Weihnachtsurlaub –  28.12.2017 – Tag 4

Es ist 8:00 Uhr, wir sind ausgeschlafen und genießen den ersten Kaffee. Rasch bringe ich den Blog-Artikel noch aufs Laufende und Christian schaut sich noch einmal die Route an. Dann packen wir zusammen und machen uns wieder auf die Socken – ähem Räder.

Startzeit heute: 10:00 Uhr.

Wir fahren die Hauptstraße in Cahors entlang, die gleiche Straße, auf der wir gestern Abend schon kurzfristig nach einem Supermarkt Ausschau gehalten haben, aber recht schnell wieder umgedreht sind und … na wären wir mal noch ein paar hundert Meter weitergefahren … da ist alles, was das Herz begehrt. Von der Boulangerie über Lidl und einen großen Intermarché … toll! Wir entscheiden uns für den handlichen Lidl und besorgen uns dort erst mal leckeres Steinofenbaguette für das Frühstück, Pizza für den Abend und allerhand „gesunde“ Dinge für Zwischendurch J

Dann wieder ab in den Bus. Jetzt kommen wir aber wirklich los, derweil es nebenher Essen/Frühstück auf Rädern gibt.

Es ist noch ziemlich bewölkt, aber ab und an spitzt bereits der blaue Himmel hervor und ganz vereinzelt lassen sich auch ein paar Sonnenstrahlen blicken. Der kalte Wind von gestern hat aufgehört, allerdings zieht es auf der Fahrt immer noch saukalt zur Tür herein. Egal! Wozu gibt’s entsprechende Klamotten … Wichtig ist eher der Blick auf’s Navi … noch ca. 270 km bis an den Atlantik!!!! Yeah!!!!

Um 12:45 Uhr machen wir einen Zwischenstopp in Agen am schönen, uns altbekannten Canal du Midi. Hier nehmen wir uns eine halbe Stunde Zeit, um am Canal entlang mit den Hunden ein wenig spazierenzugehen, doch dann ruft uns der Atlantik und wir tigern wieder weiter. Wir haben jetzt noch 212 km bis Bayonne und von dort aus ist es dann ja nur noch ein Katzensprung, sozusagen ein Mal rum ums Eck bis ans Meer …

Auf dem Weg zur Zwischenstation Mont de Marsan haben wir eine Außen- und vermutlich auch Bus-Innen-Temperatur von 9 Grad. Klingt ja schon fast wie Sommer, fühlt sich aber noch nicht so an und REICHT NOCH NICHT! Wir haben auch ganz leichten Regen, der auch noch die nächsten beiden Tage am Atlantik anhalten und sich noch etwas verstärken soll. Na, warten wir es ab. Sollte das Wetter ganz arschig sein, können wir immer noch quer durch Spanien ans Mittelmeer fahren. Hhmm – da wäre es zwar wärmer, aber da sind so viele Touris, auf die wir eigentlich so ganz und gar keinen Bock haben. Nun gut – wie immer werden wir das dann ganz spontan entscheiden J

Es ist 16:00, wir haben Mont de Marsan erreicht und tanken hier erst mal für ein paar Euros, damit wir noch bis nach Spanien kommen J. Noch knappe 100 km und wir haben unser Traumziel erreicht … aber … es könnte alles so einfach sein – isses aber nicht.

Als ich um den Bus herumlaufe, kommt es mir so vor, als ob in dem einen Reifen, hinten links, extrem wenig Luft ist und – wie soll es auch anders sein – wir haben einen satten Platten. Gott sei Dank haben wir das noch vor unserer Weiterfahrt gesehen!

Jetzt geht erst mal die google-Suche nach einem Reifendienst in Mont de Marsan los. Ist ja nicht so, dass es da nichts gibt. Gleich sechs oder noch mehr Ergebnisse finden wir und fahren gleich mal zu dem Nächstliegenden hin, um festzustellen, dass es DEN nicht mehr gibt. So ein Shit. Während wir noch überlegen, wo wir jetzt unser Glück versuchen, kommt ein junger Franzose her, der Auberginen-begeistert den Bus betrachtet und wir verständigen uns mit Händen, Füßen, ein paar Brocken Englisch, ein paar Brocken Französisch und google. Der junge Mann ist sehr sehr hilfsbereit und fährt uns selbstverständlich voraus zu dem nächsten Reifendienst. (Die Auberginen-Fans sind einfach klasse!) Dort jedoch macht er uns klar, dass diese Service-Station eigentlich nur für normale Autos, nicht für Fahrzeuge mit Übergröße zuständig ist. Auf maps zeigt er uns dann den Reifenspezialisten für Busse und LKWs. Also fahren wir gleich dorthin. Der junge Mann dort scheint überfordert. Lauter Puuuhs und Puuuhs folgen, dann beschreibt er uns den Weg zur nächsten Servicestation und die Leute dort sind super und nehmen sich sogleich unseres Auberginchens an. Toll! Wir sind begeistert, zumal es schon kurz vor 17:00 Uhr ist. Okay, wir sehen, sie haben bis 18:00 Uhr geöffnet, also brauchen wir kein schlechtes Gewissen haben. Der Monteur kämpft ein wenig, bis die Radkappe und der Reifen unten sind, aber dann arbeitet er sehr zügig weiter. Während ich dies hier schreibe, hämmert es ziemlich in der Montagehalle und ich bin guter Dinge, dass der Reifen bald wieder drauf und einsatzfähig ist, sofern der Monteur einen Schlauch findet oder den alten repariert bekommt, aber davon gehe ich ganz einfach aus.

Während Christian dem guten Mann draußen Gesellschaft leistet, habe ich nun jedenfalls die Möglichkeit, die Hunde zu füttern und so Gott will, sind sie zur gleichen Zeit mit ihrem Mahl fertig, wie der Monteur mit dem Reifen.

An dieser Stelle möchte ich dem unbekannten Franzosen, der uns vorausgefahren ist und auch der Service-Station von Herzen Danke sagen für die schnelle Hilfe! Das war wirklich super!!!

Kurz vor 18:00 Uhr ist der Schaden behoben und wir können unsere Fahrt fortsetzen. Da es eh dunkel ist und wir den Atlantik in dem Fall heute eh nicht mehr zu Gesicht bekommen, beschließen wir, jetzt einfach in Richtung Bayonne zu fahren, nicht mehr allzu lange und uns irgendwo ein Nachtquartier zu suchen. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag J

In Saint Paul les Dax fahren wir nach heutigen 240 km raus. Auf dem Weg zum Womo-Stellplatz schlägt wieder der böse Wolf zu und klaut uns doch glatt ein Radkäppchen, welches wir zum Glück unbeschadet gleich darauf wiederfinden. Wir fahren bis zum Ende der Straße und freuen uns, dass uns dort dann endlich das Hinweisschild zum dortigen Stellplatz mitten im Wald am Stadtrand führt. Herrlich ruhig, bisserl matschig, weil es regnet, aber uns gefällt’s 🙂

Sodele, letzte Amtshandlung für heute: Pizza in den Ofen werfen und Feierabend. Die restlichen 60 km bis zum Atlantik machen wir morgen. Gute Nacht einstweilen.

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