“ nach Stuttgart. Zuvor wollten wir aber noch einen Fahrrad-Hundeanhänger in Freudenstadt abholen und uns mit Jean-Pierre in Straßburg treffen, der für uns ein originales Überlandbushaltestellenschild (das ist mal ein Wort, oder ? 😉 ) besorgt hat.

Premiere haben dabei auch unsere Hunde, die ja noch nicht Wohnbus-erprobt sind und deren erste Fahrt bevorsteht.

 

Wir starten fast pünktlich am späten Vormittag, nachdem wir noch die Pumpen eingebaut und alle Undichtigkeiten an den Anschlüssen beseitigt haben – glauben wir zumindest im Augenblick unserer Abreise!. Später stellt sich dann heraus, dass an dem Konus, der die beiden Schläuche (Wasserzufuhr zum WC) verbindet, irgendetwas undicht ist und sich ein wahrer Springbrunnen im WC-Raum bildet, wenn die Pumpen eingeschaltet sind. Toll! Bemerken wir natürlich erst, als der Raum schon ziemlich durchnässt ist! Und nochmal „TOLL“! Funktioniert mal der Zerhacker, kackt das Wasser rum! Egal! Dann bringen wir die drei Tage halt ohne Tankwasser rum!

Es geht über die schwäbische Alb in den Schwarzwald. Das Geschäft in Freudenstadt ist schnell erledigt und für uns geht es gleich weiter über die Schwarzwaldhochstraße (brrr, hier in Kniebis liegt bei knapp 900 Höhenmetern noch richtig Schnee) in Richtung Rheintal.

Wir treffen uns mit Jean-Pierre am Place de l´Etoile in Straßburg. Dort ist ein Busbahnhof, der es aber nur zulässt, mit Bussen bis maximal 15 Minuten zu halten. Auch Jean-Pierre fällt in der Innenstadt von Straßburg keine geeignete Alternative ein, wo wir unseren Bus parken könnten. Eigentlich wollten wir ja noch ein oder zwei Stündchen die Innenstadt unsicher machen und uns das Münster ansehen, aber in Anbetracht dessen, dass es schon später Nachmittag ist und wir mit dem Bus außerhalb parken müssten, um dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu kommen, überlegen wir es uns anders und entschließen uns, noch ein Stück in Richtung Stuttgart zu fahren, damit wir morgen, relativ früh unseren angestammten VIP-Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Messe-Haupteingangs einnehmen können.

Wir fahren noch bis Pforzheim und drehen eine Ehrenrunde, auf welcher wir leider keinen ruhigen Wanderparkplatz mit Blick auf einen schönen See finden. Also fahren wir doch auf den (kostenlosen) Pforzheimer Wohnmobilstellplatz, um dort die Nacht zu verbringen. Wir teilen uns den relativ großen Platz mit 3 Joghurtbechern und einem Wohnwagengespann. Der Platz ist aber groß genug, sodass wir auf Kuschelcamping gut verzichten können.

Bei einem der drei Wohnmobile sind die Hydraulikstützen ausgefahren um das Mobil geradezustellen.

Soweit noch nicht ungewöhnlich. Kurios ist aber, dass der Fahrer des Mobils dieses zusätzlich noch auf den obligatorischen Keilen abgestellt hat, nach dem Motto doppelt hält besser (aber etwas schief steht es trotz aller Liebes- oder Hydraulikstützenmüh!)

Für uns gibt es noch die obligatorischen Pasta mit rotem Pesto und dann geht’s früh ins Bett.

 

04.03.2017

Jetzt gibt es erstmal Frühstück mit frischen Backwaren, nachdem der Bäcker nur einen Steinwurf vom Stellplatz entfernt ist.

Nach dem ausgiebigen Frühstück starten wir dann auch schon in Richtung Stuttgart. Eine knappe halbe Stunde später, an der „Messepiazza“ brauchen wir nur noch den Park-Security-Mann von unserer „Sonderabmachung mit der Messeleitung“ bezüglich unseres angestammten Parkplatzes überzeugen und schon können wir uns samt Hundis (sie sind superbrav, müssen nur noch lernen, nicht bei jedem Hund in Gebell auszubrechen) ins Getümmel stürzen.

Wir sehen uns vor allem die Halle mit den US-Cars an, die Halle mit den Nutzfahrzeugen und die italienischen Klassiker.

Die Busse in der Nutzfahrzeug-Halle werden irgendwie auch immer weniger.

Aus dem Auwärter-Fundus sind ein paar Exponate zu sehen. Am Interessantesten vielleicht noch der „Rossberg-Doppeldecker“, welcher, ich glaube im letzten Jahr, mal zum Verkauf stand. Auch dieser wurde offensichtlich von Auwärter zurückgekauft.

Ein Setra 125, welcher auf den ersten Blick nicht so recht in die gewohnte Setra-Optik passen will

und ein paar Stadt- und Überlandbusse von Setra und Mercedes.

Vom Busmuseum im Wissembourg war ein Renault S53R aus 1981 zu bestaunen, also der direkte Nachfahre unseres Monsieur Saviem. Die Ähnlichkeiten unseres Busses mit den späteren Baureihen ist dabei unverkennbar, wenn auch dieser Saviem schon Kunststoff verbaut hat, an Stellen, an denen bei uns noch schönstes Alu zu sehen ist. Die Krückstockschaltung ist auch hier noch vorhanden, wenn auch schon „Richtig rum“, also von links nach rechts.

Alles in allem hatten wir das Gefühl, dass oftmals immer die gleichen Händler mit den selben Fahrzeugen auf der Messe auftauchen. Was verkaufen die dann eigentlich so? Schade fand ich auch, dass immer mehr aktuelle Fahrzeuge zu Werbezwecken auf der Messe zugelassen werden. Sei es die komplette aktuelle Bentley-Modellpalette der neueste Aston Martin DB 11, aktuelle Mercedes und Jeep-Modelle, wie auch Ferrari.

Das Gefühl sich unter Oldtimer-Bastlern zu bewegen, geht irgendwie von Jahr zu Jahr mehr verloren. Es sind Unmengen von zu Tode-restaurierten Fahrzeugen zu sehen. Die gut erhaltenen Alltagsklassiker oder „Scheunenfunde“ sind eigentlich kaum mehr zu entdecken. Wenn, dann wurden sie nach draußen auf die Messepiazza verbannt. Ich möchte nicht sagen, dass es unsere letzte Retro-Classics war, aber irgendwie hat sich doch etwas das Gefühl manifestiert, dass wir zumindest mal eine „Retro-Classics-Pause“ brauchen. Für den jeweiligen „Saisonauftakt“ Anfang März gibt es sicher auch andere lohnende Ziele für uns.

Nach ein paar Stunden brechen wir die „Veranstaltung“ dann auch ab und fahren nach Hohenheim, um im dortigen Schlossgarten und Landesarboretum auf die Suche nach den zeitigen Frühlingsblühern zu machen.

Wir entschließen uns, erst am Sonntag wieder heimzukehren und fahren anschließend nach Wiesensteig, um am Parkplatz der Burg Reußenstein zu übernachten.

Die Nacht ist zwar etwas stürmisch und regnerisch, aber unsere Standheizung sorgt für einen kuscheligen Bus, was will man mehr. Es ist ein weitläufiger und sehr ruhiger Platz auf dem wir alleine stehen, allerdings sehen wir nicht, wie im Internet beschrieben, bis ins Alpenvorland, was sicher nicht nur an den tief hängenden Wolken liegt. Egal, wir haben oft genug die Gelegenheit, bis ins Alpenvorland zu blicken 😉 Wo ist eigentlich das Alpennachland? Das müssen wir unbedingt mal suchen.

Ein letzter Gassigang für heute mit den Hunden, die sich im Übrigen als DIE perfekten Busbegleiter etabliert haben, dann noch ein Filmchen gucken, ehe wir ins Busbett (die Hundis auf die Buscouch) sinken.

 

05.03.2017

Wir sind heute schon relativ früh auf, da die Hundis mal raus müssen. Egal. Danach wird der Blogartikel aufs Laufende gebracht, etwas Frühstück gibt’s auch, dann beschließen wir, zur Ruine der Burg Reußenstein zu laufen und uns das Ganze vor Ort anzuschauen. (Bilder sind leider vom Handy und von daher qualitativ echt Mist!)

Eine weise Entscheidung, wie sich schon zehn Minuten später herausstellt (denn arg viel länger muss man nicht laufen, um direkt vor der Ruine zu stehen). Es ist herrliches Wetter, allerdings pfeift uns ein saukalter Wind um die Ohren, während wir das Bauwerk erklimmen.

Leider gibt es hierzu nur ein paar Handyfotos, aber man kann sich zumindest mal ein Bild davon machen. Wir finden die Burg (klein aber fein) wunderschön und können nur empfehlen, dort mal vorbeizuschauen. Es lohnt sich wirklich.

Durchgefroren kehren wir wieder zurück, trinken noch einen Kaffee zum Aufwärmen, dann geht’s auch schon wieder in Richtung Heimat, wo wir gegen Mittag dann eintrudeln.

 

Fazit:

Unsere Auberginen-Saison-Eröffnung mit unseren neuen Busbegleitern war wunderschön und wir freuen uns unbändig darauf, bald wieder durchzustarten. Wir können Andechs schon förmlich rufen hören.

Bis denne dann … wir sehn uns!

 

 

2 Kommentare zu Start in die Saison 2017

  1. Chris sagt:

    Scheee!
    Ihr glücklichen könnt die Saison schon eröffnen, uns feht noch 1. die HU, 2. die Zulassung!
    Wie ihr sicher schon gemerkt habt, mache ich dieses Jahr auch schon mal eine Retro Classics Pause – wie scheinbar auch noch viele andere. Habt ihr gar niemanden der bekannten Gesichter getroffen?

    Gruß aus dem Vorwahlkampf,
    Chris

    • Christian sagt:

      Hi Chris,
      nein, uns sind keine Bekannten über den Weg gelaufen.
      Wir sind aber auch kurz nach Mittag eben schon wieder abgedüst um andere Schwerpunkte zu setzen 🙂
      Saisonstart bei euch nach Andechs?

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