Aubergine

Seit 2012 sind wir mit unserer „Aubergine“ auf Tour, einem Mercedes O302 aus dem Jahr 1970.

Auch bei uns hat der Bus seinen Namen geändert, nachdem wir diesem 2013 eine Verjüngungskur inclusive anderer Farbgebung zuteil werden ließen.

Bei den Vorbesitzern wurde er ganz einfach „Der Blaue“ genannt. Noch vorher war es „Tante Schuggi“.

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Der Wagen ist auf 10000 kg zul. Gesamtgewicht abgelastet, wobei wir komplett beladen (Gepäck, Frischwasser…) immer noch mehr als 1500 kg Zuladung haben. Zum Fahren wird der LKW-Führerschein (alte Klasse 2 bzw. C / CE) benötigt.

Unsere Aubergine ist ein ehemaliger Behördenbus und war, unseren Recherchen zufolge, in seinem ersten Leben bei der Feuerwehr Berlin als mobile Einsatzzentrale im Einsatz. 1985/86 wurde er schließlich außer Dienst gestellt und als Wohnmobil umgebaut. Die Vorbesitzer unseres Busses hatten bereits erfolgreich die Oldtimerabnahme hinter sich gebracht. Somit ist er aufgrund des H-Kennzeichen im Bezug auf die festen Kosten sehr günstig im Unterhalt.

Daten:

Länge: 10,20 m Breite: 2,50 m Höhe ca. 3,15 m

Motorisierung: Mercedes OM 352 mit 130 PS
Somit sind wir auf der Autobahn nur unwesentlich langsamer als die LKW, während wir an Bergstrecken deutlich entschleunigter unterwegs sind, als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer.

Ausbau:

Der Grundausbau unserer Aubergine ist nach wie vor der Erstausbau. Entsprechend verströmt dieser auch einen, von uns übrigens sehr liebgewonnen, Flair der 80er Jahre. Der Ausbau besteht im wesentlichen im vorden Teil aus einer Küche und eines gegenüberliegenden Sofas. Im Mittelteil ist das Badezimmer mit Dusche und Tolette untergebracht. Direkt gegenüber die Toilette. Der hintere Teil besteht aus „Wohnzimmer“ mit Tisch und Sitzgelegenheiten. Ganz im Heck befindet sich das Schlafzimmer.

Technik/Ausstattung Wohnraum:

Küche:

4-flammiges Gaskochfeld von Cramer
Kühlschrank 85 Liter von Dometic, wahlweise auf 230 Volt / 12 Volt / Gas
Kompressorkühlbox für kalte Getränke
Spülbecken mit Abtropffläche (Warm- und Kaltwasser)
Umluftbackofen 30 Liter auf 230 Volt
diverse Ober- und Unterschränke

Bad:

Duschwanne
Handwaschbecken
Diverse Ablagen und Spiegel
Warm- und Kaltwasser über einen Truma-Gasboiler
Das Abwasser sammelt sich in einem 250 Liter fassenden Grauwassertank, welcher über einen Schieber am Fahrzeugboden entleeret wird.

Toilette:

Ein großes Wohnmobil bietet natürlich auch die Möglichkeit, die Toilette in einem getrennten Raum vom Badezimmer unterzubringen, was wir sehr schätzen.
Ausgestattet ist der Raum mit einer Alde-Toilette inclusive Zerhackerpumpe und Wasserspülung. Abgepumpt wird in einen extra Schwarzwassertank, der sich über einen Schieber am Fahrzeugboden entleeren läßt.

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Wohnbereich

Die meiste Zeit halten wir uns „Indoor“ natürlich im Wohn-Essbereich auf. Hier haben wir eine 2er-Sitzgruppe mit einem ausreichend großen Tisch sowie ein weiteres zum Bett umklappbares Sitzsofa eingebaut. Es gibt auch noch einen kleinen Fernseher, welchen wir gerade mal am Anfang einmal benutzt haben. Die restliche Satelitentechnik haben wir schnellstens entsorgt. Wenn wir tatsächlich mal einen Film sehen möchten, machen wir dies in der Regel über den Computer. Natürlich braucht es auch in einem alten Bus ein klein bißchen Dekadenz, welcher wir mit einem Kaffeevollautomaten gerecht wurden. Kaffee, Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino auf Knopfdruck.

Schlafbereich

Im Heck ist ein Doppelbett mit 1,60 x 2,30 m über dem Motorraum eingebaut. Sehr angenehm ist dabei die Höhe des Schlafzimmers. Ein Alkovenbett wäre zugegebenermaßen nichts für uns.

Stauräume:

Im gesamten Wohn- und Schlafbereich haben wir Hoch und Oberschränke mit einem Fassungsvermögen von etwa 2300 Litern. Also mehr als ausreichend.

Heizung:

Als Heizung haben wir eine Trumatic E4000 verbaut. In den Übergangszeiten ist diese vollkommen ausreichend. Im tiefen Winter heizen wir gelegentlich elektrisch zu.

Elektrozentrale:

In einem der Schränke ist unsere „Elektrozentrale“ eingebaut. Hier laufen sämtliche 12 Volt und 230 Volt Leitungen zusammen. Die 12 Volt-Anlage ist hier auch entsprechend abgesichert. Für die zwei getrennten PV-Anlagen befinden sich hier die zwei Laderegler sowie der Batteriemonitor, die Gasfernanzeige und die Abschaltungen für die einzelnen Stromkreise. Zum Laden von Handys, Kameras und Notebooks haben wir 3 x 230 Volt Steckdosen eingebaut.

Technik/Ausstattung Keller:

Reisebusse verfügen im unteren Bereich über meist durchgehende Kofferräume. Dies hat den Vorteil, dass sämtliche Technik außerhalb des Wohnraumes untergebracht werden kann. Wir haben im Keller verbaut:

Jeweils getrennte Tanks für Grau- und Schwarzwasser mit insgesamt ca. 400 Litern Fassungsvermögen
Frischwassertank mit etwa 350 Litern Fassungsvermögen
Zwei Druckwasserpumpen für die Kalt- und die Warmwasserversorgung
Gastank mit 130 Litern Fassungsvermögen, den wir an jeder Gastankstelle kostengünstig füllen können
Elektroversorgung mit 4 x 220 AH Aufbaubatterien
Landstromversorgung mit entsprechender Absicherung
Wechselrichter (Westech) von 12 Volt auf 230 Volt mit 2000 Watt (reiner Sinus)
Verteilerkasten 230 Volt mit Sicherungen
Stromaggregat 2 KW mit Elektrostart für den „Strom-Notstand“. Bisher haben wir dies in der warmen Jahreszeit noch nie gebraucht.
Darüberhinaus haben wir im Keller auch noch Platz für sämtliche Werkzeuge, Ersatzteile, Gartenmöbel u.s.w.

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Solarstrom:

Auf den Dach des Busses sind 2 x 3 Solarpanels mit einer Gesamtleistung von 845 Watt angebracht. An sehr sonnigen Tagen im Sommer laden unsere Batterien mit bis zu ca. 45 Ampere

Unsere Solarstromversorgung erlaubt es uns, außerhalb der Wintermonate komplett auf Landstrom zu verzichten. Bei sonnigem Wetter lassen wir beide Kühlgeräte auf Strom laufen. Sofern bei bedecktem Himmel zu wenig Input kommt stellen wir den Kühlschrank auch mal auf Gas um. An „Fahrtagen“ werden unsere Batterien dabei zusätzlich über eine eigene 12 Volt Lichtmaschine geladen. Die Stromversorgung des Aufbaus ist dabei komplett von der 24 Volt-Versorgung des Fahrzeuges getrennt.

Die beschriebene Technik entspricht dem momentanen Stand. Natürlich nehmen wir immer mal wieder Verbesserungen bzw. Veränderungen vor.