Weihnachtsurlaub –  02.01.2018 – Tag 9

Heute sind wir schon ziemlich früh wach. 05:00 Uhr, Christian macht Kaffee und geht mit Marco mal raus, Mari und ich brauchen noch eine halbe Stunde länger, um wach zu werden.

Der Mond ist immer noch gigantisch schön, aber wir schaffen es leider nicht, ihn auch genau so bildlich festzuhalten. Egal … bleibt er uns eben im Kopf und im Herzen in Erinnerung.

Christian bearbeitet noch ein paar Filme, derweil ich schnell die Küche wieder auf Vordermann bringe und ein paar Cigis auf Vorrat stopfe. Irgendwie wird es in Spanien sehr spät hell und so fotografieren wir den wunderschönen Sonnenaufgang und düsen dann wieder los, denn das Mittelmeer wartet ja schon auf uns.

Start: 08:15 Uhr

Wir fahren durch eine karge, aber wunderschöne Landschaft mit vielen, vielen Olivenhainen rechts und links der Straße und wir fahren im wahrsten Sinne des Wortes der Sonne entgegen. Es ist leider kaum möglich, auf der Fahrt Bilder zu machen oder zu filmen, weil wir konstant grelles Sonnengegenlicht haben. Aber wir wollen mal nicht so sein … Haben uns ja schließlich lange genug nach dem stechenden Planeten gesehnt und jetzt dürfen wir uns auch nicht beklagen.

Wir haben jetzt noch 69 km vor uns und lechzen so langsam nach dem Anblick des Meeres, aber noch sind die Berge zu hoch, als dass wir es sehen könnten.

Auf Torre Miró habe ich doch tatsächlich das Glück, einen Adler zu sehen. Leide keine Chance darauf, ein Foto von ihm zu machen.

Da es in Spanien auf schier jedem Parkplatz auch eine Womo-Entsorgungsstation gibt, nehmen wir die bei Sant Mateu auch gleich mal in Anspruch, da unser Tank voll zu sein scheint. Nach Entleerung stellen wir jedoch fest, dass – trotz Funktionstüchtigkeit des Zerhackers – irgendwie das letzte geschredderte Papier mit dem letzten zugeführten Wasser nur hochsprudelnd in der Kloschüssel wirbelt und nicht mehr in den Tank runter geht. Man könnte fast meinen, dass der Zerhacker rückwärts arbeitet. Nun gut … wir müssen eh mal einen Basteltag einlegen, weil es so diverse Kleinigkeiten zu tun gibt, da kommt der Zerhacker eben mit auf die Liste. Jetzt aber erst mal weiter ans Meer.

Um 12:00 Uhr befinden wir uns im Landeanflug auf Vindras. Rechts und links lachen uns Unmengen von reifen Orangen entgegen und hier und da sehen wir auch ein paar Feigenkakteen …  na ja … und endlich sehen wir auch das Meer!

Geschafft! Wir finden auch sogleich einen temporären Parkplatz, der nur ein paar Meter von Strand und Meer entfernt ist. Leider ist in unmittelbarer Nähe auch die Stierkampfarena. Ein impossantes Gebäude, aber wir weigern uns, diesen Ort des Grauens zu fotografieren! Da widmen wir uns lieber dem Strand, auf dem die Hunde wieder glücklich toben dürfen. Die beiden sind wirklich richtige Schätze. Sie sind superlieb und denken gar nicht daran, abzudüsen. Auch mit anderen Hunden gibt es überhaupt keine Probleme und selbst an der Leine gibt es mittlerweile auch kein wirkliches Tohuwabohu mehr, wenn wir anderen Vierbeinern begegnen. Inzwischen haben sie auch Jogger und Radfahrer als Normalität verbucht. Klasse! Wir sind begeistert.

Nun latschen wir erst einmal am Strand entlang, auch auf der Promenade und sind sehr davon angetan, dass hier kein Touristenauflauf ist, wie wir eigentlich angenommen haben. Aber wahrscheinlich tummeln die sich alle in der Region um Alicante, weil da die Temperaturen vielleicht noch 1-2 Grad höher sind als hier.

Uns reichen die 19 Grad und der strahlende Sonnenschein jedoch vollkommen aus und so setzen wir uns an der Promenade vor ein kleines Café und genießen unsere „Americanos“, die Bezeichnung für „normale“ Kaffees. Danach lustwandeln wir noch ein wenig unter Palmen

und entdecken irgendwo ein paar wenige Wohnmobile. Da müssen wir doch gleich mal schauen, ob sich hier vielleicht auch für uns einen Stellplatz finden.

Tja, was soll ich sagen … ein riesiger Platz sozusagen nur durch ein Mäuerchen von einem Steinstrand am Meer getrennt.

Das passt, auch wenn die Weißware in der Überzahl ist. Egal, zumal unsere Nachbarn auch ganz nett sind. Hunde gibt es hier fast in jedem Fahrzeug und so lernen Marco und Mari jetzt auch, nicht bei jedem Geräusch oder Hundehusten gleich loszubellen.

Ich bleibe mit den beiden auf dem Platz und Christian geht zurück, den Bus holen. Das dauert eine Weile, denn wir hatten gar nicht bemerkt, dass wir so weit zum Stellplatz gelaufen waren. Aber letztendlich trudelt mein Herzblatt ein und wir stellen uns sozusagen frontal zum Meer.

Ein paar Meter weiter hätte es nur eine supertolle Stelle gegeben, aber da dürfen leider keine Womos drauf … und wir nehmen jetzt mal an, dass auch auberginenfarbene Busse hier keine Ausnahme bilden.

Wir haben ein bisserl Hunger obwohl eigentlich erst Kaffeezeit wäre, aber das ist uns heute ausnahmsweise mal egal. Kochen wir eben um 16.00 Uhr schon unser Abendessen, sprich leckeren Blumenkohl mit Kartoffeln und dann sitzen wir draußen bei immer noch 19 Grad und genießen den Sonnenuntergang, nachdem Gabi die Kindheitsphase bekommt und eine ganze Tüte wunderschöner Muscheln und Steine gesammelt. Die Hunde haben wir derweil an den langen Bus-Lauf-Leinen befestigt und sie liegen ganz brav bei uns oder auch an der Leine auf dem Bussofa. Klasse. Noch vor einem halben Jahr wäre das undenkbar gewesen und Mari hätte wohl im Schnellverfahren ihre Leine zerbissen. Heute ist das kein Thema.

Gegen 21:00 Uhr sind wir irgendwie restlos zermatscht und gehen ins Bett – wow – sogar ohne Heizung! Wir haben hier echt noch Sommer. Es war wohl absolut die richtige Entscheidung, hierher zu fahren.

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