Weihnachtsurlaub –  31.12.2017 – Tag 7

Heute schlafen wir bis 08:15 Uhr, danach quälen wir der fast stromlosen Kaffeemaschine zwei Tassen des braunen Gebräus ab und genießen im Anschluss daran wieder einen wundervollen Strandspaziergang mit den Hundis.

Heute können wir auf die Felseninseln rüberlaufen, da gerade Ebbe herrscht. Geil! Auf der höchsten Spitze hocken einige Kormorane in Reih und Glied und erinnern mich an die Winnetou-Filme, in denen die Indianer plötzlich alle auf einem Bergkamm auftauchen und stehenbleiben.

Hach ja, es ist einfach nur wundervoll hier und jeder neue Morgen, an dem wir durch den tosenden Atlantik geweckt werden, ist ein Geschenk.

Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns zu einem neuerlichen Spaziergang auf. Am Meer entlang führt ein relativ kurzer Fußweg direkt nach Ondarroa, wo wir auf WIFI-Suche gehen und auch fündig werden. Wir schauen uns ein wenig das Städtle an, danach pilgern wir wieder zurück zum Bus und bereiten die Blogartikel samt Bilder vor, die wir später noch durch das Ondarroaer WIFI jagen möchten.

Nebenher versucht Christian noch, unser Stromaggregat zum Laufen zu bringen, doch da ist seit drei Jahren der gleiche Sprit drin und wir sollten das alte Zeug wohl mit etwas frischerem mischen, damit das Gerät wieder wie ein Kätzchen schnurrt. Machen wir dann morgen oder so.

Wir sind eh gespannt, ob wir heute Abend noch einmal hier nächtigen können. Heute Morgen war schon die Miliz auf dem Parkplatz und hat sich so ganz genau die Womos angeschaut, die hier verbotenerweise parken. Na ja, schlimmstenfalls werden wir des Platzes verwiesen, was wir äußerst schade fänden, aber mal sehen.

Es ist ca. 14.30 Uhr als wir wieder losziehen. Wir legen einen Schritt zu, denn der Himmel hat sich ziemlich verdunkelt und es sieht nach Regen aus. Keine fünf Minuten später öffnen sich auch schon die Himmelsschleusen. Zugleich peitscht der Sturm die Atlantikwellen hoch, die immer wieder auf den schmalen Küstenweg peitschen, auf dem wir unterwegs sind. Christian erwischt’s zwei Mal, die Hundis und ich bleiben trocken, zumindest mal vom Salzwasser. Der Regen tut aber sein Übriges und so sind Hundefell und Klamotten recht schnell klamm. Vor lauter Eile während der Flucht vor dem Regen übersehe ich einen hohen Bordstein und knicke recht schmerzhaft mit dem Knöchel um. Mist, aber schön, wenn der Schmerz wieder nachlässt.

In Ondarroa finden wir letztendlich nur einen überdachten Platz, an dem WIFI verfügbar ist und das ist ein kleines Kinder-Spielhaus in einer Fußgängerzone. Wir funktionieren somit das Häuschen zu unserem ganz persönlichen Internetcafé um und verbringen hier, mehr oder weniger bibbernd, so an die zwei Stunden, bis Blog und Bilder endlich hochgeladen sind. Dann geht’s im Sturmschritt wieder zurück zum Bus. Wir sind die Letzten, die für heute den Küstenweg beschreiten und kurz bevor wir am Busparkplatz ankommen, machen die städtischen Bauhofarbeiter die Schotten mit einem Holzgitter am Ein- bzw. Ausgang dicht. Egal, hüpfen wir halt über die Begrenzungsmauer, das geht auch. Im Bus werfen wir erst mal die Heizung an, um die nassen Knochen zu trocknen. Ein heißer Tee tut uns ebenfalls gut, derweil wir uns ein wenig mit Backgammon vergnügen.

Gegen Abend versenden wir noch ein paar Neujahrswünsche und rufen Mama an. Danach noch ein bisserl was essen, eine Schmusestunde mit den Hunden und schwupps ist es Mitternacht … … … Von wegen … Ist erst 21.00 Uhr, aber wir sind heute total ausgepowert. Also machen wir das so, wie früher, als man als Kinder erst kurz vor 00:00 Uhr geweckt wurde und stellen uns den Wecker auf 23:45 Uhr.

Tatsächlich piepst das Ding dann auch los und wir stehen rechtzeitig zum Jahreswechsel noch einmal auf. Müssen ja jeder die in Spanien üblichen 12 Trauben um Mitternacht essen, um Glück im neuen Jahr zu haben. Die Dinger sind überreif – da hätten wir genauso gut auch ein Glas Wein trinken können. Wir schauen noch einmal vor den Bus und nach Ondarroa hinüber, vernehmen für zehn Minuten ein ziemliches Geböller, derweil von einem Feuerwerk nichts zu sehen ist. Ist uns aber sehr recht, zumal die im Sturm hochspritzende Gischt für uns das schönste Naturfeuerwerk überhaupt ist und wir sowieso mit dem ganzen Geballer nichts am Hut haben. Die Hunde haben somit auch ihre Ruhe und verschlafen den Jahreswechsel ungestört auf dem Sofa.

Irgendwann in der Nacht kommen wohl doch noch ein paar Leute auf unseren Schlafplatz und jeweils pünktlich nach einer Stunde knallt ein Chinaböller. Bei den ersten beiden Malen springt mir Mari im Bett in die Arme. Sie ist noch immer ein wenig ängstlich bei lauten Geräuschen, aber später weiß sie dann, dass ihr nichts passiert und bleibt wieder brav auf ihrem Platz liegen. Marco ist da völlig stressfrei und pennt einfach weiter … Wir auch, sofern dann endlich wieder Ruhe einkehrt.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.