Manchmal könnte es so einfach sein …

… ist es aber nicht.

Irgendwann im Sommer wollten wir unsere Camino-Erinnerungen wieder auffrischen und hierzu unbedingt an den Atlantik fahren, doch dann nahm Christian im Juli einen neuen Arbeitsplatz an, der es nicht ermöglichte, in den warmen Monaten gleich schon wieder Urlaub zu nehmen und somit reifte der Gedanke, unsere Spanien-Atlantik-Tour auf die Wintermonate zu verschieben.

So verging das Jahr und der Dezember rückte immer näher und damit auch unser Abreisetermin, den wir auf den 25.12. fixiert hatten.

Noch immer kämpft das Auberginchen mit der defekten Lichtmaschine und so bestellen wir eine Woche vor Weihnachten – Dank ebay – eine originale, überholte Lichtmaschine, die Christian noch einbauen möchte, damit wir endlich wieder dauerhaft mit Licht fahren können, was uns seit unserer Köln-Messetour versagt geblieben war. Insider kennen diesen Blogartikel, in dem wir unser Leiden an der Autobahn beschrieben haben.

Das Teil wird auch sehr schnell geliefert und Christian ist guter Dinge, als er es mit nach Ingolstadt nimmt und in seiner wenigen Freizeit dann auch gleich einbaut, doch dann … zack … auch diese LIMA scheint defekt zu sein – gibt’s doch nicht … oder vielleicht auch gleich wieder „zerschossen“? Aber warum zum Teufel?

Mein Herzblatt fährt zum Boschdienst, um dort nachschauen zu lassen, doch die kommen auch auf keinen richtigen Nenner. Vielleicht doch auch noch zusätzlich zur BAYWA-Technik … Irgendwer muss doch irgendetwas finden! Der Techniker dort nimmt sich recht viel Zeit und tippt darauf, dass der Fehler irgendwo im Armaturenbrett versteckt ist … Na toll! Kennen wir doch unseren kiloschweren Kabelsalat, in dem sowieso keiner mehr durchblickt … aber immerhin – ein Ansatzpunkt wenigstens, aber so richtig findet auch er nichts. Christian ist nach vielem Hin und Her langsam auch ratlos – die Zeit bis zu unserer Abreise wird immer knapper – die Hilfecrew des Busforums läuft auf Hochtouren auf und Ronny erscheint vor Ort in Neuburg, um Christian beizustehen. Gemeinsam messen sie nochmals alles durch, grübeln, grübeln und studier’n und kommen dann zum Schluss, dass der Fehler irgendwo im Zuleitungskabel stecken muss, was heißt … Kabel neu ziehen und es muss nochmals eine neue Lichtmaschine her.

 

Boah, die ganze Aktion sauteuer, aber hilft ja nix. Im 57 km entfernten Altshausen gibt es doch dann auch tatsächlich jemanden, der neue Lichtmaschinen verkauft und da wir ja – wie wir dann erfahren – auch gar keine originale LIMA einbauen müssen, ist das neue Teil schnell erworben und Gabi tuckert am 22.12. los, um es abzuholen. Ja ja, ist ja nicht so, dass mir kurz vor Weihnachten langweilig wäre, aber was hilft’s … das Busle muss ja schließlich f unktionieren, wenn wir mit ihm auf große Tour wollen.

Christian macht sich auch alsbald daran, die LIMA einzubauen. Ein neues Kabel soll dann in diesem Zuge auch gleich eingezogen werden und gleichermaßen wäre es doch auch sinnvoll, gleich die überflüssigen Kabel aus dem Salat unter dem Armaturenbrett zu entfernen, zumal wir den Weg des alten Kabels irgendwie nach unten und nach oben verfolgen sollten, um zu wissen, wo es letztendlich landet. Aber hallo-o geht’s noch? Die blinden Kabel zu entfernen, kostet im Augenblick doch nur Zeit, die wir nicht haben! „Mach mal!“, sagt mein Herzblatt und ich steh da und blicke gar nix mehr. Um das Kabel zu verfolgen, sollte ich sämtliche Isolierungen aufschlitzen (Hilfe, was, wenn ich eines der kleinen Kabel verletze?), was aber gar nicht möglich ist, weil das Kabelgewurschtel mittels diverser Brettchen, Schrauben und Metallbänder unter dem Armaturenbrett fixiert ist. Zudem verläuft das Kabel irgendwo hinter dem Sicherungskasten, der ebenfalls mit 4 Schrauben, die absolut nicht mehr zu öffnen sind, befestigt ist. Ich kriege die Krise, könnte Schraubenzieher samt Cuttermesser quer über den Hof schmeißen und bin felsenfest davon überzeugt, dass ich sogar zu blöde bin, um Schrauben zu entfernen. Mittlerweile wird es dunkel draußen, es ist saukalt, Christian ist ebenfalls ein bisserl am Anschlag, weil der Einbau der LIMA auch irgendwie nicht ganz so gut funktioniert, wie es sollte und er auch noch Ölwechsel und diverse Kleinigkeiten machen möchte, ehe wir fahren … Wenn wir überhaupt fahren, denn augenblicklich sehe ich das eher nicht. Egal … wir verschieben unsere Arbeit auf morgen – ist dann ja auch erst der 24.!!!

 

Heilig Abend!

Heute sieht die Welt schon wieder ein bisserl besser aus. Wir sind ausgeschlafen, guter Dinge, haben einen herrlichen Kaffee intus, da kann ja eigentlich auch nix mehr schiefgehen.

Christian baut die LIMA ein, wir verzichten auf die Entfernung der überflüssigen Kabel und wir verzichten auf das Nachverfolgen des alten Kabels und ziehen dafür gleich ein neues ein, wofür ich mich ganz schmal mache (wer mich kennt, weiß, dass das gar nicht so einfach ist) und fluche, dass ich immer noch 10 kg zu viel auf den Rippen habe. Dann robbe ich unter dem Bus entlang und fluche, dass meine Arme schlichtweg zumeist 10 cm zu kurz erscheinen, um die Befestigung richtig anzubringen, aber letztendlich ist es geschafft und mein Herzblatt kann die LIMA anschließen. Wir drücken die Daumen, halten die Luft an, dann der Start und … läuft und Anzeigenleuchte funktioniert! Halleluja! Aber … irgendwie sitzen die Riemen auf der neuen LIMA nicht richtig und irgendein ominöses Schabgeräusch gibt es auch … oh oh … das klingt gar nicht gut … Also nochmal alles genau durchchecken. Christian tauscht die Riemenscheibe aus und flext ein Stück der Halterung ab, über die die Scheibe drübergeschrammt ist – jetzt passt alles. Holldrio … Es ist immer noch der 24.12 – mittlerweile 16.30 Uhr und so langsam wird’s Zeit, dass ich mal ein bisserl die Vorbereitungen zum Essen treffe. Zum Glück habe ich das heute mittag schon zwischen Kabelziehen und sonstiger Bus-Assistenz schon vorgekocht.

Tja, mein Herzblatt und ich beschließen, gegen später noch eine Bus-Nachtschicht einzulegen, um Auberginchen auch innen wieder auf’s Laufende zu bringen. Hatten wir sie nicht zwei Tage vorher nahezu komplett ausgeräumt, da hier eine Maus gewütet und auf breiter Front ganze Arbeit geleistet hatte, sei es im Kleiderschrank, wie auch in anderen Schränken … Nun ja, aber was soll ich sagen … Nach dem Essen und unserer ganztägigen Draußenaktion sind wir nun doch ziemlich geschafft und entscheiden uns dafür, den Innendienst morgen zu machen … Kommen wir dann halt erst später los, aber was soll’s.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.