Weihnachtsurlaub –  26.12.2017 – Tag 2

Wir haben wundervoll geschlafen! Ruhig und vor allem WARM!!! Grinsend erinnern wir uns an unser erstes Andechstreffen, auf dem wir nahezu sämtliche Klamotten, die wir mithatten, übereinandergezogen und alle verfügbaren Decken im Bett über uns aufgestapelt hatten, um nicht zu erfrieren. Alles Vergangenheit! Die PLANAR tut ihren Dienst gut und wir sind happy. Die Hunde sind auch wieder aufgetaut und so können wir nach einem gemütlichen Frühstück wieder mit durchgewärmten Knochen aufbrechen.

Genfersee

Heutiger Start also 10:00 Uhr. Für die nächsten 3 Tage ist Dauerregen angesagt und kaum fahren wir los, kommt auch schon mal mehr, mal weniger das tropfende Nass vom Himmel, aber was soll’s – Die Scheibenwischer funktionieren auch wieder, also alles gut. Da es immer noch weihnachtet, fahren wir an Bern-Bethlehem vorbei, erreichen Lausanne und tuckern weiter am Genfer See entlang, wobei der Himmel genauso trist und dunkel ist wie vor zwei Jahren, als wir hier mit den Rädern mit dem Schiff übergesetzt sind. Langsam wird es hier im Führerhaus auch wieder kalt, aber wir hegen die Hoffnung, dass es irgendwann ja auch mal wieder besser werden muss, wenngleich auch vermutlich erst in Spanien. Das Wetter und die Temperaturen behalten wir akribisch im Auge. Müssen wir ja schließlich irgendwann entscheiden, ob wir an den Atlantik fahren oder – wenn es da wirklich zu kalt und zu nass sein sollte – doch lieber in die andere Richtung ans Mittelmeer driven. Gut, wir werden sehen. Ihr und vor allem auch wir werden das noch früh genug erfahren.

Genf

Es ist 13:00 Uhr, wir haben Genf erreicht. Hier fahren wir von der Autobahn runter. Inzwischen habe ich unsere Hundis wieder in eine Decke gehüllt. Sie sind die Kälte einfach doch nicht gewöhnt und die fehlende Unterwolle tut ihr übriges. Sie sind vermutlich auch wieder froh, wenn der Winter vorüber ist und die Sonne wieder ihre Wärme verbreitet.

… Okay, muss mich mal kurz revidieren … Scheibenwischer funktionieren … und funktionieren … und funktionieren … manchmal kann man sie auch wieder ausschalten 😀 Aber besser, als wenn sie nicht anspringen würden.

Hinter Genf halten wir mitten in der Pampa, um mit den Hunden einen kurzen Spaziergang zu machen … einen seeehr kurzen, denn es regnet immer stärker.

Als wir nass wieder zurück im Bus sind, hört es schlagartig mit dem Niederschlag auf und die Sonne spitzt mit ein paar Strahlen hervor. Gleich wird es fühlbar wärmer, aber wir werfen doch mal kurzfristig die Heizung an, damit wir schneller trocknen. Jetzt auch noch für eine Weile die Gasheizung während der Fahrt an. Blöd, dass man immer schneller nass, als wieder trocken ist. Wir fahren jetzt erst mal der Sonne entgegen und in Richtung Le Puy en Velay, dort, wo unsere energiereiche Schwarze Madonna beheimatet ist. Und wieder holen uns die Erinnerungen ein, allein schon, wenn wir hier jetzt durch die Landschaft fahren … Hach, schön war’s auf unserem Jakobsweg, aber jetzt ist eine neue Reise und die ist/wird sicherlich anders, aber ebenfalls sehr schön … Bisserl weniger Regen und alles ist gut J

Auf dem Weg nach Seyssel kommen wir an altbekannten Plätzen vorbei, u.A. an einem unserer Lieblingsübernachtungsplätze auf dem Camino. Petrus hat ein Einsehen mit uns und verschließt den Regen in seinen Wolken. Dafür sehen wir immer wieder die Sonne, wie sie in die Berge scheint und deren zum Teil schneebedeckte Gipfel golden anstrahlt. Wunderschön!

Seyssel

Weiter geht’s an der Rhone entlang. Wir haben jetzt noch 211 km bis Le Puy en Velay, wo es einen Wohnmobilstellplatz direkt am Fuße der St. Michel-Kirche gäbe. St. Michel ist eine kleine wundervolle Kirche, die in der Stadt auf einem Felsen erbaut wurde. Wir haben sie ebenfalls vor zwei Jahren besucht und waren von dem wild romantischen Kirchle sehr begeistert. Aber mal sehen, ob wir das heute noch schaffen.

Vorbei am Chateau de Pupetières – Mann, auf die Schnelle habe ich gelesen Chateau de Pubertiers –  Wir fahren auf einer kleinen D Irgendwas durch kleine Dörfer, sehr kurvenreich, dafür ohne größerem Verkehrsaufkommen, aber wir kommen natürlich nur sehr langsam voran. Ich habe das Gefühl schon ewig zu fahren, aber von den 211 km sind erst 52 geschafft … Egal – wir hetzen uns ja nicht, und außerdem sind wir im Urlaub und nicht auf der Flucht J

Wir machen erstmal eine kleine Raucherpause und kochen uns einen schönen Tee für die Weiterfahrt.

Inzwischen ist es auch schon dunkel geworden und wir können die wunderbar kitschige, grellbunte Weihnachtsbeleuchtung der einzelnen Städtchen, vereinzelter Hotels und Privathäuser bewundern, bzw. wenn ich ehrlich bin, eher belächeln. Es ist unglaublich, wie überladen die Häuser geschmückt werden, eigentlich so, wie man es aus den USA kennt. Das Netteste ist eigentlich noch der eher dezentere Straßenbeleuchtungsschmuck. Hier gibt es an jeder Laterne lediglich ein geschnörkeltes Ornament, von dem ein LED-Licht hinunterfließt, sodass es wie ein Tropfen aussieht oder aber in dem Ornament leuchten diverse LEDs in Form eines kleinen Feuerwerks auf … das finde ich noch einigermaßen nett. Aber der Rest ist einfach nur übertrieben. Nun denn – wem’s gefällt. Die Geschmäcker sind zum Glück ziemlich verschieden, aber sonst wäre es ja langweilig.

Und noch 132 km bis Buffalo – ähem bis Le Puy …

Nach weiteren 3 Stunden, einer Tankpause später und Dank einer etwas breiteren D-Straße, erreichen wir um 21:30 doch tatsächlich unser heutiges Ziel. Knappe 500 km in 11.5 Std. einschl. Pausen ist Christian heute gefahren. Aber jetzt reicht’s für heute. Noch schnell was essen, bisserl schmusen mit den Hunden, dann geht’s ab in die Falle, damit wir für die morgige Weiterfahrt wieder gerüstet sind.

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